am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

diätstatus

der schreibtischalltag ohne facebook und twitter birgt eine große erleichterung in sich, obwohl sich zunächst beinah so etwas wie eine leere eingestellt hat. das war überraschend. doch jetzt ist alles ruhig, ich vermisse nichts oder zumindest nicht viel. die vier oder fünf sehr persönlichen kontakte mit menschen, die ich eben auch persönlich kenne, die sporadischen updates aus der fernen verwandschaft, mehr nicht. ganz besonders vermisse ich die vielen politischen meinungskriege der ewig gleichen gegnerInnen NICHT.

auch sonst ändert sich viel, eigentlich alles. ich habe viel zuwenig musik im haus, seit heute greife ich auf internetradio zurück, das ich mir vor jahren schon installiert habe, gekauft sogar, aber bislang kaum je benutzt habe. ich bin entzückt. ich wünschte nur, ich hätte wenigstens einen hauch von ahnung von klassischer musik. (nicht zum ersten mal.) gut, einstweilen tut es auch ein wenig jazz. (von dem ich ebenfalls nur wenig verstehe.)

sämtliche hosen, die ich besitze, rutschen mir inzwischen respektlos vom arsch. ich sehe aus wie vor fünfzehn jahren, nur ein bißchen älter natürlich. überhaupt könnte ich abhandlungen zum thema hautalterung verfassen, veranschaulichen sogar, trotz meiner extremen bindegewebsbegünstigung. aber fremd bin ich mir so nicht.

plötzlich abstürzen. in die nacht hinein nur noch nichtig sein. es braucht nicht noch mehr beweise. einmal muß schluß sein.

lange und gut geschlafen, traumlos. seit dem aufwachen einem seltenen körperlichen wohlbefinden verhaftet.

brennen in den augenwinkeln

fast zehn kilo, die mir wie aus dem körper gefallen sind. mehr als die hälfte davon in einer woche, die scheinbar endlose migränezeit anfang des monats. ein tag auf den anderen, ohne unterlaß. brennen, verbrennen, vergehen. dabei arbeiten, irgendwie, weil die deadline schiebt.

jetzt sehe ich nicht nur anders aus, alles fühlt sich auch anders. nicht nur von außen, wenn ich das gesicht in die hand stütze zum beispiel. mein gesicht selbst ist anders, mit jeder bewegung spürbar. wie die hände, ebenfalls viel kleiner, die ringe fallen mir fast von den fingern, greifen anders. was mich trifft, trifft mich direkt. was ich berühre, spüre ich. ich werde wirklich. und ich weiß nicht, habe tatsächlich ich mich verändert. oder ist es nicht doch diese welt, die verdreht worden ist.

dieses gesicht, das neue, mir doch so vertraute. es wird mich verraten. das dachte ich eher beiläufig, vor ein paar tagen. ein wortspiel, mehr nicht. heute, ausnahmsweise mit kontaktlinsen und ohne brille, sehe ich, daß ich noch nie so sehr mein vater war. diese augen, ein wenig zu blau zwar, um wirklich seine sein zu können. und dennoch. da ist das in seinem augenwinkeln, und schon bin ich verraten.

dankbar. für einen ruhigen tag, ohne größere detonationen. und wünsche mir träume für die nacht. träume, in denen alles erlaubt ist.

seit tagen weckt mich mein herz um zwanzig nach sieben, heute dann um zwanzig nach fünf. den rest der zeit vor dem auftstehen liege ich auf dem bauch und lausche dem puls, der mir durch den bauch pumpt. und schweige. die innere stimme scheint entgültig zerbrochen.

arbeiten sollte ich. arbeiten, arbeiten, arbeiten. und was tue ich? bücher sortieren.

tenderness

jazz am morgen, schön laut. (kip hanrahan, tenderness) ich sortiere manuskripte aus, altes, stinkendes papier. der schredder läuft heiß. auch der originalausdruck von lucas kommt weg. endlich. ich finde vier geschichten, noch undigitalisiert, aus der schreibmaschinenzeit. und handgeschriebenes darunter. lyrik aus den 80ern. tagebuchseiten, die noch älter sind. was nun?

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