am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

gerade erst gemerkt. exakt gegenüber von meinem schlafzimmer findet eine party statt. musik, hopsen und johlen, gespräche am offenen fenster, alles durchdringt meine ruhe. überlege, im wohnbüro auf dem sofa zu schlafen. oder einfach wieder an den rechner zu gehen. egal. wenn da nicht mein nacken wäre. der kann heute einfach nicht mehr, der ist alt und kaputt.

gestern abend, nachdem ich von charlottenburg nach hause gefahren bin, mit den sommerhandschuhen natürlich, war mir derart kalt, selbst die ringe sind mir anschließend von den fingern gerutscht. und heute waren die berliner in ihrer üblichen spätsommerkonfusion gefangen, pudelmützenträger in anoraks standen neben t-shirt-trägern und wanderstiefel neben nackten füßen in flipflops. mein gesicht fühlte sich wieder so seltsam heute im wind, so schmal und alt. die menschen sehen mich in letzter zeit auffallend oft an, finde ich. ich weiß aber nicht, wie ich das finden soll. oder warum ich es überhaupt bemerke. bei karstadt am hermannplatz hätte man mich fast aus der damentoilette geworfen. das ist eine alte geschichte, die braucht keine pointe mehr. die muß nicht einmal mehr erzählt werden.

gestern saß ich noch auf dem balkon in der sonne. seit heute ist der sommer vorüber, ich weiß nicht warum. eigentlich war es wärmer als gestern. heller sogar. ich sehe einen schweren winter kommen. ich möchte fliehen. jetzt. und bleibe doch, wie blei.

aber vielleicht bin ich einfach nur müde. die nacht gestern war lang und wirr.

tomaten 2012

ich verfluche dieses tomatenjahr als das schlechteste tomatenjahr seit anbeginn meiner tomatenjahre. verdammt. zwei mahlzeiten, handverlesen, ich hätte die früchte zählen können.

steinreich

gestern nach jahren, wenn nicht jahrzehnten, wieder einmal die alte wollweste angezogen. in der tasche dann einen stein gefunden und sofort wiedererkannt. mich riesig darüber gefreut, mehr als über geld. (wären sicher auch DM gewesen.) heute ist der stein bereits verwunden, was mich kurz sogar entsetzt hat. so schnell kanns gehen, nach jahren der ruhe.

allein das denken abseits von ursache und wirkung, von schuld und von gerechtigkeit macht so unendlich müde. ungewohnt und haltlos, wie es ist. keine ahnung, wie das handeln in diesem sinne sich manifestieren wird. (nein, ich meine nicht das schreiben. aber schon auch das.)

fürn arsch

habe in meinem wirklich nicht weitläufigen kleiderschrank doch noch eine hose gefunden, die mir paßt. die einzige aus einer damenabteilung offensichtlich, die hatte ich neulich wohl geflissentlich übersehen. so eine hüfthängende tussijeans, aber immerhin nicht aus gummi. wo, verdammt nochmal, hab ich die denn her?

na egal, bin ich heute eben mal mit arsch unterwegs.

es ist noch spät geworden gestern nacht und ebenso heute morgen. nach neun, dafür einen schmerzkopf und dieses pochen im nacken.

gegen vier hat eine frau unter meinem fenster herumgeschrien und mich mit karacho geweckt. was ist denn, was hab ich denn gemacht? immer und immer wieder. ein mann hat ihr geantwortet. viel leiser, aber doch sehr verständlich. ich kann das nicht mehr.

so ist es. manchmal. es geht einfach nicht mehr.

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