am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

devon

in meinem baileysglas schmelzen die eisherzen. ich denke, zu weihnachten mache ich mir so ein richtig englisches essen, wie früher. mit baked potatoes, richtig cross, und viel käse. und mit salat für in die leere kartoffelkruste ganz zum schluß.

zur erinnerung an eine zeit, als ich noch jung war und dumm und geliebt. ohne es zu wissen, alles.

winterschläfrig

gestern nacht den biorhythmischen gegebenheiten nachgegeben und den wecker um 45 minuten vorgestellt. dann vergessen, ihn anzuschalten. trotzdem prompt eine stunde früher, also beinah richtig pünktlich, am schreibtisch gesessen. geht doch.

voll auf lyrik

gegen mittag, ich sitze gerade mitten in der zweiten miettextschreiberei des tages, klingelt auf einmal der hausmeister sturm.  er hat ein aufgerissenes päckchen in der hand und stellt mich zur rede. ob das meines wäre? blöde frage, weil ja mein name draufsteht. leider ist es bis jetzt aber nicht bei mir angekommen. ob ich denn nichts gemerkt hätte letzte nacht? nö, hab ich nicht. dann muß ich mir schuhe anziehen und mit ins treppenhaus kommen, bis nach ganz oben zum dachboden.

da hat sich offensichtlich jemand sämtliche fußmatten des hauses und die große matte aus dem eingangsbereich hingeschleppt und zu einem nachlager arrangiert. es finden sich diverse süßigkeitenpapiere, taschentücher, leere medikamentenverpackungen, kerzenreste und wachs. außerdem zwei euro, eine benutzte einwegspitze und den lyrikband, der in meinem päckchen gewesen ist.

ob ich hier heute nacht, fragt mich der hausmeister. wie bitte? ja sicher, ich schlafe gern mal im treppenhaus, statt in meinem eigenen bett. besonders, wenn ich vollgedröhnt bin und bei kerzenlicht noch ein paar gedichte lesen möchte. zum glück kann ich dem mann dann glaubhaft versichern, daß ich mit dem geschehen nichts zu tun habe. im gegenteil, mir wurde auch noch meine post entwendet. und die vorstellung von offenem feuer im treppenhaus finde ich alles andere als behaglich. das bekräftige ich gleich mehrfach. vorsichtshalber.

dennoch: es ist eine eigenartige vorstellung, daß gestern nacht möglicherweise jemand auf fußmatten gelegen und in meinem lyrikband geblättert hat. das buch jedenfalls ist an einigen stellen ziemlich angekokelt. kann natürlich auch sein, daß es nur die unterlage für irgendetwas war. ist wohl auch wahrscheinlicher.

als gäbe es keine nacht, keine zeit.

wunderbar warmes wetter, frühlingsbereit. wenn ich es nicht besser wüßte. das motorrad schnurrt noch, macht sich leicht unter mir, wie immer kurz vor winterschluß. (es ist ein kreuz.) also nach dem frühstück schnell rüber nach friedrichshain geflogen, zum kilodrücken. an der f2 inzwischen bei 40 pfund angelangt. das heißt: irgendwo unter dem bauchspeck verbirgt sich ein heimliches sixpack!

tellergewäsch

dieses stetig wachsende gerede vom kämpfen im leben. um erfolg und anerkennung, um das bestehen wider alle widrigkeiten. nur wer kämpft, gewinnt, am ende auch die liebe als einsame krönung des erfolgs. aber ja, leistung will getragen sein, fest verschnürt in dem päckchen, das es zu ertragen gilt. ein hübsches knallbonbon, mit schleife drum und nichts als luft gefüllt. dabei ist das ende ist vorgegeben. dann heißt es gegen den tod, kämpfen. auch das ist programm. als gäbe es tatsächlich etwas zu gewinnen.

nein, ich kämpfe nie. aus voller absicht nicht.

umständehalber beschissen geschlafen, wenn überhaupt. träume aus angst, die tief in den tag hineingreifen. ich muß meine arbeit machen! aber erstmal muß ich jetzt raus hier, sonst platz ich.

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