am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

wie dichtung und wahrheit zusammengeht

oder auch nicht.

gestern abend die neuköllner buchkönigin besucht, eine lesung – das heißt wohl eher einen vortrag – von marion tauschwitz über ihre hilde domin biographie gehört. ich mag ja buchläden lieber als bibliotheken, die sind in jedem fall lebendiger. eine lesung dazu, also echte schreibtätige in fleisch und blut an einem tisch mit einem skipt vor sich, das verbindet oft vieles miteinander. gestern war es die gegenwart von leibhaftigen büchern, eine sehr schöne auswahl in dem laden, vielleicht ein klein wenig klein, mit einem hauch von literaturwissenschaft. oder so ähnlich. wenig schreibkunst allerdings, vorwiegend geschichte. lebensgeschichte, aber das ist es eben, was eine biografie zu bieten hat.

die literaturwissenschaftlerin in mir versteht den wunsch, die dichtung im gelebten leben zu verankern. ich habe selbst einen deutlichen hang zum biografischen interpretationsansatz, ja sogar zum psychologischen mitunter. das ist mir peinlich, weiß ich doch, wie schnell das ungenau wird, unverständlich und falsch. es gibt blinden flecke, überall, und wir sehen sie nicht. das ist ihr wesen, auch in der wissenschaft. vielleicht gerade da. an einem gewissen punkt geht es doch immer nur um das eigene. das sollte man nicht nur wissen, man sollte es bedenken. unbesehen.

die dichterin wünscht sich ohnehin leere hinter dem wort. kein armseliges kleines leben, das herhalten muß, um die wucht eines textes stützen. und ihn damit einengen, beschränken auf vergangene zeiten und räume. wozu?

es gibt kein gelebtes leben, das sich belegen ließe. anders als durch dichtung, meine ich.

tomaten anbauen in der stadt (2)

da sind sie. heute bin ich sie kaufen gegangen, meine diesjährigen tomatenpflänzchen. eigentlich hatte ich ja noch nicht damit gerechnet, daß welche da sein würden. vor allem nicht sorten, die ich gerne hätte, bei denen es klick macht. das war aber dann doch so: zweimal  harzfeuer, die hatte ich im letzten jahr schon, die sind prima hier. einmal cherry, die geht immer und schmeckt lecker so zwischendurch. und einmal eier zur abwechlung, denn die hatte ich noch nie. macht insgesamt 1,96 €. winzig klein sind sie und noch sehr zart. zwei hat es außerdem bei der berliner kopfsteinpflasterhoppelei ein klein wenig aus den töpfchen gehauen. leider. aber das macht nichts, sie werden trotzdem leben. (ich bin eine tomatenquälerin, ich weiß. gut, daß ich keine kinder habe.) gleich morgen geht es dann ab in die große, neue erde. dann wird alles gut.

balkongestaltung

immer im frühjahr platzen hier die zugriffzahlen, weil alle welt nach „balkon“ googelt. und immer gehts dann auf dieses blöde, alte bild. ich muß in diesem jahr mal ein paar neue machen und prominent herausstellen. es ist nämlich tatsächlich der schönste balkon berlins. und er ist nicht lachsorange geworden damals, zum glück.

also: morgen gehe ich erstes grünzeug kaufen, kräuter, männertreu und eine paar ranken. und dann wird die saison eröffnet.

ohne zweifel

ja, der alltag kommt zurück. was soll er auch sonst tun. ich putze meine sommerschuhe und die hellen stellen an dem rucksack, die immer so schnell schmutzig werden. das geht ganz schnell. ich tue meine arbeit und bereite mehr davon vor, jeden tag hier am pc. draußen scheint die sonne, den ganzen tag lang, sodaß  ich die sommertreter gleich auch anziehen kann.ich fahre mit dem fahrrad und brauche keine handschuhe dabei. statt dessen eine sonnenbrille. sogar die jacke lasse ich offen flattern im fahrtwind. es ist frühling in berlin. das ist schön, ich habe keine zweifel.

und japan wird noch jahrelang glühen, auch das steht fest.

balkonwetter

der wetterbericht kündigt für das wochenende balkonpflanzwetter an. wohl noch keine tomaten, aber es gilt ja auch noch kräuter und männertreu zu besorgen, außerdem die zwei im letzten jahr versehentlich erfrorenen ranken zu ersetzen. und zu sehen, ob der efeu draußen überhaupt noch lebt. so ein ganz kleines bißchen wenigstens?

wie auch immer, freitag ist der erste. das paßt doch. das wird eine art grüner aprilapril.

andererseits verlangt das mobiltelefon nachdrücklich nach einem update, indem es sich immer häufiger hinhängt. das sollte auch bald mal erledigt werden. mit allen dazugehörigen wiederherstellungsmaßnahmen, ich verabscheue das. aber spätestens bis zur re:publica natürlich. muß sein.

irgendwie ein splittertag heute. dann ist aber doch noch die zweite version des konzepts fertig geworden. vielleicht. muß ich morgen nochmal reinsehen.

sommerzeit

wach werden. in die gänge kommen. loslegen. kommt alles irgendwie zu spät heute.

tomaten anbauen in der stadt (1)

bald ist es soweit, der balkon kann und will bepflanzt werden. neben kräutern und anderem grünzeug, das möglichst kleine starke blüten macht, stehen bei mir vor allem tomaten auf dem plan. oder besser: sie stehen an erster stelle, seit jahren. ich habe schon stadttomaten gepflanzt, da hatte ich noch gar keinen balkon. das geht auch.

tomaten pflanzt man natürlich um der früchte willen. die pflanzen selbst sind nicht besonders hübsch, darüber hinaus sind sie auch noch leicht giftig. besser man wäscht sich die hände, jedesmal nachdem man sie angefasst hat. die schleimhäute im gesicht, besonders an den augen reagieren sofort. das kann sehr unangenehm sein. die tomaten aber, die früchte also, die auch paradiesapfel genannt werden, entschädigen für alles. vergessen sind sämtliche in plastik verpackte gummitomaten aus holländischer zucht, selbst die eigentlich recht schmackhaften italienischen eiertomaten. nichts geht über die sonnensatte süße einer selbstgezüchteten stadttomate, die bis zur vollen reife am strauch hing und noch sonnenwarm verzehrt werden kann.

doch tomatenzucht sei schwierig, so heißt es immer wieder mal. nach jahrelanger erfahrung kann ich das eher nicht bestätigen, die pflanzen brauchen ein bißchen schutz vor regen und ebenso vor wind. das ist alles. und natürlich brauchen sie sonne, sie sollten also auf jeden fall draußen stehen. drinnen ist nie genug, außer man baut ihnen ein schickes gewächsthaus. das wäre natürlich perfekt. insekten sind auch hilfreich, wenn es ans bestäuben geht. aber soweit ich weiß, können tomaten das zur not auch selbst. also sich bestäuben. ein bißchen wind ist also ziemlich prima.

jetzt also zum pflanzensetzen. ich ziehe meine nicht selbst, ich kaufe sie im laden, wenn sie noch ganz klein sind. also vielleicht so ungefähr zehn bis fünfzehn zentimeter hoch mit zwei bis vier blättchen daran. mehr nicht. in etwa sehen sie so aus wie diese selbstgezüchteten im tomatenblog. auf keinen fall kaufe ich sogenannte balkontomaten, die ungegeizt buschig gewachsen sind, in sich verkrochen, schon mit blüten dran oder sogar mit vereinzelten tomaten. so dürfen tomatenpflanzen niemals aussehen. die pflanzen müssen sich lang strecken, sie müssen hoch wachsen, damit viel licht hineinpaßt. licht ist das wesen der süße. solche balkontomaten werden also nie etwas. das ist unmöglich.

wählen sollte man sorten mit kleinen früchten, dann gibt es auch viele davon. fleischtomaten lohnen sich meiner erfahrung nach nicht. es gibt nur wenige und die süße läßt zu wünschen übrig. am besten sind alte heimische sorten, die zeigen oft eine gute resistenz gegen krankheiten. kirsch- oder cocktailtomaten gehen aber auch ganz gut. vor allem gibt es davon oft unzählige, jeden abend, so zum nebenbeinaschen.

tomaten werden groß und hoch, bei mir auf dem balkon sicher achzig zentimeter bis einen meter hoch. und das wchstum geht schnell, beinah rasend. die pflanzen müssen also nach den kauf sofort und umgehend aus ihren winzigen pflanztöpfchen befreit und in ihr entgültiges domizil umgesetzt werden. das bedeutet viel erde und zunächst riesig wirkende töpfe oder kübel. bei mir kommen immer drei kleine pflänzchen in einen achzig zentimeter langen balkonkasten und noch einmal eines in einen sechzig zentimeter langen. letzteres wächst meistens wesentlich besser, wohl weil es großzügiger wohnt. es ist aber auch durch zwei mauern rechts und links besser geschützt.

das wars fürs erste. in ein paar wochen gehts schon los. und dann gehts hier auch weiter mit meiner kleinen stadttomatenkunde. ;)

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