am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

mal sehen

in der wohnung gegenüber vom wohnbüro wurde heute ein leuchter angebracht, der das kalte, nackte licht von zuvor durch ein warmes, gelbliches schimmern ersetzt. der einzug schreitet zügig voran. zum beispiel wurden vorhänge angebracht, vor ein paar tagen schon. sie werden allerdings selten benutzt. drinnen sitzen menschen und trinken bier. eben standen zwei auf dem balkon und küßten sich. dann wurde geraucht.

in der wohnung gegenüber vom schlafzimmer dagegen leuchtet plötzlich gleißendes licht. die vorhänge sind verschwunden, drinnen hantieren männer mit schirmmützen auf dem kopf mit akkuschraubern, außerdem werden kartons aufeinandergestapelt. da steht wohl ein auszug an.

drinnen bei mir wird gebaut. diesmal im schlafzimmer und morgen steht lauter kleinkram an: unütz gewordene bohrlöcher verputzen, anschließend die flecken wegstreichen und krumme silikonkanten gerade schneiden. noch ein bißchen weiß im bad und vielleicht die neuen bretter im flur. dann wären die auch im laufe des sonntags fertig. mal sehen.

gestern beim kiesern ein klein wenig übertrieben und per se überall zwei pfund draufgelegt. einfach so, mir war eben danach. einmal sogar vier pfund, aber nur aus versehen. seitdem höllisch erschöpft. mal wieder. so gehen die tage, der winter im märz.

weiterbauarbeiten

ich baue und baue einfach immer weiter. ein regal nach dem anderen, diesmal eine handgebastelte, geschlossene kiste oben an den billigschwedenmist. so einfach ist das.

dazu noch eine etwas bank und zwei massivregalbretter fürs bad geölt. morgen wird dann noch ein bißchen weiß gestrichen, dann könnte das bad endlich fertig sein. nach fast sechs monaten.

das schöne, verrückte, berauschende ist, daß während der arbeit immer neue ideen aufkommen. für die küche, das schlafzimmer, den flur sogar. ich sammle, messe und notiere für später.

basteln und bauen, handwerk ohne akkord, ist so wunderbar langsam und bedächtig. gründlich, auch wenn ich sicher nicht die beste bin. da ist raum im raum, für gedanken.

einmal im jahr

es ist doch jedes frühjahr dasselbe, wenn endlich die sonne wieder kommt und schon früh morgens über die gegenüberliegenden dächer guckt. andererseits ist es in diesem jahr eindeutig noch zu kalt, um jetzt schon die fenster zu putzen.

blei

ich glaube, ich bin vollmondmüde. oder frühlingsschwer in den knochen. obwohl sich das jetzt auch nicht so anders anfühlt als es gestern noch, im winter. nur das licht. dieses licht und das leben, das kommen wird. das ist alles nichts für mich.

seltsamer tag, völlig unentspannt. vollmondsonntag eben. das schreiben ein krampf, dabei geht es nur um zwei kleine artikel. und ich finde nichts, was den geist ins schwingen brächte. nichts, was den sonntag einfach sonntag lassen würde.

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