am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

auch gegenüber in der wohnung wird gebaut. die küche vielleicht, große, lange bretter lehnen hochkant an der wohnzimmerwand. dann wird gewischt: gewachst oder geölt? nichts davon sollte man hochkant machen!

aber wer weiß, vielleicht wird auch nur der wohnzimmerschrank geputzt. ;-)

kreative bauarbeiten

nach dem wohnbürogebastel vorgestern galt es gestern bereits, aus einem halbhohen breiten regal und einem im wesentlichen baugleichen, jedoch deutlich schmaleren und vor allem niedrigeren, exemplar ein neues, halbhohes, aber schmales badregal zu zimmern. kein problem, auch wenn es ziemlich gedauert hat. zirka fünfzig schrauben waren einzudrehen, nachdem zuvor regalbretter zugesägt und etliche löcher gebohrt wurden. muskelkater inklusive, ich mache das schließlich auch nicht mehr jeden tag.

und dann standen da die reste herum, vier bretter und zwei seitenteile, aus denen man im grunde ein weiteres, niedriges und sehr schmales regal bauen könnte. statt alles kleinzusägen und in die tonne zu treten. nur warum? einfach nur, weil es geht? und wohin dann damit?

die idee kam nachts, wie so viele kreative eingebungen. aufgestanden, nachgemessen und? paßt, ohne auch nur einmal die säge ansetzen zu müssen. nur heute alles zusammenschrauben, nochmal ein stündchen arbeit, und hinstellen. übrigens ebenfalls im bad, womit sogar eine gewisse stileinheit hergestellt ist.

was allerdings nicht bedeutet, daß die dinger wirklich was hermachen. im gegenteil, alles nur baumarktramsch. und alt ist das zeug, verschossen und hier und da mit schon lange nicht mehr existenten lack, also eben nicht mehr versehen. na und? kann ich ja vielleicht irgendwann mal nachbehandeln. mal sehen.

als nächstes ist erstmal der schreibtisch dran, seit über zwei jahren schiebe ich das vor mir her. wobei das material schon genauso lange im schrank steht. aber den schreibtisch abzubauen, mit allem, was dazugehört, ist natürlich kritisch. vielleicht ostern?

die wohnung gegenüber nimmt langsam form an. die bananenkartons sind sorgfältig in eine ecke gestapelt, die deckenfestbeleuchtung weicht hier und da einem stehlampengeschummer, der besen wurde auch schon mehrfach geschwungen. in dem fenster direkt gegenüber von meinem wohnbürofenster wurde ein bildschirm installiert. er dreht mir den rücken zu, so wie meiner von außen betrachtet auch. eben saßen die beiden bewohner gemeinsam davor. sie tippte, und er trank bier aus der flasche.

das ist seltsam. da sitzen wir, fremde, fünfundzwanzig, vielleicht dreißig meter voneinander entfernt. wie in einem spiegel. (das wird aufhören, sobald drüben vorhänge oder ähnliches angebracht sind. spätestens aber in ein paar monaten, wenn der zur zeit kahle baum dann belaubt ist.)

frühlingsgebastel

heute mit der umgestaltung des wohnbüros begonnen, ich brauche einfach mehr regal. dafür also zweimal tempelhof und zurück mit u- und s-bahn. und mit handkarre, schleppen wollte ich dann doch nicht. frische geschirrhandtücher, bettbezug in anthrazit und ein großer topf waren auch noch mit dabei.

mit das schönste am basteln und bauen ist ja immer, daß damit ein prozeß in gang kommt, bei dem auch ordnen und aufräumen eine rolle spielt. und ausmisten. (putzen vermutlich auch, aber das gefällt mir eher nie so recht.) außerdem hab ich jetzt ein paar alte regalteile übrig, aus denen ich ein schickes badmöbel zimmern werde.

neues kopfkissen gekauft, superweich. ich hoffe auf bessere nächte.

lustig, meine neuen gegenübernachbarn. noch gibt es keine gardinen oder vorhänge, und alles ist strahlend hell erleuchtet. ich sehe ihn vor seinem laptop und sie mit nackten beinen im bett liegen. dabei fällt mir dann ein, daß ich auch keine vorhänge oder gar gardinen habe. zumindest hier nicht, im wohnbüro. da kann ich mir jetzt genau vorstellen, was man von mir so alles sieht. seit jahren.

aber im schlafzimmer habe ich natürlich vorhänge.

der große blonde von gegenüber trägt heute so eine knallschwarze nerdbrille im gesicht. (ich übrigens auch, keine lust auf kontaktlinsen.) ja, sind wir denn hier in prenzlberg?

immer noch neu

in der wohnung gegenüber brennt jetzt licht. das ist ungewohnt. es ändert meinen blick und die stimmung in meinem wohnbüro. es strahlt direkt zu mir hinein, und nur eines der beiden fenster wird im frühjahr und sommer hinter dem dann belaubten baum verschwinden. ich kann erkennen, wer aus dem umzugstrupp übriggeblieben ist, mir also fortan bei der arbeit und auch sonst gegenüberleben wird. ein großer blonder mann mit stirnglatze. ob noch ein partner dazukommt? eine frau? ein mann?

p.s. über die pissecke habe ich niemandem etwas gesagt.

alles neu

in der pissbude gegenüber ist heute einzug. steht ein bißchen unter einem schlechten stern: die hochoffiziell mit parkverbotsschildern freigehaltene parkzone direkt vorm haus ist natürlich vollgeparkt, sodaß der umzugswagen jetzt vor meinem haus steht. alle helfer tapsen quer über die straße, über drei harsche altschneeberge, gespickt mit schmelzenden hundehaufen hinweg. immerhin ist es nicht mehr so kalt und glatt.

oben stehen derweil zwei männer – jünger als ich, aber auch keine studenten mehr, so halbglatzige anfang- bis mittdreißiger – und schauen etwas irritiert in die eine ecke des balkons. was mich widerum nicht irritiert. ich hab ja gesehen, wessen sich die handwerker genau dort entledigt haben. ich frage mich nur, was da in dieser ecke wohl zu sehen sein mag.

sorgen mache ich mir aber vor allem um die tauben, die regelmäßig auf diesem balkon eingekehrt sind. wenn sie nicht gar ganz dort gewohnt haben. die werden sicherlich sämtliche umliegenden ausweichmöglichkeiten austesten, gnadenlos. und mein balkon wird ohne zweifel an einer der ersten stellen mit dabeisein. versucht hatten die viecher es ja schon. ganz zu anfang, bevor sie dann in und auf dem mittlerweile leergewordenen objekt gegenüber eine ruhige heimstatt gefunden haben. shit!

ich überlege, ob ich runtergehen soll, um den neuen nachbarn von all dem zu erzählen. von den balkonpissern und von der vorhandenen taubenpopulation. aus reiner gehäßigkeit. ;-)

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