gestern habe ich zum ersten mal im leben eine migräneaura erlebt. vielleicht auch zum zweiten mal, ich bin nicht sicher. denn das phänomen ist auf der falschen seite aufgetaucht, auf der migränefreien hälfte von mir. links in meinem gesichtsfeld flimmerte ein hübsch geschwungender regenbogen, zog sich bis in die mitte meines blickes. und blieb auch ohne blick, wenn ich die augen schloss. ungefähr eine halbe stunde lang. faszinierend. eine migräne folgte übrigens nicht, nur der übliche druck. und der hält an, bis jetzt. da kommt wohl noch was.
alle tage
bruchsekunden
das herz, dieser diffizile muskel, der so unermüdlich arbeitet, ein leben lang. der millionenmal schlägt und schlägt und schlägt, dazwischen ein wenig hüpft vielleicht. und doch jedesmal diese pause macht, die sich irgendwann dehnen wird. sekundenbruchteile, die sich auf ewig ausweiten werden. soviel ist gewiß.
nur deshalb ist alles, was von herzen kommt, für immer. weil es im jetzt lebt.
in meinem schlafzimmer wohnt neuerdings eine kleine spinne. eine von diesen hübschen, kompakten winzlingen. ein harmonischer und dabei überaus agiler fleck, mal hier und dann gleich wieder woanders. heute morgen krabbelte er auf meinem kopfkissen entlang, begrüßte mich und meinen tag. ich mag das, in diesem fall zumindest. es ist aber auch wirklich ein hübsches kleines ding.
vielleicht sollte ich jetzt nach wien gehen. oder nach england. ich habe eine große sehnsucht nach der tiefe und stille südenglands. berlin ist ja ohne zweifel eine oberflächliche stadt, die eher in die breite geht als in die tiefe. daß mir das jetzt erst auffällt.
aber natürlich kann ich mir nichts anderes leisten. einstweilen.
