am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

infomaterialermüdung

auf dem weg zu einer kundin eine geduckte ältere frau ins haus gelassen, die sich sofort an den briefkästen zu schaffen machte. schlimm, dachte ich. normalerweise verteilen hier nur jugendliche die werbepost, vorwiegend männliche. manchmal müßte ich diese darauf hinweisen, daß mein briefkasten eigentlich tabu ist. keine werbung, steht da, groß und deutlich. meistens lasse ich es aber. das lohnt nicht. ich werfe den mist einfach nur weg.

als ich heute wieder nach hause kam, hatte ich dann allerdings einen npd-flyer in der post. mit der frau hätte ich dann doch ganz gern ein paar takte geredet.

das war übrigens die einzige wahlwerbung, die ich bislang erhalten habe. der typ, der hier in neukölln für die extremrechten zur wahl steht, sieht auf den ersten blick wie ein rocker oder biker aus. lange blonde löckchen und einen schnäuzer hat er auf dem bild, und tatsächlich ist er schrauber von beruf. außerdem erlaubt er sich, sir peter ustinov zu zitieren. das ist widerlich.

infomaterial von anderen parteien hat mich bislang noch nicht erreicht. außer die angeforderten regierungs- und wahlprogramme natürlich, die liegen hier vor mir. möglicherweise werde ich auch noch daraus zitieren, vielleicht noch vor, womöglich aber auch nach der wahl. warum nicht? ansonsten herrscht seelige ruhe im elenden neukölln. und nicht nur hier, wie mir scheint. ganz generell fühlte ich mich regelrecht unbelästigt vom allgemeinen wahlzirkus diesmal. das gefällt mir.

außerdem habe ich ja auch schon gewählt.

abschied

heute sind er und sein pelziger bruder wieder abgereist. höchste zeit, ihn schnell noch ins blog zu pixeln. (er ist übrigens auch ein bißchen bräunlich, sieht man aber bei ihm durch die kurzen haare nicht so. und ohne sonne sowieso nicht.)

spitzfindigkeiten

oje, ich hatte auf der demo am samstag auch ein messer in der tasche. ein kleines schweizermesser mit einer genau 4cm langen dünnen klinge. das habe ich geschenkt bekommen, es ist original aus der schweiz importiert worden. und ich habe es seither so gut wie immer in der hosentasche. so bin ich, ich hatte schon mit 10 mein erstes messer. zum schnitzen und so. zum fahrradmantel auf- und schrauben anziehen, im notfall. taschenmesser sind werkzeuge. man kann damit flaschen öffnen, nägel feilen und fein säuberliuch briefe öffnen. am praktischsten ist aber der zahnstocher, der ebenfalls fast 4cm lang ist. aus plastik, aber ziemlich spitz. den benutze ich am meisten. außerdem hatte noch einen kugelschreiber (9,5cm) und eine kleine luftpumpe (22cm) dabei, ich war schließlich mit dem fahrrad da.

da hab ich wohl schwein gehabt, daß ich nicht auch zufällig verhaftet worden bin, mit all meinen spitzen gegenständen am körper und im rucksack.

ganz ehrlich, solche maßnahmen kenne ich aus dem knast. da wird auch immer nach waffen gesucht. doch da ist es möglicherweise berechtigt, denn da haben menschen andere menschen eingesperrt und müssen dementsprechend auf sie achten.

diese demo aber war frei und aus meiner sicht durch und durch friedlich. bis auf das was nun bei alios und in dem inzwischen auch tv-bekannten video sichtbar wird. und was sonst noch alles?

männer!

einer der beiden gastkater pinkelt im stehen. in der katzenklohütte zwar, aber voll gegen die wand. immer. meine lisa war da anders, die brauchte noch nicht einmal ein klo mit dach. auf dauer ist katzenstehpinkeln widerlich. machen das viele kater so?

my english mind

liege im bett und lese noch ein bißchen im internet. recherchiere über über totnes, weil da meine hauptfigur im nächsten kapitel hinfahren muß. ein paarmal war ich ja selbst da, aber das ist lange her. ich erinnere mich nicht mehr gut genug. nur eines, es ist ein absolutes kunst- und esonest, voller kleiner theater, spiritueller buchläden und naturkostgeschäften. inzwischen gibt es sogar eine lokale währung, der umwelt zuliebe. zirka 8000 einwohner hat das örtchen, so klein habe ich es nicht in erinnerung. aber es sind natürlich auch viele touristen dort, besonders im sommer. alles in allem ein ziemlich exklusives pflaster.

ach, dieses england, der süden vor allem, das ist mein sehnsuchtsland. immer noch. wenn das nur nicht so teuer wäre.

der kleine plastikpirat

gestern auf der demo hat mir die piratenpartei ein kleines stück plastik überreicht, auf dem geschrieben steht, daß kein widerstand zwecklos sei. das klingt ja im grunde ganz nett, obwohl mir natürlich schon vorher klar war, dass piraten keinesfalls borg sind.

vielleicht kann mir trotzdem mal wer erklären, was das ding sein soll. bitte!

was für ein schock. gestern habe ich noch sonnenbrille getragen und auf dem rad geschwitzt. heute trage ich statt dessen pulswärmer. und friere trotzdem.

keine angst

ja, ich war heute auch mal am potsdamer platz, bei der demo freiheit statt angst. ziemlich weit hinten, also da, wo grün und orange (und sogar gelb, muss ich gestehen) ein wenig durcheinandergemischt daherkamen. die stimmung war gut, trotz der anwesenden masse mensch. oder vielleicht gerade deswegen. die stimmung war auch friedlich und ruhig, das ganze eher so eine art verspätete loveparade. lovepirate, habe ich im nachhinein gehört. vor allem aber eine ziemliche latscherei, zum teil durch eher menschenleere gegenden berlins. ;-)

nur zum schluß, auf dem weg zu meinem fahrrad, da muß ich natürlich wieder zufällig mitten durch den tatsächlich anwesenden, aber winzigen schwarzen block latschen, während dieser gerade stunk sucht. gegen den strom. und gleich danach durch die selbstverständlich ebenfalls anwesende kampfeinheit, versteckt hinter dem gelbbewesteten antikonfliktteam. wo exakt derselbe stunk in der luft liegt. dabei ist auch noch mein schuhband offen, und der fahrradhelm steckt natürlich noch hinten im rucksack. habs aber überlebt. ;-)

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