hupen und hörner überall. blaulicht und leuchtraketen. ich wünsche eine gute nacht.
alle tage
guter witz
draußen vor der tür, an der türkischen straßenecke, hat sich die bildschirmgröße seit dem letzten spiel ungefähr verzehnfacht. man arbeitet jetzt mit einem beamer und einer tischoberfläche, dem halbfinale angemessen. die gruppe ist auch größer, sie hocken auf stühlen, bänken, getränkekisten und motorrollern. auch auf der straße. ist ja eh sonst nix los.

von anspannung keine spur. nur spannung, applaus und jubel überwiegen. auf beiden seitzen, die aber ohnehin da unten nicht auszumachen sind. alles durcheinander.
deutschland, sagt ein türke in der gruppe leise und aufmunternd nach dem ersten tor. für die türken, versteht sich. und erntet sanftes lachen. wird ein bißchen geschubst. ganz liebevoll, versteht sich.
die tägliche „11 Freunde täglich„-beilage des tagesspiegels geht langsam aber sicher auf die nerven. nicht, daß sie da ist, das ist okay. kann man ja gleich weglegen. aber dieser dämliche titel!
48 stunden
es ist soweit: kreuzkölln ist endgültig zu mir herangewachsen und in rufweite angekommen. (kreuzkölln, daß ich dieses wort überhaupt je ernsthaft benutzen würde. hätt ich auch nicht gedacht. und warum eigentlich nicht neuberg? fänd ich fast schöner.) das Ä, als bisheriger südlicher außenposten, liegt schon nur noch fünf minuten entfernt. jetzt hat vor ein paar wochen, zunächst verschämt hinter einem baugerüst versteckt, die galerie elm75 aufgemacht. eine galerie, das stelle man sich mal vor. hier.

und eben macht mich das ding im rahmen von 48 stunden neukölln lautstark auf sich aufmerksam. eine band hat sich draußen vor der galerietür auf eine robbe gequetscht und schrammelt sich die seele aus dem leib. die verstärker sind mies, der sound katastrophal. außerdem hält noch ein verärgerter nachbar mit seiner stereoanlage dagegen. übel.
die bilder von thomas notheisen hingegen haben durchaus etwas sehenswertes. soweit ich das beurteilen kann. kaum eine kunst ist mir so fremd wie malerei. (naja, vielleicht noch tanz, aber das gibt es ja hier bestimmt nicht. ;-) ganz besonders fein sind aber die hinzuarrangierten werke kleiner meister zwischen den ölbildern.
darüber hinaus empfiehlt die für den nächsten monat angekündigte installation 1-EURO-JOB*. scheint mir passend.
* ich seh grad, das ist eine blöde javaseite. man muß also selbst weiter auf die entprechende seite klicken, permalink find ich bei sowas nie. gibts das überhaupt? scheißkunstmurks.
fußballreportage
draußen sitzt ein kleines häufchen aufrechter im regen – unterm sonnenschirm – und harrt der dinge. deutschland führt (noch?) zwei zu null, und auch in basel gießt es inzwischen, wie es sich für diese em gehört. das spielfeld ist ein flickenteppich, der rasen ist seltsam gescheckt. ist man gar nicht gewöhnt, ist doch sonst immer alles so ordentlich quergestreift.
früher, ja früher, da haben wir auf jedem acker gespielt, egal ob rasen oder nicht. nur aschenplätze, die sind von übel. das gibt häßliche narben. aber heute, da hat doch jeder platz seine drainage. sogar der hier bei mir, am ende der straße, soll eine kriegen. sieht zumindest so aus, seit über einem jahr inzwischen. rundherum ausgehoben ist er, und das tor liegt irgendwo am seitenrand.
der rasen in bern soll ja nagelneu sein, heißt es gerade. komisch. der ist also ausgerollt worden, wie ein teppich. vor ein paar stunden vielleicht. komisch auch, daß die horde draußen an der straßenecke, immer ein bißchen anders jubelt, als es mir logisch erscheint. sehen wohl andere wiederholungen oder zeitlupensequenzen, pay-tv. schade.
bei mir kommen die samariter ins bild.
tor!
sehr seltsam. die täglichen public viewing events in der nachbarschaft werden von tag zu tag umfangreicher. vorgestern standen schon zwei biertische und vier bänke draußen, gestern sogar bis spät in die nacht. heute sitzt man schon seit zwei stunden draußen. mit fernseher. ich weiß auch nicht, was das zu bedeuten hat. vielleicht stimmt man sich ja mit gerichts- und cookingshows aufs kicken ein.

