am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

nix passiert

einiges erledigt heute, dafür mit dem rad herumgefahren. das ist immer noch ein spaß. und es wird noch mehr ein spaß sein, wenn erstmal frühling ist. davon bin ich überzeugt.

den schreibexzess der letzten woche erfolgreich (?) abgeschlossen und weitergereicht. das war das ziel, mehr liegt nicht in meiner hand. der rest ist schweigen.

das war gut.

doch die windigkeit dieser tage schlägt mir aufs gemüt. immer so ein sturm nach dem anderen, wie in wellen kommt das, fast ohne pause. (no pun intended.) da kommt mein denken nicht mit, es verweht sich, bevor ich es begriffen habe. das ist unangenehm, das will ich so nicht.

jetzt ist nacht. draußen scheppert das gerüst an dem haus schräg gegenüber, und die weiße folie, die auf dem dachstuhl angebracht ist, macht beim flattern einen mächtigen lärm. keine ahnung, ob ich dabei schlafen kann. immerhin war die feuerwehr schon da, hat die statik geprüft oder was auch immer. und die polizei hat den bürgersteig mit flatterband gesichert.

mir kann also nix passieren. (von wegen.)

müde sein, das ist gut. in kombination mit zufriedenheit erst recht, was wahrlich nicht selbstverständlich ist. das ist noch besser.

wenn ich hochsehe allerdings, dann schaue ich in einen neuen kalten krieg. nein, in einen alten, längst erkalteten. wer hätte das gedacht.

aber ja, man kann auch erfrieren in dieser welt.

das war ein überraschend lebendiger tag, verglichen mit dem gestrigen absturz durch überschreibung. oder was auch immer das war.

auf der arbeit auf eine batzen arbeit gestoßen, der in ein paar wochen oder so auf mich zukommt. nicht dass mir davon mal wer erzählt hätte. aber gut, ich hab es selbst entdeckt und gleich darauf hingewiesen, dass es deutlich schlimmer ist, als es auf den ersten blick aussieht. sehr viel mehr händisches herumsuchen, systematisch aber aufwändig. wurde dann auch schnell bestätigt, das insiderwissen in meinem bereich. da kam ich mir nach jahren dann doch mal wieder ein bisschen kompetent und zuständig vor.

zwischendrin die waschmaschine laufen lassen zu können, zum briefkasten zu gehen, eine eilige überweisung zu erledigen und all so zeugs, neben der arbeit sozusagen, das fängt dann doch, mir ein klein wenig zu gefallen. spontan das bett abzuziehen zum beispiel, dass ich jetz in einem frischen bett liege. das ist unschlagbar.

kein schreiben heute, logisch. ein bisschen texterfassung für das übersetzungsprojekt am abend, nach dem essen, gegen neun. sieht machbar aus, und es ist immer eine erleichterung, eine gewisse übersicht zu haben. genau die habe ich endlich wieder einmal.

ebenso von vorteil ist es, noch etwas von dieser scharfen kürbismöhrensuppe im tiefkühlfach zu haben. und mich rechtzeitig daran zu erinnern, dass ich das tiefkühlfach leeressen muss, weil der kühlschrank abgetaut werden muss. steht so auf der liste, mit höchster priorität.

nicht so gut ist es, wenn mir der werkzeugkasten kurz nach elf uhr nachts auf den flurboden scheppert. dabei wollte ich doch nur einen schraubendreher, um den klorollenhalter besser zu fixieren, mit neuen längere schrauben. sowas kann ich ja manchmal nicht lassen, wenn es mir schon auffällt. auch mitten in der nacht.

also lauter kleine freuden heute, wenn ich es recht betrachte. (bis auf das geschepper.)

#insight

irgendwo zwischen bauen und schreiben, dabei das haus heute nicht verlassen. die wohnung schon, zweimal war ich beim briefkasten. einmal für die zeitung, das andere mal für die post.

die schufa findet, ich sei kein großes risiko, aber es leben mehr als sieben parteien in dem haus, in dem ich wohne. das stimmt, beides. der optiker dankt für meinen brillenkauf und weist auf seinen stinknormalen service hin.

draußen hat die sonne geschienen.

vor ungefähr einem jahr gab es keine baumärkte, da war nix mit bauen. statt dessen habe ich diese holzpuzzle gemacht. und in der post waren hin und wieder postkarten mit durchhaltezusprüchen: bald ist impfung und nächstes jahr im sommer. dann tanzen wir und trinken wir, irgendwo mit sand zwischen den zehen.

das ist lange her, auch der sommer.

ich weiß, dass da draußen derzeit alles weitgehend normal ist. ich lese, wie manche menschen sich darüber aufregen. ich weiß, dass freunde ins kino gehen und zur arbeit und reisen planen. ich selbst geh da nicht mehr hin, nach draußen. es gibt kaum einen grund, aber ich bin eine der wenigen.

ich wollte nach leipzig, zur messe. ich hatte karten gekauft, schon vor wochen. obwohl ich nicht wusste, ob ich das hinkriegen würde. unter menschen sein, vielen fremden menschen. das werde ich nun nicht mehr herausfinden, aber das ist unwichtig.

es ist ein elend.

gut

die mischkalkulation meiner arbeitstage gelingt mir wieder besser, entsprechend entwickelt sich der schulterschmerz zurück. ein wenig zumindest. aber ich sollte es nicht beschreien, das rächt sich mitunter. ich bewege den kopf zu wenig, dehne die nackenmuskulatur kaum und vergesse auch das mit den augen. schließen und kneifen, ab und zu gießen. verdammt.

but first things first. vor dem wecker aufgewacht, dann ohne eile, aber doch recht bald aufgestanden. mit dem morgenkaffee noch einmal über das am wochenende sorgfältig durchgearbeitete kapitel gegangen. ein letztes mal, das ging tatsächlich zügig. alles gut geworden, weiter geht’s. aber erstmal zurück in den neuen text, aus dem ich jetzt für eine bewerbung einen auszug zusammenbauen muss.

das ist ein bisschen ein wahnsinn, so hin- und wieder zurückzuspringen zwischen zwei grundverschiedenen werken. oder aber ich bin jetzt wirklich ein absoluter schreibprofi, dass ich das auf mich nehme. und es wird gelingen, das weiß ich. es wird mich nur in die verzweiflung treiben und am ende elend erschöpft haben. das also morgen. und übermorgen. und am sonntag.

zurück zu heute: nach dem schreibtischschreiben erstmal ein bisschen mit holz gewerkelt. nein, eigentlich eine ziemlich heikle sache erledigt. zwei latten nur, festes buchenholz, für die neue befestigung des küchenregalbretts. die mussten an die wand geschraubt werden, mehr nicht. aber eben fest angeschraubt und das genau an das stück wand, an an dem schon kacheln kleben. also war präzises arbeiten angesagt, exaktes messen und bohren, ohne flüchtigkeitsfehler und auch das schicksal war gefragt. fünf schrauben, fünf löcher, und wäre nur eines davon daneben gegangen, es hätte alles nicht mehr funktioniert.

hat es aber. alles super, bombenfest und beinah exakt im wasser. ich kann auch das, wenn ich mich ein wenig zusammenreiße. morgen geht es weiter damit, hoffe ich. ich freu mich schon.

dann gleich wieder an den schreibtisch, die übersetzungsarbeit diesmal. nicht viel in dieser woche, die schreibarbeit geht vor. aber ganz vergessen will ich, besser darf ich das nicht schon wieder.

so gesehen: alles gut heute.

ein mensch

erst arbeit, der halbe tag, dann schnell zum baumarkt. wieder zu hause die mail meiner agentin nur kurz überflogen, weil zehn minuten später der physiothermin auf dem plan stand. wir reden über den frühling, die physiotherapeutin erzählt von den möven am wasser. dann schweigen wir, während meine rechte schulter gedehnt wird. danach einkaufen und wieder nach hause, an die übersetzung. ach nein, erst die mail richtig lesen.

zwischendrin stehe ich auf und sehe aus dem fenster. zwei autos stehen sich im gehege, dahinter warten weitere drei. sieht nicht nach unfall aus, eher nach streit. das vordere ist ein taxi, das steht im weg, das dahinter kann sich wohl nicht durchzwängen.

aber etwas stimmt nicht. der zweite wagen scheint in ein parkendes auto gefahren zu sein, ganz leicht nur, sicher nicht schlimm. dann kommt die polizei, der taxifahrer winkt sie heran. sie rennen. und zerren den fahrer aus dem wagen, legen den körper auf das kopfsteinpflaster, fangen an, auf den brustkorb zu drücken.

das geht so, bis die rettung eintrifft, wenig später der notarzt. es dauert, keine fünf minuten, aber es dauert. eine ewigkeit. da arbeiten dann zehn, fünfzehn personen, sicher vierzig minuten, permanente reanimation. dann hören sie auf.

von rechts höre ich den fußballplatz, da ist ein jubeln. vor mir sehe ich blaues und gelbes blinklicht, menschen in warnwesten, die ihre helme abnehmen.

ein toter mensch, zugedeckt, erst auf der straße, dann auf der trage. auf ihm liegen schläuche und beutel, eine hand noch ist zu sehen. ein letzter gruß, so lernen wir uns kennen.

ich gehe in die küche, kochen und essen, eine stunde vielleicht oder ein bisschen länger. als ich zurückkomme, noch einmal hinsehe, ist alles weg. auch die polizisten, die sich noch mit dem auto beschäftigen mussten. auch das auto ist verschwunden.

über die stelle scheppert ein mietroller, ganz normal. wo vor wenig mehr als einer stunde ein mensch gestorben ist.

von vorn

sehr müde. sehr nachdenklich und gereizt. ich weiß nicht, ob ich das noch weiter machen soll. an diesem manuskript arbeiten, immer und immer wieder, das doch keine*r will. oder dieses leben leben, das mir auf null gesetzt ist, als hätte es die vielen jahre und jahrzehnte nicht gegeben. die so viel kraft gekostet haben und mut, all die falschheiten und fehler zu tun.

das kann auch gut sein, alles. es geht nur eben noch einmal von vorn los. vielleicht.

#insight

um der erschöpfung nachzugeben, nur ein ganz klein wenig vielleicht, gibt es viel zu viel zu tun. zum glück. ich tue ja einfach weiter, was ansteht, ohne sinn und zweck. als wäre da noch ein plan und eine welt, in die hineinzufinden ich mich bemühe. so war das gedacht, wenn ich mich recht erinnere. es gab einen plan. oder auch nicht, was weiß ich. es ist zu lange her.

das schlimmste ist diese tonlosigkeit, die mich seit zwei jahren umgibt. schlimmer noch als die aussichtslosigkeit oder die fehlende sicherheit. unsicher ist sowieso immer alles. das kenne ich, wenn auch nicht (mehr) so konzentriert. aber das leben in einem weitgehend resonanzfreierm raum, frei von menschen und zukunft. nichts betrifft mich noch, was ich tue geschieht in ganz kleinen kreisen, die nichts tangieren.

aber was rede ich. ich will nicht mehr reden, dieses totstellen ist mir längst (wieder) alltag geworden. sollen andere ihre corona-lobby-arbeit leisten, gruppen gründen und forderungen stellen. wütend sein, meinetwegen. ich stehe da nicht im weg.

ich bin nicht mehr da, und ich komme auch nicht zurück. das leben, wie es jetzt ist, drückt mich in eine andere richtung. wie so viele, derzeit. (wissend oder unwissend? schon klar oder noch verklärt? auf jeden fall schweigend!)

ich kämpfe nicht, das ist okay.

nahtlos

so ein kleiner, gelungener tag heute.

erst im baumarkt gewesen, dafür mit der neuen sonnenbrille radgefahren. sehr schön. beim vinyllaminat den helm liegengelassen und nach einer ganzen weile problemlos wiedergefunden. ein lösung für das kantenproblem im bad gefunden, aber keinen neunen fahrradwandhaken. ausverkauft, schade.

zu hause die kantenlösung im bad erfolgreich umgesetzt, dabei die grundidee dergestalt erweitert, dass ich unbeding noch einmal in diesen baumarkt muss, der nicht mein stammbaumarkt ist. nachschub holen, und vielleicht gibt es ja dann auch wieder den passen fahrradhaken. beim werkzeugwegräumen festgestellt, das sich ein regalbrettträgerklotz nach zirka achtzehn jahren komplett gelöst hat. ohne dass dabei irgendetetwas zusammengebrochen wäre, immerhin, aber das musste natürlich auch schnell noch repariert werden. logisch.

am nachmittag dann nahtlos in die produktübersetzungsarbeit geflutscht, da war es noch hell. nur ein bisschen fleißkärtchen einheimsen (tasks) und das chaos lichten. oder zu lichten versuchen, wobei das recht hoffnungslos ist. immer taucht da irgendwo noch ein kleiner irrsinn auf, mit dem ich nicht gerechnet hätte. viel lust hatte ich nicht, hab das also abgebrochen. gerade noch rechtzeitig.

pause mit rückenschmerzprofilaxe im bad und anschließendem kopfsalat. ich hab ja neulich kopfsalat wiederentdeckt, den einzigen salat meiner kindheit. und ich mache ihn so, wie früher mit zitrone. und natürlich ganz anders, mit honig oder ahornsirup und graatapfelkernen dazu. und ohne zitrone.

am abend dann kurz gezweifelt. fast hätte ich die textüberarbeitungen auf morgen verschoben, das anstehende kapitel. schlimm wäre das nicht gewesen, das hätte ich mir durchaus verdient. aber was solls. es gibt nichts, es ist nichts. alles nur allein, die arbeit und das sein.

und schreiben ist da noch das schönste, trotz allem.

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