am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

unperfekt

heftigste schulterschmerzen, als würde unter meinem schulterblatt ein betonklotz wohnen. wenn ich den kopf in den nacken lege, dann stirbt mein rechter unterarm, meine hand. die physiotherapeutin hat mächtig an mir herumgezogen und -gedrückt. tatsächlich war der kopf danach ein wenig frei, ist er auch immer noch. aber die schulter, der brocken dort, das ist jetzt zum abend hin doch wieder überwältigend. zum glück sagt die erfahrung der letzten tage, dass ich das über die nacht zwar nicht weg- aber besserschlafen kann. also ganz ander als es in den letzten wochen und monaten war, wo ich am morgen vor schmerz aus dem bett gekrochen kam, um zügig in die bewegung zu kommen. bewegung hilft immerhin, hilft immer.

an den schreibtisch musste ich natürlich doch, vor und auch nach der physio, wie sowieso immer. verdammt! für das gemüt habe ich zwischendrin ein bisschen in der großen schraubenkiste gewühlt, ohne große hoffnung, um nach fünf weiten exemplaren der einen, absolut perfekten schraube für ein kleines küchenvorhaben zu suchen. was soll ich sagen? gefunden habe ich zwölf, dazu fünf gleiche, die aber kürzer sind und zweit weitere gleiche, nur noch kürzer. für den fall der fälle kann das überaus hilfreich sein, wie handwerksmenschen sicher wissen.

das ist wahrer überfluss, quasi echtes glück. der rest ist zu verschmerzen.

drei + dreißig

augenbrennen und koppings, fast den ganzen tag lang, auch jetzt noch. vom bürorechner auch heute noch zunächst einmal ausgeschlossen, bis ein workaround gefunden war. eine minimallösung zur übertragung eines einzigen bildschirms, der noch dazu minimal dargestellt war. klein und unscharf, vielleicht deshalb das brennen und pochen. wobei dann am nachmittag wieder alles funktioniert hat, zum glück. auch dann nicht so recht was geschafft, mehr gebastelt und gesucht. naja.

gerädert war ich aber doch.

so sehr, dass mir danach nichts mehr einfallen wollte. selbst der blick auf die liste brachte kein ergebnis. da gab es einfach kein to do, das sich erfolgreich streichen lassen wollte. oder doch, eines vielleicht. das konnte ich nicht mehr lesen, beim besten willen nicht. das habe ich dann von herzen gestrichen.

man muss nicht alles wissen.

zur erfrischung habe ich mir anschließend nur noch auf einer dieser internetseiten meine lebenserwartung ausrechnen lassen. lustige sache, mein normalgewicht und die dauerhafte nichtraucherei bringen mir ein bisschen extrazeit, während mein alleinleben mich jahre kostet. keine ahnung, was ich davon halten soll. das leben mit partner*in und kind*ern wiegt am besten, familie also, das wage ich ja zu bezweifeln. die (physische?) weiblichkeit wiederum bringt mich um einiges voran. für sport habe ich tango genommen, das gilt doch sicher. und beim alkohol habe ich die vor- bzw. nach-corona-dosis angegeben, nicht die aktuelle. dinge wie vorerkrankungen, gefährliche fahrzeuge oder die störkraft frühkindlicher lebenserfahrung wurden nicht abgefragt. ob das alles wirklich einen sinn ergibt? so?

egal, das ergebnis kann sich sehen lassen: ich habe noch sagenhafte dreiunddreißig jahre, quasi biblisch. kann also losgehen, jetzt, das letzte drittel.

out off office

sehr seltsamer arbeitstag heute, der vorwiegend abgeschnitten vom bürorechner stattfand. zum home office braucht es eine netzverbindung, was in den letzten zwei jahren weitgehend hervorragend funktioniert hat. auch heute war mein netz durchaus in ordnung, aber am anderen ende der stadt, wo meine arbeitsstätte sich befindet, da sah es wohl anders aus.

keine ahnung, warum. immer noch nicht.

das hat mir rhythmus und wochenplanung ziemlich in chaos gestürzt. andrerseits nee, sowas ist doch höhere gewalt. ich konnte nichts vorziehen, einfach so. ich kann auch nicht so recht was nachschieben, irgendwann ende der woche. es ist, wie es ist.

aber das nervt.

eins, zwei, drei, vier, fünf

erstens -> das hätte ich nicht gedacht, was für eine große freude ein richtig gutes fahrrad mir bereiten kann. immer noch, auch mitten im winter. im regen sogar, egal. die neue brille hat schließlich eine lotusschicht, die ist dann einfach hübsch symetrisch mit kleinen tropfen versehen. sehr dankbar bin ich über die handschuhe, richtige fahrradhandschuhe, die auch vor jahren schon gekauft habe. ich weiß gar nicht mehr, wieso. damals hab ich sie kaum je gebraucht. die regenstiefel hätte ich allerdings auch noch anziehen sollen oder andere wasserdichtere treter. ja.

zweitens -> von wegen neue brille. da sich bei der alltagsbrille soviel geändert hat, war ja schnell klar, dass auch die aktuelle bildschirmbrille nicht mehr lange tragbar sein würde. mit den fahrrad habe ich also heute die zweite neue brille geholt, die für den arbeitsplatz. und wie soll ich sagen: überwältigend, wie leicht sich sehen lässt, mit dem richtigen gerät. und arbeiten erst.

drittens -> arbeiten, das ist doch ohnehin eine richtige freue. damit verhält es sich ja seit zwei jahren ungefähr so: wenn ich immerzu am heimischen arbeitplatz hocke und schuffte, dann bleibt meine coronawarnapp (cwa) immer schön grün. dann brennen mir zwar die augen, auch mit der besten brille, und mein rücken verkrümmt sich vor schmerz. ich verlerne das sprechen, weil ich das nicht mehr muss, stunden-, tagelang. es gibt keine menschen mehr, hier, die waren erst sozial distanziert, jetzt sind sie verschwunden. so gut wie alle, auch ihre stimmen. doch das ist gut, natürlich, stimmen funktionieren mit aerosolen. glaube ich mich zu erinnern.

viertens -> so sterbe ich an arbeit, irgendwann, nicht an covid. das ist doch beruhigend. richtig cool vermutlich.

fünftens -> sonnenbrille auch, wo ich schonmal dabei war. kommt ja vielleicht doch nochmal ein sommer.

gut drauf

im brotberuf heute endlich die bestätigung: tatsächlich ist nun der schon erwähnte riesenbrocken, der schon seit letzten jahr auf mir lastete, einigermaßen bewältigt. noch lange nicht ganz gehoben, das scheint mir nahezu unerreichbar, aber doch gut genug verstanden, dass die angst davor nun endlich schwinden dürfte.

dann fliegender wechsel, erst zur physio, dann in den alltag, den haushalt. einkaufen, müll runter, gleich dreimal laufen, bisschen was sägen und schrauben, listen schreiben, bisschen was streichen auch von den listen.

zwei neue handtücher bestellt, seife und kugelschreiberminen. alles bei einem anbieter. was will man mehr.

licht aus

ein bisschen lernfähig bin ich dann doch. manchmal. heute zum beispiel ist mir endlich eingefallen, dass ich das blöde, blinkende ladelicht des akkustaubsaugers mit einem kleinen stück gaffa tape abdecken kann, damit es mir nicht mehr, wie im letzten halben jahr immerzu, ins schlafzimmer blinkt, jede nacht.

die ganze zeit hatte ich immer nur darüber nachgedacht, wo sonst ich das ding zum laden abstellen könnte, damit das licht mich nicht mehr stört. ohne dabei jedoch zu einem ergebnis zu kommen.

wie blöd ich doch bin. manchmal.

nerv

endlich der arzttermin, die augen. danach so hin- und hergerissen. alles gut, der augenhintergrund, der sehnerv und die hornhaut. der augendruck auch, aber das brennen das bleibt. dazu hatte er nichts zu sagen, der mann, der ein bisschen viel geredet hat. nur dass man blinzeln muss und auch die augen kneifen ab und zu, weil dadurch irgendwelche drüsen irgendwelche lösungen absondern, die dem tränenfilm die oberfläche erhalten. (oder so ähnlich. kann das stimmen?) der rest ist altersbedingt, ist bildschirmbedingt, rheumabedingt auch. da kann man nix machen.

aber noch eine neue brille, eine für den arbeitsplatz, die brauche ich. dringend, das steht fest.

der rest des tags war geprägt von leichtem dauerstolpern, niedergeschlagenheit und einer daraus resultierenden erschöpfung. keine ahnung, warum. immerhin hab ich letztendlich dann (eventuell) doch noch etwas gelöst gekriegt, was ich schon in der letzten woche dachte gelöst zu haben. war dann aber nicht so. himmel!

mancher scheiß ist aber auch echt nachhaltig. und jetzt hoffe ich auf morgen.

haltlos beglückt

wieder ein wochenende durchgearbeitet, diesemal mit einem guten rhythmus. schöne wechsel zwischen der einen und der anderen tätigkeit. wirklich gelungene übergänge, das eine abschließen und wegpacken, dann das andere hervorholen und loslegen. fließend, so hab ich das gern. mal sehen, wie lange sich das hält. ich drücke mir selbst die dauen, das wäre zu schön.

daneben gab es auf 3sat saltkrokan und bullerbü, eigenartige kindergeschichten von astrid lindgren. filme, in denen viel komisch gesungen wird, dämliche schlaflieder vor allem, und eher wenig frauen vorkommen. mädchen aber schon, wenn auch längst noch keine pippi und schon gar keine ronja. danach war mir aber sowieso nicht. die musik dagegen hat mich zurückversetzt, sicher an die fünfzig jahre. ein akkordeon, das war auch eigenartig.

und dann, während die welt da draußen langsam aber sicher durchzudrehen beginnt, so viele in einer reichweite und jedes auf eine andere art, dennoch irgendwie gleichzeitig. jetzt. da stelle ich fest, dass ich auf einmal ganz ruhig werde, beinah zufrieden. ein hauch von glück, immer wieder mal zwischendurch, das ist eine überraschung, aber was soll man tun, wenn man nichts mehr tun kann. der kampf, den ich vor nunmehr fast zwei jahren noch gekämpft habe, verzeifelt fast. das bemühen, mir mein leben in der welt irgendwie zu erhalten, trotz allem. der ist lange verloren. und auf einmal ist es mir egal, was ich werde, was ich bin. es ist vorbei.

jetzt schaue ich also, aus meiner wohnung heraus oder ins internet, wie menschen daran verzweifeln, dass es keine sicherheit gibt im leben. dass regeln keine rolle spielen, sowieso keinen bestand haben und auf menschen kein verlass ist. jetzt wissen sie also, denke ich, wo ich herkomme. sie erleben es selbst, das bodenlose, das nichts. haltlos, wie ich aufgewachsen bin.

dann wird mir klar, fast im selben moment: nein, das werden sie nie. es wird sein, wie immer, danach. für mich unerreichbar. und das ist gut, ich bin einverstanden.

wie ich auch meiner sterblichkeit verbunden bin, auf ewig.

dreierlei

heute waren die fensterbauer zum zweiten mal da, um sich zum zweiten mal um das festsitzende oberlicht der balkontür zu kümmern. das hat nun schon zum zweiten mal nicht geklappt. das fenster macht sich einen spaß und sitzt nach ein paar stunden wieder bombenfest. zum zweiten mal jetzt, also werde ich da gleich morgen noch einmal anrufen dürfen. auch zum zweiten mal.

vor und nach dem besuch der fensterbauer habe ich viel von dem übersetzt, was ich gestern recht akribisch vorbereitet habe. das lief ganz gut, flott vor allen, nach dem SEO-scheiß der letzten wochen, wenn nicht monaten. diese verdammten satzfragmente und das ständige buchstabenzählen, das war ein einziges elend. natürlich habe ich jetzt, wo es wieder um fließtext geht, gleich wieder ein paar fehler in den vorlagen entdeckt. das ist im grunde völlig normal, übersetzen ist eben auch qualitätsmanagement. immer.

zuletzt dann noch in den text, das anstehende kapitel hatte ich ja ebenfalls gestern schon zur überarbeitung aufbereitet. das war ein ausgezeichneter wiedereinstieg, es lief einfach, fast wie von selbst. (viel gekürzt, da stand aber auch mächtig viel geschmadder. himmel! aber dazu ein andermal.)

und draußen ist schnee, aber das ist mir jetzt zuviel.

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