am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

wunder

das schreiben läuft, ich bin zufrieden. gestern das durcheinander noch einigermaßen gut auf den boden gebracht, um heute in ruhe zur arbeit gehen zu können. vor donnerstag komme ich nicht dazu, die datei auch nur zu öffnen. das ist zu lang, aber da hilft nichts. es ist so.

wirkliche ruhe gibt es ohnehin nicht. mein leben ist irgendwo, ich weiß nicht wo. außerhalb. ich vermisse nichts, ich suche nicht danach. ich wundere mich nur.

nein, nicht einmal das. nur die haut wird immer dünner. ich atme ein und dann nicht aus. nie. seltsam, ich hätte gedacht, das es genau anders herum sein sollte. das schreiben.

aber das stimmt nicht.

etwas sammelt sich in mir, bis zur übelkeit, bis zum überlaufen, irgendwann. ich bin gespannt. jeder atemzug ist erinnerung, die langsam in die tiefe sinkt.

doch das ist immer, nie anders.

schreibzeiten, generell

schreiben ist wie das absteigen in erdhöhlen, lange tauchgänge in dunkle tiefen für lange zeit. immer und immer wieder. ich weiß nicht, was ich tue. über jahre. ich bin nicht mehr ich, und am ende war ich es nie. wenn ich dann den ausgang gefunden haben werde. falls ich jemals einen finde.

nein, einen ausgang muss es geben. notfalls sprenge ich mir einen, aber das muss nicht sein. hoffe ich. wenn ich all die zeit niemals auch nur einen meter gegraben habe, stattdessen nur den läufen gefolgt bin, den unterirdischen pfaden. alles ist da, immer. es ist etwas da unten. es kann nicht anders sein. dann darf es am ende keine gewalt geben. dann muss da auch ein weg, der nach draußen führt, nach oben. wie sonst?

die wege. es sind so viele. möglichkeiten. ich atme schwer an dem, was ich nie betreten werden. ich spüre es in mir. ich trage es, all das, was im dunkel bleibt.

menschen aber leben über tage, im licht. auch ich kann nicht ewig bleiben und schürfen nach dem grund von allem. es dann auch noch sagen wollen, es schreiben.

es ist so wenig, was bleibt. fast alles ist schweigen.

cream teas

ich vergesse zu erzählen, dass es in meinem neuen stammcafé scones gibt. die besten, die ich außerhalb von england jemals bekommen habe. sie wissen dort auch, dass man dazu rote marmelade reicht, nehmen aber himbeer. clotted cream gibt es natürlich nicht. so gut wie nirgends in deutschland, soweit ich weiß. also nehmen sie butter, das kommt ganz gut. wenn der scone gut ist. und das ist er.

ich trinke dazu kaffee, einen galao. das ist falsch, völlig falsch. aber das ist okay.

ich vergesse den alltag, der auch noch da ist. wenn auch kaum. das waschen, kochen, arbeiten, einkaufen, müll aus der wohnung tragen. von tango ganz zu schweigen. ich vergesse das, weil es sich in die ecken drückt. in die zwischenräume des textes, der sonstigen arbeit und des alltags. da ist nicht viel platz, derzeit. und fast gar keiner, darüber auch noch zu berichten.

im café war ich nicht an diesem wochenende. zuletzt am donnerstag, nach dem friseur. das war dringend, beides. neben dem einundzwanzigsten kapitel, das am freitag anstand, habe ich nur an den aktuellen übersetzungem gearbeitet. und heute dann fertiggestellt. viel mehr war nicht. vielleicht nicht möglich, vielleicht nicht nötig. viel herumgesessen habe ich, untätig, nur im hirn aktiv. diese und jenes sortiert. noch nicht geplant, nur die absichten geklärt. und grob ein wenig material zusammengestellt.

keine ahnung! alles nicht spruchreif, vielleicht vergebens. sowieso.

gestern und heute lag ich lange nach dem aufwachen noch im bett. ob das eine gute oder schlechte idee war, auch das weiß ich nicht. ich kriege kopfschmerzen, wenn ich zu lange herumliege. gestern und vorgestern hielten die den ganzen tag. also eher nicht. aber immer dieses aufspringen und losrennen, das steht mir auf dauer auch nicht.

heute nach dem aufstehen dann gleich aufs rad. das ging, oh wunder, ziemlich fix und ganz ohne arschprobleme. vielleicht kann ich den tollen brooks-sattel auf dem rennrad also doch behalten. das nur als privatesten alltagsmoment, viel mehr ist eben nicht. alles nur für mich.

schreibzeit (36)

schreibzeit ist schmerzzeit, immer mehr. zum ende hin ist die freude und lust am geschehen getrübt vom ständigen sitzen, acht bis zehn stunden jeden tag. na gut, darin eingerechnet sind natürlich auch die anderen arbeitsstunden, die ich ebenfalls vor zwei bis drei bildschirmen verbringe. alles in allem ist es irgendwann nur eines: hart!

vielleicht zähle ich auch deshalb derart die seiten, inzwischen fast nur noch. obwohl das etwas ist, das ich von anfang an tue. es hilft für den überblick, die planung, die umsetzung. aber momentan geht kaum noch etwas anderes. und ich nehme die zeit hinzu, die tage. wenn ich könnte, würde ich auch die zählen. das funktioniert aber nicht, noch nicht. genau wie die seiten, im grunde. nie.

also: ostern soll erstmal schluss sein mit schreibzeit. pause, weil das manuskript bis dahin erstfassungsfertig und abgabebereit sein soll. auf jeden fall.

also ostern ist frei! das ist beschlossen.

heute, morgen

gegen neun aufgewacht und dann doch spät, richtig spät aufgestanden. jetzt kaffee und kopfschmerzen. draußen sind zwölf grad, sagt mein telefon. es ist februar, gerade eben erst.

ich kenne diese welt nicht. ob ich sie morgen wiedererkenne. und mich selbst, darin.

nicht unerhebliche rückenschmerzen, alle zwei oder drei tage. morgens geht es einigermaßen, doch im laufe des tages wird es schwer. nicht so schwer, dass ich mit medikamenten darauf hätte schießen müssen. bislang nicht. dennoch ist es unangenehm. es drückt mich nieder, raubt mir kraft und konzentration. das ist nicht gut.

das kriecht mir aus dem kopf, dem kiefer, der spannung. der anspannung im nacken, im kreuz, im leben.

die datenschutzberaterin (DSGVO – das muss ich ja doch irgendwann lernen!) habe ich dennoch aufgesucht, kriechend und humpelnd. (war ich nicht gestern noch tango tanzen, mit eben diesem körper?) aber ich hatte ja einen fixen termin, wenn auch keine lust dazu.

und es war gut, dort gewesen zu sein. ausgesprochen informativ und aufschlussreich. ich habe mehr zu tun, als ich dachte. einerseits. es scheint aber nicht allzu schwer zu sein, nur aufwändig. doch es gibt tips und tricks und generatoren.

es wird also werden, irgendwann. nach ostern, nach dem manuskipt. aber dann muss es.

ganz nebenbei: in diesem zustand von schmerz und unbeweglichkeit, in dem mir unendlich alt vorkam, wurde ich tatsächlich auf vierzig geschätzt. kaum zu glauben eigentlich. etwa zehn jahre weniger, das kenne ich ja. das verstehe ich auch. das weiß ich, dazu stehe ich. früher waren es auch mal mehr, bis zu zwölf. aber das ist eine weile her. das kann nicht, das geht nicht. unmöglich.

jetzt also fast siebzehn. das ist ist unrealistisch. also wirklich.

ich gehe nach hause und schaue mich im spiegel an. meine haut vor allem, an der es liegen soll. so wurde mir gesagt. tatsächlich habe ich wenig falten bislang. ein feines netz, wenn man genau hinsieht. mehr nicht, aber das immerhin. zum glück, denn ich liebe falten. immer wollte ich falten, schon als kind habe ich dafür geübt. auch vor dem spiegel.

ps: gut, vielleicht sollte ich dennoch irgendwann mal bald mit ein bisschen hautpflege beginnen. hab ich ja bis jetzt noch nie. dann mache ich in weiteren zehn jahren vielleicht zwanzig jahre wett. wer weiß? (besonders schön wäre natürlich, ich könnte dann auch noch laufen wie zwanzig jahre jünger.)

derzeit

eine rasante woche war das, inklusive wochenende. und das wenigste davon war schreiben, vieles allerdings irgendwo im umfeld. besonders das barcamp-wochenende zum thema schreibkursleitung. diese sparte meiner kompetenz will ja absehbar belebt sein, und dafür ist ein wenig vorbereitung und pflege durchaus angesagt.

war gut.

die nächste woche wird noch enger. da ist nahtlos arbeiten, ein bisschen möbelrestauration, tango, schreibgruppe, handwerker in der bude und datenschutzberatung angesagt, bis einschließlich freitag geht das. und es fehlen im grunde noch friseur (seit langem schon dringend!) und andere (nicht weniger dringend!) besorgungen.

danach dann wieder schreiben, denke ich. hoffe ich.

dieses leben ist ein wahnsinn, derzeit. ich komme kaum mit, bin aber ohnehin fast ausschließlich in meinem roman beheimatet. so geht es natürlich nicht, auf dauer. so geht es noch nicht einmal im alltag. trotzdem.

so ist es.

schreibzeit (35)

auch zu hause ist schreibzeit. alles scheint schreibzeit ab jetzt, es gibt kaum noch etwas anderes. ein bisschen tango, ein bisschen bauen. aber nicht wirklich, auch dafür bleibt keine zeit und kein nerv. gestern habe ich mich erst vermessen, dann versägt und es anschließend fast nicht gemerkt.

nicht gut. ich will weiter, ich will fertig. dann erst kommt das bauen. obwohl hier und da ein halbfertig umgetextes stück möbel nervt. also mal sehen.

im schreiben geht es mir gut. so gut, dass ich mich ein wenig auch fürchte, wenn es dann vorbei sein wird. das schreiben, fürs erste. das ist bald schon, nur ein paar woche noch. mehr nicht.

das wiederspricht sich, alles. oder auch nicht. ich weiß nicht. das ist die logik des schreibens.

space

nach zwei nächten heizungsterror ist es jetzt still in der wohnung. alles wieder gut, selbst das normale heizkörperrauschen bei bestimmten thermostatstellungen scheint leiser geworden zu sein. ich hoffe sehr, dass es so bleibt.

wirkliche stille gibt es hier natürlich nicht, hier ist berlin. allein die vielen menschen in der nähe, selbst wenn es nacht ist und die meisten tatsächlich still. aktuell sind im haus gegenüber noch sieben fenster erleuchtet. und ein tannenbaum, wenn ich das richtig sehe. in postdam hatte ich eine einzige wohnung gegenüber, die allerdings viel näher. das kann auf dauer auch danebengehen, ich weiß. vor allem, wenn es nicht passt.

aber diese stille. mir fehlt die stille dort und das alleinsein. als wäre mehr platz um mich, mehr raum für konzentration. weil es weniger menschen gibt?

nein, wohl eher, weil ich dort nicht lebe, weil dort kein alltag ist. keine freelanceübersetzungen, keine arbeitswege, keine tangostunden, keine arztbesuche. alles das.

ich weiß nicht was ist und wo ich bin, ich bin zwischen allem. derzeit, mehr denn je.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner