am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

heute weniger organisiert. macht aber nichts, nach acht stunden arbeit mit latenten hinterkopfschmerzen. nein, wirklich nicht.

zurück zu hause war alles müdigkeit und schmerz. und ein ziemlich zielloses rumgewusel, bei dem am ende doch irgendwie doch ein bisschen was rumgekommen ist. unwichtiges zeug, glaube ich. dann auf einmal: schluss mit lustig. sudden death!

die eine email hätte ich allerdings durchaus auch noch schreiben können, vielleicht sogar sollen. morgen fällt mir wieder nichts ein.

ebenso die passagen im roman, die heute im büro auf mich zukamen. noch nichts ausformuliertes, nur grundstoff, emotional angereichert. also umso schwerer zu fassen, zu halten. doch das ist erledigt. so wie es ist, als grundstoff. unausgereift.

immerhin.

gestern morgen ging ein wenig wind durch mein zimmer und wehte mir im schlaf den nacken kühl. das ist eher selten. doch es war kein traum, es war echt. es war mutig, mit dem gesicht im kissen, den darin verborgenen tränen.

der tag dann war arbeit und literatur. letzteres vorwiegend im tv und im radio. passivliteratur, gedruckt, gelesen und kritisiert. selbst habe ich dann gar nicht geschrieben.

ich war brav, stattdessen, habe langweiliges zeug übersetzt und zuletzt die zugehörige arbeitszeit notiert. der rest war kleinzeug und ein wenig haushalt, so ist alles nötige geschafft. auch zwei oder drei heikle punkte, die ich bereits ein wenig geschoben hatte. abgetragen.

jetzt nur noch bloggen, obwohl ich nicht so recht weiß, was. ist ja auch viel zu spät.

die nächste woche ist voll, bis zum rand. jeder tag für sich, bis zum wochenende. da muss ich dann wohl wieder übersetzen und zwar flott. anschließend geht es dann ja: ab in den süden! (münchen, klagenfurt, wien.)

ich bin unlustig, ich weiß. ich bin eine schlechte reisende. ich bin lieber zu hause. aber im moment bin ich nirgendwo gern.

in mir klingt es nicht so langweilig, wie es sich hier vermutlich liest. aber mehr ist gerade nicht.

zeugs

kein neues kapitel angefangen, nicht am roman geschrieben*. gestern nicht und heute nicht. stattdessen zeugs erledigt. arztzeugs vor allem, das hört einfach nicht auf.

gestern mit der exfrau getroffen. das erste mal seit wochen und boot gefahren, das war seltsam. zwischen warten und erwarten, schuld oder schuldgefühlen und erfahrung. ein bisschen reden, ein bisschen schweigen. alles ein bisschen schräg. ziemlich traurig auch, im nachhinein. die vielen missverständnisse, eines nach dem anderen. zeigt sich und keines lässt sich noch lösen.

zu spät eben. zu traurig auch jetzt.

heute stundenlang im schlafzeugs am schreibtisch gesessen und gearbeitet, endlich wieder mal. ordung in das übersetzerzeugs gebracht, das ich seit wochen zugunsten des romans vor mir herschiebe. jetzt blicke ich durch, so einigermaßen, kann einen plan machen. geld verdienen. spaß macht das aber nicht.

* ein bisschen natürlich doch am roman geschrieben. hier und da ein wort und den abschluss des nächsten kapitels. ein ganzer satz.

kapitel

wenig menschen heute. ein mal blut „spenden“, ein mal kopf „waschen“, der rest war so gut wie leer. ich bin leer, was ich als gewinn werte. gerade jetzt.

tief einatmen vor dem nächsten kapitel. dann ausatmen und nie wieder ein. so soll es eben.

alles offen

dieses wetter macht mich nicht wirklich müde, es macht mich welk, irgendwie.

die klebrige hitze im büro, zwischen ventilator und eisfach, in dem kaum noch speiseeis zu finden ist. motorradwetter ist das auch nicht, entgegen allen annahmen, nein. es ist viel zu heiß. jede fahrt wie ein saunagang. am abend der regen, oder auch die ganze nacht, der abkühlung und bewegung in die luft bringt. wie aus kübeln, mit blitzen und donner und anderenorts auch viel ärger. zugegeben.

ich lese von der empfehlung, türen und fenster zu schließen. doch ich reiße sie auf, alle. um der frische willen, der klarheit, die folgt.

und am tag darauf dann alles wieder von vorn. ja, das ist gut! das kann man machen.

tango adé?

darüber nachgedacht habe ich immer wieder mal, meistens hatte es finanzielle gründe. tango muss nicht teuer sein, aber der unterricht kostet nun mal. und er kostet zu recht. nur ein einziges mal habe ich deswegen wirklich pausieren müssen, mit einer deutlichen betonung auf pausieren. etwas anderes kam mir gar nicht in den sinn. damals.

jetzt ist es anders. bereits im zweiten halbjahr 2018 wandelte sich mein tango von kontinuiertlich zu durchlässig bis löchrig. ich weiß nicht warum, zeitenge vielleicht. das schreiben und der rest der welt. aber auch eine gewisse unlust. in diesem jahr kam dann die physische unfähigkeit hinzu. alles, was sich mir jemals zuvor schmerzhaft in den weg gestellt hat, war nichts dagegen. ohne aufrechten kopf, ohne beweglichkeit im nacken, ohne stabile schultern, ohne starke arme gibt es keinen tango. keine möglichkeit, definitiv. das habe ich erfahren, von woche zu woche über monate hinweg.

inzwischen geht es besser, so ziemlich alles. ganz okay zumindest. beinah schon könnte ich wieder menschlich sein, und werde es womöglich wirklich. es ist durchaus absehbar.

geblieben ist die unlust, die angst.

tango ist tief verbunden mit menschen, mit begegnung, mit berührung sogar, das ist unumgänglich. daran ist nicht zu rütteln, oder nur wenig, sehr wenig. genau das ist es auch, was die meisten menschen schätzen. im tanz generell, aber mehr noch, viel mehr im tango. die nähe, die umarmung, das wagnis, der moment.

mir war das immer das schwerste, ich bin ein tangofeigling.

nur um der musik willen. wegen der möglichkeit zur interpretation derselben, jetzt und hier und immer, wegen der schönheit auch. nur deshalb würde ich bleiben wollen. das mit den menschen, lernen vielleicht. obwohl die hoffnung, so wenig sie immer schon war, beinah völlig geschwunden ist. mittlerweile.

also eher kein tango. nicht mehr, auf lange sicht.

hope less

ich bin keine gute reisende, feiern ist auch nicht so mein ding. beides wird jedoch von den meisten menschen gern getan, habe ich den eindruck, und dementsprechend hoch gehalten. das allein macht mich schon zum alien.

die kleine feier gestern war dennoch richtig nett, dem anlass mehr als angemessen. klammheimlich wurde natürlich meine verlassenheit zelebriert, von mir sowieso. und auch die anwesenden gäste schienen dem thema nicht abgeneigt, der eine oder andere flotte trinkspruch zum beispiel sprach durchaus dafür. und zwang mir ein fettes grinsen ins gesicht. ebenso die blicke, wenn ich mich nicht arg getäuscht habe. obwohl diese nicht so sehr zum grinsen waren.

meine jährliche alterung und der vor einiger zeit bereits unterzeichnete agenturvertrag sind dabei im wesentlichen ebenfalls abgefeiert worden. es gab sogar ein klein wenig applaus, wenn ich mich recht erinnere. zu mehr reichte die kraft nicht, meine kraft. es gab also weder musik, noch eine*n dj und auch keine vorabexklusivlesung. obwohl das eine nette idee war.

nein, das war anders, das ist lange her.

am ende ist dann doch alles wie immer. wenn alle gegangen sind, ist meine verlassenheit grenzenlos. wenn niemand bleibt bis ganz zum schluss, wenn es endlich echt wird und wahr. aber ich habe keine ahnung. ich bin eine schlechte feiernde. niemand sollte da auf mich hören, ausgerechnet.

ich stehe allein, das ist nicht neu. ich bleibe allein, und kein mensch wird daran jemals etwas ändern. ich denke, ich bin so gemeint.

ich denke, ich lasse das jetzt einfach mal so.

#metoo today

heute erstmal bei der osteopathin gewesen, dann die halbe wohnung geputzt, dabei drei rechner geupdatet und dazwischen, beim einkaufen, überraschend nach jahrezehnten mal wieder ein #metoo-ereignis absolviert.

die leergutautomaten unten in den neukölln arcaden stehen in einem großen nebenraum. da stehe auch ich und ärgere mich, dass meine maschine in exakt dem moment den dienst quittiert hat, als ich meine quitting haben möchte. der typ mit dem bart am automaten daneben fängt daraufhin an, von weitem auf mich einzureden. was ich weitgehend ignoriere, zum supermarkteingang gehe und um behebung des dilemmas bitte. was mir auch sofort zugesagt wird.

ich gehe also zurück in den nebenraum, um dort zu warten. der typ quasselt immer noch auf mich ein, während er gleichzeitig mit einem flaschen geschäftigt ist. ich begreife, dass er mich zu beraten versucht, was denn nun zu tun sei. ich gebe ihm zu verstehen, dass alles geregelt ist. was er offensichtlich nicht begreift, denn er redet weiter. ich winke – ahnungslos – ab.

plötzlich steht er dann neben mir, eine hand auf meinem rücken, der ich mich zunächst einmal zügig entziehen muss. noch einmal erkläre ich, leicht genervt und immer noch ahnungslos, dass es nichts mehr zu tun gibt, nur noch warten. daraufhin möchte der mann plötzlich bier trinken oder kaffee, was ich – überrascht – verneine. keine zeit, sage ich auf seine prompte nachfrage. statt kein interesse, keine lust. oder überhaupt einfach noch einmal: nein!

soweit, so seltsam.

dann fällt dem kerl der blick nach unten und wieder hoch und gleich wieder runter. ich begreife, dass er meinen körper taxiert, die müden alten knochen. jung ist der typ allerdings auch nicht, sein bart ist weiß, mehr will ich gar nicht wissen. seiner mit einem mal grunzenden artikulation, seiner „anerkennend“ murmelnden stimme entnehme ich – endlich – worauf er eigentlich aus ist.

lass! es! sein! zische ich und meine seinen blick, durch mein männerhemd, das t-shirt und was weiß ich noch alles. seinen plötzlichen absturz in richtung: ficken!

ich gehe auf ihn zu. anders geht es nicht. nicht mehr rückwärts in diesem moment. außerdem, raus aus dem nebenraum, richtung hauptgang. so ist der plan. oder ist es zufall?

zeitgleich kommt der supermarktangestelle, um sich um meine pfandangelegenheit zu kümmern. zwischen den automaten kommt er heraus, also quasi aus der wand. arschloch! sage ich noch. und muss dann dem pfandmann erklären, dass er natürlich nicht gemeint ist.

summer in the city

seit sonntag ist es heiß, zu heiß. es ist sommer. tagsüber kocht mein hirn, das hilft nicht gerade bei der arbeit. welche auch immer. nachts schwitze ich in der schwüle, egal wie ich mich kleide, lagere oder wie weit ich alle fenster öffne.

eigentlich mag ich ja den sommer, aber doch nicht immer gleich so. heiß! die hände sind geschwollen, der blutdruck im keller, für meine verhältnisse. also ausnahmweise mal im unteren optimalen bereich. spät am nachmittag meist haut es mich hin, und ich schlafe wie ein stein. nackt und unansehnlich, wie es eben ist mit bald sechzig, alt und krank. danach bin ich dementsprechend verwirrt. ist es jetzt schon morgen? oder abend? und wer bin ich eigentlich?

jetzt geht gerade ein wetter draußen. der regen kühlt alles runter, wie es sich gehört.

so ist gut.

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