am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

engl macgyver

und dann schnell mal gegoogelt, wie man rollen von rollkoffern reparieren könnte. kann man nicht. man kann sie nur tauschen, wenn sie geschraubt sind. koffer mit genieteten rollen sind schrott, da geht nix.

meiner hat verschraubte rollen, zum glück. jetzt hab ich heute nacht zwar keine neue rolle zur hand, aber weil der koffer vier rollen hat, konnte ich strategisch tauschen, damit er sich wenigstens wieder vernünftig ziehen lässt. bis berlin wird es so wohl gehen.

mit dem winzigen schweizer messer hab ich das übrigens gedreht. geht doch!

heiterer

was denkt sich die bahn dabei, ausgerechnet den von mir gebuchten zug auffallen zu lassen. ersatzlos gestrichen, einfach so? (naja, nicht einfach so, es gab schon einen grund. der zug ist halt kaputtgegangen, so die mitteilung.)

insgesamt war das heute dann schon eine ganz gehörige anstrengung, mehr als die doppelte zeit unterwegs gewesen zu sein. und gleich zu anfang die warterei. ich weiß, es gibt viele züge nach münchen, aber ich habe sicher drei oder vier ausgelassen, die schon als überfüllt vorangekündigt waren. mein gepäck zu bewältigen, war ohnehin anstrengend mit nur einer hand, einem arm. ich sehe dabei vermutlich unbeholfen aus, wenn nicht trottelig. ich bin langsam und übertreibe alles immer ein bißchen. damit niemand ernsthaft glauben kann, ich wäre wirklich so. wobei das vermutlich ein trugschluss ist. sicher sehe ich aus wie eine weißhaarige alte, körperlich eingeschränkt, was ja durchaus stimmt, aber dafür in turnschuhen. kenne ich doch, sehe ich doch selber, solche leute.

das rechte handgelenk hat die linke symptomatik im laufe des tages übrigens zunehmend übernommen. jetzt ist sie ganz dort und pocht, während die linke sich weitgehend beruhigt hat. also ein deutliches rheumaspiel, das da stattfindet. auch das ist anstrengend.

eine gesamtanstrengung, die sich jetzt gerade deutlich niederschlägt. in mir schlägt sie sich nieder, und schlägt mich nieder.

zu allem überfluss hatte ich genug zeit, um mich über mich selbst zu ärgern. warum bin ich nicht gestern schon, also am montag, nach münchen? ich hätte mir viel hetze und verumutlich auch den heutigen ärger erspart. ich hätte einen tag in münchen gehabt, und ich hätte die kaltmamsell noch angetroffen. wobei herr kaltmamsell aka herr rau mich auch ganz hervorregend versorgt hat, mit handtüchern, risotto und drei verschiedenen schokoladen. warum? ich weiß, ich wollte urlaubstage sparen, für den august im westen, zusammen mit der exfrau. aber das hätte ich ändern können, schon längst. mein kleines festangestellendasein hat für dieses jahr noch massig ulaub übrig, fast zwei drittel.

die weisheit des alters ist das alles nicht gerade.

heiter

was denkt sich dieser körper dabei, dass mich am ersten reisetag mit einem schmerzhaft pochendem linken handgelenk aufwachen lässt? bis in die schulter bin ich unbelastbar. die rechte seite behagt mir auch nicht recht. gestern saß ich noch den ganzen tag im büro am pc, danach auf der kawa. das kann ja heiter werden, unterwegs.

was denkt er sich, dieser körper!

zum glück ist der koffer recht leer, aufgrund meiner packkonsequenz, der rucksack auch. kaum papier, das kommt dann eh, in klagenfurt.

gleich stolpere ich also zum südkreuz, in den zug nach münchen, in dem ich mich so oft mit der exfrau getroffen habe, auf dem weg nach leipzig, dresden oder eben münchen. allein.

aber erst höre ich noch im radio über das sterben vor der zeit und den umgang damit. passt.

pack

immer dasselbe. ich versuche ein wenig ordung und struktur in die zusammenstellung von sachen zu bringen, die ich in den koffer packen sollte. weniger ist mehr, besonders diesmal, wo ich einige stationen zusätzlich zu bewältigen habe.

schlechte reisende, die ich bin. aber wien! nach klagenfurt geht es nach wien! das ist es doch wert.

und dann fange ich auf einmal an zu sortieren und aufzuräumen und auszumisten. hier in meiner wohnung, nicht in meinem koffer. weil das kleine desaster ja doch immer nur das abbild des großen desasters ist.

lindenblues

alles voller linden in berlin, ich reagiere darauf. eindeutig. ich atme schlecht, nachts werde ich wach von meinem röcheln. am morgen sind alle höhlen meines schädels voll, verlebt mit irgendwas. irgendein hno meinte ja vor nicht allzulanger zeit, es wären pilzsporen, die mir so zusetzten. also schimmel, denke ich mal.

aber ich weiß nicht recht. schimmel verbinde ich mit feuchtigkeit, nicht mit trockenheit und hitze. andererseits: die sich zersetzenden blätter, die staubige erde, der wind, der das alles aufbläht? sollte ich etwa sämtliche pflanzen aus meinem radius entfernen? vorsichtshalber. ich weiß es nicht. keine tomaten?

ach, vielleicht überlebe ich ja auch mit verklebten schädelhöhlen und atemlast. darüber hinaus bin ich ja sehr bei mir, derzeit.

hinter den tomaten, ich

eine schöne kühle nacht ist das. in diesem sommer lerne ich das draußen sitzen und draußen arbeiten. das draußen schreiben auch, das vor allem. das ist ein gewinn.

ich kann nicht sagen, warum ich das bislang so selten getan habe. aber es ist jetzt wieder ein frei beweglicher rechner mit solider akkukapazität und ausreichend schnelligkeit bei mir eingezogen. manchmal machen dinge ja den weg frei.

den weg frei machen sollte dieses ding zwar anderswo, deshalb hat es an die drei jahre bei der exfrau gewohnt und gelebt. hat aber dort nicht funktioniert, nicht so schnell zumindest. und mehr zeit war dann ja nicht, keine weite, keine geduld.

und kein vertrauen.

so kommt es, dass ich jetzt geschützt hinter den tomaten sitze. nun auch selbst ohne weite, ohne geduld und ohne vertrauen. nur mit einem alten rechner.

gute nacht.

erfolgsbilanz heute

schon wieder den halben tag verdaddelt. mit: ausschlafen, reiseorga, einkaufen, netsurfing (inklusive facebookchat zum thema beziehungen und deren verwirrkmächtige enden), noch mehr netsurfen, tomatenpflege und so weiter.

ich genieße das, auch wenn es unmittelbar und kontraproduktiv meine finanzen beeinträchtigen wird. das steht außer zweifel, das lässt sich ganz einfach berechnen.

nun gut, was die geldeinbringende arbeit angeht, so hoffe ich auf heute abend, bis in die nacht, und auf morgen. und auf die unterstützng durch ein wenig disziplin. vielleicht.

die tomatenpflege hingegen war überaus befriedigend, wenn nicht glückbringend. sie machen sich großartig in diesem jahr, was womöglich am wetter liegt. der wenig sonnige und auch nicht so heiße mai hat die pflanzen weder in die höhe schießen lassen, noch die ersten blüten und früchte vor der zeit produziert. jetzt sind die dinger also stämmig und stark und reichen bis fast schon an die letzte stufe ihres klettergerüsts, das in jedem jahr gleich ist.

keine ahnung also, wo das hinführen soll. es ist noch zirka siebzig zentimeter platz bis zur balkondecke, und es ist doch erst mitte juni oder so. dabei ist bislang noch keine einzige frucht errötet, was allerdings morgen schon anders aussehen kann. ich hoffe doch sehr, dann kann ich selbst die allererste verspeisen. und nicht meine diversen gießgäste.

wie auch immer, das hätte ich nicht gedacht. die letzten drei jahre waren in bezug auf tomaten ja eher ein bisschen mau. und in diesem jahr sah es zunächst auch nicht wirklich so gut aus.

let’s call it SUCCESS!

das wahre leben

so viel im kopf. so wenig zeit. wenn alles erledigt ist, dann geht es los, das wirkliche leben. das schaffen.

im alltag sieht das so aus: keine zeit zum schreiben gehabt, nur ein paar ideen. und zweifel über zweifel, die sich aber beheben lassen. alle. durch schreiben.

irgendwann, anderntags.

bloggen im bett. hatte ich fast vergessen, dass das ja geht. dafür steht das feine kleine x61 jetzt fast immer griffbereit rechts neben mir. das netzteil auch, ohne das kann es, will es nicht mehr so recht. beides also auf der neuen ablagebrettererweiterung, ursprünglich für kaffee im bett gedacht. zu zweit, alleine mache ich das nicht. aber so geht es eben auch.

was soll ich sagen? ich bin nicht müde. ich habe alles erledigt, endlich auch die vorsteuer. durch das restgeld gerechnet habe ich anschließend nicht, besser ist besser. ich fliege blind, bis wenigstens nach klagenfurt und wien.

morgens verschlafe immer häufiger, was nicht am späten bloggen liegt. so gut wie schmerzfrei ist schlafen gerade kein problem mehr. ich genieße das. wer weiß, wie lange das geht. dabei bin ich weitgehend traumlos.

zum schreiben ist auch keine zeit. ich vermisse das. sehr.

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