am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

ich impfärmchen

back to normal, das hab ich so beschlossen. gestern gearbeitet, heute ins büro gefahren, alles kein problem. ohne fieber natürlich, ohne kopfschmerzen auch. nur ein bisschen müdigkeit, die am nachmittag schlagartig aufbrausen mochte. kurz vor feierabend, also alles okay.

nur der einsticharm ist hart und schmerzt. die stelle fasst sich heiß an, außerdem juckt die haut und ist voller roter flecken. na, meinetwegen. das bleibt ja wohl nicht so.

shingrix, aktuell

ganz gut geschlafen, aber für einen ausflug mit selbstgelenktem fahrzeug hat es nicht gereicht. stattdessen gab es einen kleinen nachschlag an erhöhter temparatur, kopfschmerzen und eine latente müdigkeit. das scheint recht normal, sagt das internet, bis zu drei tage kann das dauern. also morgen noch, dann ist aber mal gut.

am blödesten finde ich ja diese plötzlich aus dem körper aufsteigende erschöpfung. als käme sie aus den knochen, blutleer und beinhart. ich wollte ja dann doch heute mal ein bisschen raus, ein paar schritte laufen. mehr nicht. war echt gar nicht so einfach.

ich fühle mich arg gealtert gerade.

nachtrag shingrix

okay! shingrix ist kein spaß, das wurde mir durchaus angekündigt. schmerzen im arm, müdigkeit, kopf- und gliederschmerzen, fieber und schüttelfrost. bis auf letzteres habe ich nun alles durch in den letzten 24 stunden.

im grunde so, wie das erste mal covid, damals wohlgeimpft, aber mit einer recht hohen viruslast. nur hat das ein wenig länger gedauert. und ohne den geschmacks- und geruchsverlust natürlich, mit der gewissheit, dass der gegenwärtige zustand seinen zweck erfüllt. und sehr begrenzt stattfindet.

inzwischen ist meine temparatur wieder runter auf die üblichen 36° plus ein bisschen. seit ein paar stunden erkenne mich wieder, was kraft und konzentration angeht. nur müde bin ich noch, was aber kein wunder ist, nach einer nacht fast ohne schlaf und knapp drei stunden auf der couch am nachmittag. ach, und drei ibus, nicht zuletzt.

aber spaßig ist das wirklich nicht. gestern habe ich den angekündigten blutmond verpasst, heute war ein prima tag für eine kurze stadtflucht. so war meine planung, aber man begibt sich nicht in den straßenverkehr, übermüdet und mit restfieber. schon gar nicht mit einem motorrad. vielleicht morgen.

shingrix

heute vormittag gegen elf die erste gürtelroseimpfung erhalten, im rahmen eines kleinen mir persönlich auferlegten impfprogramms des neuen rheuma-docs. das thema wird sich jetzt über zwei monate ziehen und noch einiges andere beinhalten, aber darauf will ich nicht hinaus.

ich hatte schon gürtelrose, was für mich nicht so sehr schlimm war, aber an anderer stelle blöde folgen hatte. (andere können davon windpocken kriegen, you know!?) das muss so nicht wiederholt werden, deshalb also jetzt als erstes den ersten herpes-zoster-schuss, denn der soll es in sich haben. der zweite wohl noch mehr, aber da scheiden sich die geister. mehr dazu in zwei monaten.

gerade eben lese ich dann im standard folgendes: Gürtelrose-Impfstoff könnte auch vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen.

gefällt mir!

schlaflos

zwei nächte jetzt, das ganze jahr. ob das so weitergeht? wobei: schlafen tut man ja doch irgendwie, auch wenn man es nicht merkt. oder nur daran merkt, dass man aufwacht. aus was auch immer.

aus dem schlaf in den schmerz. ohne mittel geht da wohl gar nichts mehr, schon gar nicht löcher in wände oder küchenarbeitsplatten bohren oder sägen oder sonst was. aber den versuch war es wert, diese nacht. um zu wissen, dass ich nicht mehr tauge. dass ich mein eigenstes verlieren werde, meine kraft, meine hände. an was auch immer.

wissen auch, dass es nicht interessiert. dieses altwerden, es stört nur die gute stimmung.

cut

nicht, sage ich meiner friseurin energisch, als ich für einen augenblick glaube, sie würde meinen kopf mit haarspray malträtieren wollen. tut sie natürlich nicht, es ist irgendetwas anderes, das volumen in mein feines haar bringen soll. aber nichts klebriges, versichert sie mir sofort. meine mutter war in den fünfzigern friseuse, erkläre ich entschuldigend. und frage mich im selben moment, ob man das überhaupt noch sagen darf: friseuse.

das kann ich mir vorstellen, sagt meine friseurin. da fällt mir ein, daß ich in etwa so alt sein muß wie ihre mutter, vermutlich sogar älter. ihr wird das nicht verborgen geblieben sein, seit ein paar jahren amüsieren wir uns über mein zunehmendes weiß. nur hinten im nacken ist es noch recht dunkel. diesmal ist das haar hinten so kurz geschnitten, daß ich nicht nur den dunklen kranz dort habe, sondern auch noch einen etwas dunkleren fleck darüber, der wohl sonst meistens unter dem weißen deckhaar verborgen bleibt. du bist noch nicht ganz weiß, sagt meine friseurin, als ich es bemerke. ich weiß nicht, sind wir erfreut? wir beide? oder ist das einfach nur professionell? noch nie hat sie mir farbe angeboten, sie weiß, was sie tut, was ich will.

was ich auch bemerkt habe, ganz zu anfang, als ich noch die brille aufhatte und mir in diesem großen spiegel frontal gegenübersaß. wie meine halspartie langsam damit beginnt, sich in feine falten zu legen. noch nicht immer, noch nicht viel, aber doch unverkennbar. bei bestimmten bewegungen, so zeigt es sich, das altern, der verfall. an den rändern, in den spitzen. man nimmt es lange nicht wahr, aber dann auf einmal.

es gefällt mir.

ich fühle mich nicht alt, nicht eingerostet und steif. nicht verkalkt oder gar verrottet. noch nicht. es ist mir nicht unangenehm, über fünfzig zu sein. ohnehin habe ich seit jeher das gefühl, mich mir mit jedem jahr eher zu nähern, mir zuzuwachsen. als mich von meiner kraft zu entfernen, im gegenteil. ich bin alt geboren, alt gedacht. daran war nie ein zweifel.

von daher sind die körperlichen aspekte, der hautzustand, die notwendigkeit einer lesebrille und das absehbare ende des zyklischen gefühlskarussells, lediglich randerscheinungen. scheinbar sprunghafte veränderungen, die mir alle paar jahre mit einem mal auffallen, und dann sind sie da. und bleiben. da wächst nichts mehr nach.

so ist es jetzt also, denke ich, wieder einmal. als ich die brille abgenommen, die augen geschlossen habe. während die friseurin mir den kopf massiert, bevor sie sich ans schneiden macht. plötzlich erscheine ich fünf bis sieben jahre älter, als es mir noch vorgestern möglich gewesen wäre.

wenn wenn am ende der vorläufig letzten physioanwendung die physiotherapeutin zu einer kleinen rede ansetzt, deren inhalt grob und unzulänglich zusammengefasst in etwa lautet: machen sie sich keine sorgen, das bleibt sowieso so, das ist alles schon in die knöchernen strukturen fest eingewachsen, aber es muß ja nicht schlimmer werden. dann weiß ich auch nicht, dann möchte ich das natürlich nicht wahrhaben. vor allem aber denke ich: pech gehabt, alt geworden.

aber echt jetzt.

besser

hormone können grausam sein. immerhin wirken die schmerzmittel jetzt wieder. das soll reichen fürs erste.

wechselblut

gestern nacht über blut schwadroniert, heute dann ins blut gestürzt. wie frauen das so tun, hormonbedingt und doch auch spontan. ich zumindest, das gesamte jahr schon passiert mir das jedesmal, wenn ich gerade denke: das wars dann wohl, vielleicht. klappt nie, bislang auf jeden fall

ich bin zum wechselblüter mutiert. müde, sehr müde stolpere ich durch den tag.

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