am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

tagsüber beim meditationskurs, dort in aller ruhe jede menge zeug gequatscht. mir noch mehr, viel mehr dazu gedacht, das ich später dann auch in den unterlagen nachlesen konnte, die ich vorab zu lesen nicht geschafft hatte. an ein paar frischen ideen darin ein wenig weitergedacht: über das nichthandeln als quelle des handelns, über frieden also. über einatmen und ausatmen, über energie und weisheit. über unzerstörbarkeit.

außerdem einen alten text hervorgeholt, das mamutauftaktprojekt von vor einem jahr, und die korrekturen darin umgesetzt, die die literaturgruppe schon vor monaten aufgezeigt hat. bislang war ich nicht dazu gekommen, beinah hätte ich es völlig vergessen. das meiste stimmt eigentlich, aus meiner sicht. es gab also nur kleinigkeiten, einige wenige. lediglich den punkt mit den elektronischen geräten muß ich mir noch einmal ansehen. später. könnte aber sein, daß es daran auch nichts zu ändern gibt.

die nachmigränemüdigkeit zieht sich durch den ganzen tag bis in die nacht, meine heilgen schreibgefilde. manchmal wünschte ich, ich könnte gleich am morgen schreiben, das würde mir die tage erheblich erleichtern. was sage ich: das leben! geht aber nicht, selbst dann nicht, wenn ich es mit aller kraft versuche.

gerade eben schnell noch den letzten text, der ja im grunde fast schon fertig ist, wie mit dem feinen haarpinsel gefegt. ein paar worte geändert, um wenige zeichen gekürzt. mehr nicht. (es ist so wunderbar, das zu tun, tun zu können.) an den aktuellen text, den schwankenden, taumelnden, der mir akut so derart in gefahr scheint, traue ich mich jetzt aber nicht mehr.

dafür kurz davor beim spülen den ansatz für einen neuen text. nur ein hauch. weg vom ich, hin zum du.

kurz vor zwölf im text verschwunden, zusammen mit meiner mörderin,  nachdem der aktuelle miettext so gut wie fertig war. morgen nochmal drüber, dann hat sich das: rechnung und fertig. im text mit meiner mörderin dann dieses schreckliche gefühl. wenn alles nur chaos ist und die anstehende arbeit ein grobes hacken und wüten, ohne zu wissen, ob dieses gehabe etwas voran bringt. und was.

also: ein bißchen was verschoben, einige zu ergänzenden stellen vorgemerkt, inhaltlich auch. mehr alltag, mehr leben, ich weiß, daß ich das nicht vergessen darf. außerdem intuitiv alle „unds“ entfernen wollen, das dann so gut wie überall gemacht. ein paar „auchs“ auch, viele „abers“ usw. fazit: unzufrieden.

meine mörderin sagt mir nicht, wie sie es gemacht hat. geschweige denn, warum. nicht einmal, ob sie es gemacht hat, verrät sie mir. das ist frustrierend.

zurück zu meiner mörderin. (gutnacht)

draußen ist vollmond. drinnen auch, es widdert, wenn ich das recht verstehe. ich schlafe nicht, ich wüte in mir herum, fresse den kühlschrank leer und kann nicht von dem text lassen, den ich gestern mit der gruppe besprochen habe. dieses abenteuer, wenn sich alles anfängt zu bewegen und zu drehen, egal wo man den finger hinlegt und zu denken beginnt. das ist leben, wie ich es will, inmitten des eigenen vermögens. (statt des ewigen lamentos bezüglich des eigenen unvermögens.)

bald, im grunde jetzt, sofort, muß aber mal gut sein mit diesem einen text, knapp sieben seiten. ich nenne ihn fertig, punkt. denn es gibt ja noch einen anderen, schon gut gewachsenen, der liegt und wartet. der muß jetzt zurück ins hirn, so unangenehm es ist. so sehr ich ihn verachte, in seiner jetzigen form. (alles restlichen termine fürs wochenende sind gecancelt. definitiv.)

sehr müde, aber gut müde. viel über texte geredet heute abend, stundenlang. über gute texte und über die arbeit daran. gute arbeit.

dabei nahezu durchgehend immer wieder die erkenntnis, wie unterschiedlich die herangehens- und erzählweisen doch sein können. und wie sehr man sich dennoch verstehen und verständigen kann.

nach zwölf noch in den akuten text gewagt und zweifel geschürt. ich wage es nicht, noch nicht. was immer es ist. ich muß weiter, tiefer. es aufbrechen, zerbrechen.

die mörderin hat gesprochen, heute morgen. endlich. mit ein paar worten nur hat sie schreckliches offenbart.

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