drama ist leicht. tempo sowieso. zeit hingegen, langsamkeit und achtung. das ist fast so schwer wie komik. also das, was gemeinhin für so leicht gehalten wird.
draußen scheint die sonne. ich gehe lesen. das hilft, manchmal.
unter tage
alle meine socken
menschen verlieren ihre socken stück für stück in der waschmaschine, einen nach dem anderen. vielleicht auch irgendwo auf dem weg dorthin. oder auf dem weg zurück. davon habe ich gehört. letztendlich bleiben so arme vereinzelte socken zurück, vollkommen sinnentleert, zu nichts mehr nutze. ich glaube ja nicht so recht daran. ich habe noch nie eine socke verloren. (nur einmal gesehen, wie eine socke verloren wurde. in einem waschsalon.) ich bin ein ordentlicher mensch. ich habe noch alle meine socken beisammen.
dafür verliere ich texte, was wesentlich schwerer wiegt. finde ich. sie verschwinden mir von der festplatte wie anderen ihre socken in der waschmaschine. zumindest kommt es mir so vor. es ist schrecklich, absolut hoffnungslos. die alten sicherungs-cds sind seit ein paar wochen entsorgt. (prima idee!) es besteht zwar noch die möglichkeit, daß sich der seit einer stunde gesuchte text möglicherweise noch auf einer der alten diskette befindet, aber…
der aktuelle rechner verfügt über kein diskettenlaufwerk.
literaturhinweise
goldmag! gabs früher mal in print, jetzt ist es ein goldblog mit sehr schönem literaturkalender. (für berlin, versteht sich. ;-)
WERKSTATT! im dschungel des herrn herbst entfaltet sich neuerdings eine schreibWERKSTATT, die mir derzeit immer wieder quer in die arbeit fährt. ist zwar auf den ersten blick etwas verwirrend: die umständliche (kritik)abwicklung in den kommentaren, die mitunter langen texte und antworttexte. (also fürs netz, meine ich.) geht aber trotzdem, mit ein bißchen konzentration. (ein scheiß auf die netznormen.)
nachtrag: webwriting! wo ich schonmal dabei bin, das webwriting-magazin von claudia klinger ist auch nicht zu verachten. ganz im gegenteil.
mittel meiner wahl
am ende ist ja der text oft ganz anders, als er hätte werden sollen. anders, als er sich anfühlte, bevor er geschrieben wurde. es gibt immer so viele möglichkeiten. und so wenig davon ist machbar, sprache ist ein zu schlichtes mittel. ganz anders als musik. das ist entsetzen und doch auch glück zugleich.
merke:
schreiben mit einem gewissen anspruch bedeutet nicht nur den weitgehenden verzicht auf geld, sondern insbesondere – quasi als grundvorausetzung – auch den vorauseilenden verzicht auf jedwede anerkennung überhaupt. was allerdings eine recht leichte übung ist, finde ich. da bin ich offensichtlich ganz anders als andere.
schreiben beschreiben (1)
ich hocke im bett und stricke an den neuen ‚ärmeln‘ für die geliebte. pulswärmer in braun, passend zur neuen hose. der fernseher läuft, irgendein krimi. ich sehe nicht hin, höre auch nur oberflächlich zu. der mörder habe sich selbst verletzt, heißt es da. dann habe er versucht, den aufzug zu nehmen, der aber außer betrieb gewesen sei. danach erst sei er durchs treppenhaus geflüchtet.
nach dem mord. festsitzen im fahrstuhl, mit blut an den händen. das bild mag abwegig sein, doch die angst ist augenblicklich gegenwärtig. diese angst, die wohl jeder kennt. wenn etwas unerwartetes geschehen ist, mit unwiderruflichen folgen. wenn es keinen ausweg mehr gibt, nur noch fassungslosigkeit.
wenn etwas kaputtgegangen ist, vielleicht, wenn etwas zerbrochen ist, für immer. etwas wichtiges. das kennt jeder. dazustehen, und es einfach nicht glauben zu können. daß vor zwei minuten alles noch ganz anders war.
daraus, aus diesem moment, diesem gefühl, kann eine figur entstehen. das gilt es also zu konservieren, zu kultivieren. irgendwie. das ist einer der ausgangspunkte, die ich brauche. ganz konkret, jetzt.
einstweilen stricke ich dennoch weiter. im bündchen – ein rechts, ein links, wie meine oma zu sagen pflegte – ist später ein rhythmusfehler zu sehen. ich denke, ich habe ein- oder zweimal rechts und links verwechselt. der knoten in der wolle macht wenig später ein loch, einfach so, mittendrin.
denkkrise. kommt von zuviel schwätzen vor der zeit. vielleicht.