am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

kentern

wieder sind es bilder, die mich beherrschen, und ich weiß nicht, sind es die inneren oder die äußeren. oder ist das alles längst eins, diese welt und ich. hin und wieder gerate ich in sorge darüber.

seit einiger zeit neige ich zu unfällen, das ist neu. ich fahre mit dem rad vor einen baum, ganz und gar absichtlich sozusagen, weil es sonst noch schlimmer ausgegangen wäre. die neue narbe ist eine der häßlichsten, dick und wild, immer noch. ich schneide mir mit der gartenschere frontal tief in den kleinen finger, daß es bislang noch nicht wieder richtig verheilt ist. es juckt und brennt, das sind jetzt schon wochen. letzten sonntag bin ich beim padden derart elegant aus dem boot gekippt, daß ich tage später, also jetzt, den daumen immer noch nicht benutzen mag. auch wenn er nicht mehr geschwollen ist. so ist das, man sieht es nicht. man sieht nie etwas.

alles ist still.

und es ist ja auch nicht schlimm. das heilt wieder, ganz von allein, auch wenn es etwas zeit braucht.

aber wenn dann noch das handy ins klo fällt, und ich den fatalen tauchgang erst minuten später überhaupt bemerke. dann ist das zusammengenommen einfach nur ein scheißtag. heute.

das heilt nämlich nicht, das handy. das juckt und jammert nicht. das ist einfach nur verschwunden. tot, möchte ich sagen. und das ist irgendwie lächerlich. denn da sind diese bilder, die mich beherrschen.

reich auch an schrecken, bin ich, ist diese zeit, diese welt. den ganzen tag also die nachrichtenbilder vermeiden, weil die wortmeldungen schon mehr als ausreichen, um die inneren bilder in gang zu bringen. nachts dann, versehentlich, in den nachrichten landen, den österreichischen ausgerechnet. so geht die nacht.

mein buch wird verfilmt, ich erfahre es aus der zeitung. und erkenne es daran, daß der verlag schleunigst das taschenbuch an den start bringt. der trailer, den ich mir im internet suche, kommt mir dann aber sehr fremd vor. ich weiß nicht, was das soll. die haben auch den zweiten und dritten teil verfilmt, denke ich. aber das habe ich doch (noch) gar nicht geschrieben. dann werde ich wach.

erklär mir

aktueller zustand: rettungslos verliebt, mehr ist dazu nicht zu sagen. außer vielleicht, daß so etwas bislang in meinem leben eigentlich nicht vorgesehen war; zeitgleich ausreichend geld und uferlos die liebe.

antizyklisch

was fällt diesen wechseljahren eigentlich ein, mir zielgenau und in unmittelbarer folge erst meinen geburtstag, dann den klagenfurtaufenthalt und jetzt das tangofestival zu verbluten?

mahnung

dieses blog ist übrigens so etwas wie die poetologie meines lebens. meines ganz persönlichen lebens. nicht aber mein leben.

bulk

langsam finde ich mich wieder rein, was gut ist. die konzentration funktioniert auch wieder, heute zumindest. ab jetzt zähle ich also worte, zeit und geld, bis dann ding fertig ist.

schöpfen

ich träume gefühle neuerdings. vom sterben, kürzlich, und vom verlassensein, gestern morgen. ich bin also nicht gefühllos, immerhin. doch gefühle sind erschöpfend, besonders ungefiltert in unbewußtem zustand, besonders schutzlos in der nacht. daß mir dennoch menschen sagen, ich sähe ganz besonders gut aus dieser tage, irgendwie frisch. während ich doch mitunter kaum weiß, wie ich mich aufrecht halten soll. das erstaunt mich.

andererseits fahre ich unbekümmert zirka 9 kilometer mit dem rad zu einer buchpräsentation, ohne groß mit der wimper zu zucken. das bißchen keuchen und ächzen, das ist wohl dem alter geschuldet. danach geht es natürlich mitten in der nacht 9 kilometer wieder zurück, und ich finde radeln durch die berliner nacht auch noch richtig schön.

es ist also eher nicht der körper, der sich erschöpft.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner