am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

jacobs, reverse

nach dem aufwachen gehe ich zurück in mich, in den traum, den ich vergessen, den ich verpasst habe. heute. ich steige hinunter, durch die luke im boden, wo es licht ist und leicht. aber endlos, ziellos, ungewiß. sprosse für sprosse, die himmelsleiter hinab, durch die sprachlosigkeit. in die sprachlosigkeit. ein leeres, weites feld; mein totes land. das land, das ich selbst nicht (mehr) kenne.

zuletzt, am boden vielleicht, irgendwo und irgendwohin, flüchte ich. eilig, schlage ich eine richtung ein. und in einem feinen spalt im boden, nicht weit von einem spielfeld, bleibe ich, schlage ich, wurzeln. halte mich fest, wo nichts ist. da ist enge, das ist alles, und ich bin ein kraut. fortan. ich bin ein nichts, das nichts sieht und nichts sagt. meine welt, eine welt ohne worte.

darüber hinaus: überraschend hell, das alles. ich bleibe, was ich bin. ein engl.

befriedigend

da ist mir doch beim abheften eines aktuellen dokuments ein altes zeugnisheft in den blick geraten. volksschule steht darauf, so alt ist es. und ich nehme es in die hand, blättere darin herum, weil sogar ich selbst von einer volksschule überhaupt nichts erinnere. auch für mich fanden die ersten vier schuljahre selbstverständlich in einer grundschule statt. wie man sich doch täuschen kann.

doch das nur am rande. ich blättere also darin herum und finde im schuljahr 70/71 folgendes:

  • rechnen: sehr gut
  • schreiben: befriedigend

wie bitte?

p.s. schlimmer noch. es war offensichtlich die ganzen jahre so.

kein kopf

schon irre, wie schnell die migränemedikation wirken kann. keine stunde diesmal. nicht schlecht, wenn man bedenkt, daß es zirka eine halbe stunde dauert, die beiden komponenten zu sich zu nehmen. irre auch, wie lange ich brauchen kann, um die migräne als solche zu identifizieren, und das nach mehr als 30 jahren erfahrung danmit. über 24 stunden diesmal. was auch daran liegt, daß der kopf mitunter den geringsten anteil an der migräne trägt. dann ist es vielmehr müdigkeit und übelkeit, blödheit auch und schwere.

nichts hören, nichts sehen, nicht atmen. und alles das natürlich doch doch tun, es tun müssen. der zustand meiner kindheit. meine jahre, meine jahrzehnte. zeit, endlich aufzugeben?

prioritäten

ein gutes halbes jahr nach der erfolgreich bewältigten koloskopie traue ich mich nun an weitere, zum teil leider notwendige arzttermine. für mich begegnungen der dritten art. etwa ein drittel dieser versuche schlägt grundlegend fehl, ein drittel versandet sinnfrei und das letzte drittes verläuft neutral bis mitunter sogar ein kleinwenig erfreulich. die dringend anstehenden zahnreparaturen lassen letzteres allerdings jetzt schon äußerst fraglich erscheinen. anfang juli geht es los mit der quälerei, nach dem klagenfurturlaub also. nach dieser haltlosen zeit in österreich, zwischen literatur und schreibich, das ich ebenso gerne zu verleugnen pflege.

bezeichnend auch, daß ich von zwei punkten auf der to-do-liste eben die arztterminierungen zu erledigen gewählt habe. nicht aber den anderen, der mich an das exposé und damit ins schreiben getrieben hätte. das ist beinah noch schlimmer.

mach mich naß

heute muß ich paddeln. das heißt: wollte ich ja, also darf ich dann. heute.

dabei kriege ich übrigens ein boot nur für mich, das habe ich ganz zum schluß erst erfahren. insgeheim vermute ich, daß man mich baden gehen sehen will. na denn.

seit tagen jede nacht zu jeder stunde wach. nicht lange, nur für einen blick auf die uhr. aber lange genug, um sich daran zu erinnern. vier, fünf, sechs, sieben, acht. das läppert sich.

aktuelles neues wort ist übrigens: love… (das wird ja immer schöner.)

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