habe mir dieser tage mit ein paar worten eine schwere last vom herzen gestemmt. wurde dafür mit guten nachrichten belohnt. und mit einer dieser sich sanft öffnenden zarten traurigkeiten.
weihnachtsfrieden
eine der schönsten weihnachtgeschichten ist und bleibt dieser seltsame weihnachtfrieden, den es wohl tatsächlich zum ende des ersten weltkrieges gegeben hat. keine legende also, diese kurze zeit im niemandsland, zwischen den lagern. trauer und trost, getauschte geschenke und gesang. und fußball natürlich, wie könnte es anders sein zwischen engländern und deutschen. mitlerweile mit legenden gespickt, sicherlich. dennoch ein nachhaltiger beweis, daß menschen einander nicht mehr töten mögen, wenn sie einmal angefangen, miteinander zu sprechen. eigentlich.
nach dem plötzlichen arbeitswust der letzten wochen doch endlich wieder einmal in den nach wie vor frischen kleinen text eingestiegen, den ich doch eigentlich gerade in arbeit habe. und den ich zumindest in einer ersten fassung gerne noch in diesem jahr fertig hätte. nur kurz habe ich mir die gut dreizehn seiten vorgenommen, nachdem mir gestern nacht plötzlich klar wurde, daß ich streichen muß. und was ich streichen muß, um überhaupt weitermachen zu können.
es wird also kein klarer text, es wird keine struktur geben, keine rettung, keine lösung. so soll es wohl sein. (nur, wo nehme ich dann ein ende her? ;)
ich habe mir eine neue katze bestellt, übers internet. sie kommt sediert in einem karton verpackt. das weckmittel ist mit dabei, auch die kanüle ist schon gelegt, um es dem tier zu verabreichen. doch ich lasse mir zeit mit dem wecken. statt dessen bin ich erstmal mit der falschen geliebten unterwegs. ihre mutter ist jetzt irgendwo predigerin, da wollen wir hin. ich weiß nicht, warum. es stellt sich schnell als völlig sinnlos heraus, man läßt uns nicht einmal herein. später will ich den katzenkarton aufs motorrad packen und mit dem immer noch leblosen tier wegfahren. ich will die katze anderswo aufwecken. ich will nicht, daß jemand dabei ist. ich weiß nicht, warum. auch das ist sinnlos. ich weiß, daß sie längst tot sein muß.
ich versuche, illusionen zu beleben, obwohl das unmöglich ist. ich weiß das. genau. immer. (dann: aufwachen, gerade noch rechtzeitig zur meditationszeit.)
meine weihnachtsgeschichte
andere bauen gerade den weihnachtsbaum auf, ich habe soeben schonmal das bügelbrett in position gebracht. in ein paar stunden ist zeit für mein alljährliches weihnachtsbügeln, ist ja bekannt. oder nicht? hier die erklärung in sechs teilen: teil i – teil ii – teil iii – teil iv – teil v – teil iv
immer wieder schön. aber jetzt werde ich erst noch ein bißchen arbeiten, ganz in ruhe.
freitagszen
engl auf zendura, 46. woche:
# circuit
# gefahr
# licht
# you name it (wohl, weil ich mich seit jeher, wenn jemand Sonne sagt, zunächst einmal angesprochen fühle. bis ich meinen irrtum bemerke. so ählich wie bei jedem zusammen, das ich höre. deshalb funktioniert ja auch keine verkürzung meines namens. jede der diversen möglichkeiten zerstreut, was ich bin. whatever.)
weihnachtsfail
in den letzten tagen bin ich mehr denn je zum paketumschlagplatz der gesamten hausgemeinschaft mutiert. zwei oder drei paketdienste luden tagtäglich diverse kisten und tüten bei mir ab, und nahezu die gesamte nachbarschaft pilgerte anschließend zu meiner tür, um ihrer bestellung habhaft zu werden.
immer gleich öffnen kann ich in dieser woche nicht, zu oft bindet mich das headset an die jeweiligen interviewpartner. so wird mir manchmal der stapelplatz im flur recht knapp. gut, daß sie immer da sind, sagt mit die frau von nebenan dennoch, als sie mich endlich erreicht. und schenkt mir eine flasche wein dafür. einen moment lang denke ich darüber nach, was sie wohl von mir denkt. immer zuhause, wie das klingt. und dann mittags um kurz nach zwölf die tür nicht aufmachen. da paßt wohl ein wenig wein ganz gut ins bild.
einmal, es ist schon dunkel, steht der kleine junge von ganz oben in strumpfhosen begierig vor meiner tür. das paket, das ich ihm auszuhändigen habe, ist zirka dreimal so groß wie er. und schwer. das ist aber groß, sage ich ihm. und schwer. aber der kleine packt es und schleppt es tapfer bis zur ersten treppenstufe. paß auf, sage ich noch. da ruft er stolz nach seiner mutter. und steht da wie ein held. in strumpfhosen.
ein weihnachtsgeschenk habe ich übrigens auch bestellt, vor wochen bereits. bis jetzt ist es nicht bei mir angekommen, vielleicht ist es parallel zu dieser aktion schon verloren gegangen. obwohl mir die paketversender inzwischen versichert haben, daß die ware erst in der letzten woche auf die reise gegangen ist. nun ja, das ist pech. oder es kommt noch, morgen. was auch zu spät wäre, weil ich es noch hätte weiterschicken müssen.
ich bin aber sowieso nicht sicher, ob ich mich das getraut hätte.