
das blaue, in der unteren mitte des bildes, ist meine maschine. ;-)
im tagesspiegel empfehlen sportfreunde stiller den deutschen, doch besser singen zu lernen. nachdem ich neulich bei rock am ring ein wenig gelauscht habe, finde ich ja eher, daß sie das mal selbst beherzigen sollten.
wochenende ist ein irrtum. gegen acht denke ich im halbschlaf, daß da jemand durchs gerüst schlurft. als es zu rumpeln anfängt, schrecke ich hoch und sehe nach. unten wird mit großen hartfaserplatten hantiert. eilig schließe ich alle fenster, stehe kurz danach im schlafanzug auf dem balkon, den ich gestern, in annahme eines wochenendes, für ein gemütliches frühstück wieder einigermaßen besitzbar arrangiert hatte. oder gar klagenfurt auf dem balkon, die letzten vier. vielleicht mal richtig, zuhören war irgendwie schwer in diesem jahr.
mittlerweile werde ich von allen seiten behämmert. die hartfaserplatten stehen vor den fenstern, zum schutz. als schmutz- und geröllrutsche. zum glück werden sie offensichtlich nicht fest angebracht. die arbeit, die mir gestern schon nicht gelungen ist, wird sich auch heute sicher nicht ohne weiteres einstellen. ich suche die liste, da könnte helfen. aber es gibt keine. verdunklung.
eine nachbarin meinte neulich, da müssen wir nun durch, danach sei das schlimmste vorbei. danach werde nur noch verputzt und gestrichen, das sie harmlos. recht hat sie, ich erinnere mich. aber wie weiß sie das?
p.s. der typ mit der weißen mütze, der gerade auf augenhöhe vor dem wohnbürofenster hockt und hämmert, daß es innen klirrt, grinst mir einen guten morgen. in klagenfurt liest katja huber über rußland. glaube ich.
frau merkel fiebert übrigens. in münchen, beim fußball. -> verweis
„Opposition ist Mist, sagt Müntefering. Falsch. Regieren ist Mist (machen).“
diese in aussicht gestellte senkung der krankenkassenbeiträge als ausgleich zu der angekündigten steuererhöhung. wieso kommt mir das bekannt vor? ach ja, das gab es doch schon einmal. bei der einführung der praxisgebühr usw., nicht wahr? eine riesige senkung, wenn ich mich recht erinnere. nein, ich will nicht übertreiben. riesig war sie nicht. allerdings eine zuwachssenkung, geringfügig im plusbereich. stimmts?!
steinhagel. die männer draußen reißen die fensterbänke raus und schlagen den putz mit hämmern von den wänden. das klingt so nah, als grüben sie mir furchen in die haut. peinlich die panik, die ich schiebe. unangemessen. und dennoch unerträglich. gefangen zu sein, eingesperrt. ohne zu wissen, was draußen vor sich geht. ohne die möglichkeit einzugreifen, zu reagieren, etwas zu ändern. peinlich, dieses gehabe aus nichtigem grund. nahezu lächerlich. verdammte bunkermentalität.
dabei bin ich persönlich nur selten eingesperrt gewesen, allerhöchsten einmal in der woche. und nicht einmal im keller, immer nur in der kammer. dazu ängstigt mich dunkelheit nicht. die metaebene aber, das wissen um das spiel mit macht und vernichtung. die gewissheit, daß kinder es nicht gewinnen können, auch ich nicht. damals wie heute. statt dessen der blick, der bleibt, der sieht. wenn wenigstens das nicht geschehen wäre.
[und die frage: wie geht das, wie kann das ein, daß die, die im krieg in kellerlöcher geflüchtet ist, gefangen war, später ihr kind (genüßlich) einschließt?]
der mangel an gelassenheit aber, jetzt, hier in dieser wohnung, weit weg von damals, beschämt mich. ich könnte sein wie sie, die mir das vererbt hat. ich bin wie sie. nicht der lage, enge und lärm zu ertragen. und menschen dazu, die das nicht verstehen wollen. da hilft der tiefste todstellreflex nicht. ich habe keine nerven, ich bin blankgerieben. fertig.
vielleicht habe ich es aber nur erlernt, erdacht, mir erschrieben. in diesem merkwürdigen buch, das keines ist, keines sein wird. weil es nicht fertig wird, sich aber auch nicht mehr bewegt. eine lebende leiche, ein untotes in meinem gemüt. ich sollte es zerstören, endlich.
niemals hätte ich das schreiben anfangen sollen, niemals das denken, das leben. 1980 war ein fehler.
„Nicht das Leiden, sondern das Fernsehen verleiht dem Menschen eine zusätzliche Würde.“
Michel Houellebecq, Elementarteilchen
(anmerkung: nein, wirklich. keine anspielung auf klagenfurt! ;-)
ein bißchen uraltlyrik