am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

schreibimpulse gibt es genug, immerzu sozusagen. man muß sie nur zunächst wahrnehmen. und dann aber auch wahrnehmen, denn es geht um den moment. wenn der verpaßt ist, zumindest nicht wenigstens für ein paar schnelle notizen genutzt wurde, dann hilft oft nix mehr. dann ist es vorbei. meistens jedenfalls, bleibt nur das skelett, vielleicht. manchmal nicht einmal das.

so wie heute.

aber ich habe den keller umgekrempelt, wieder bestimmt vier riesige blaue müllbeutel für nächste woche. außerdem ist die kursvorbereitung für morgen ausnahmsweise schon heute fertig. das ist doch nicht schlecht.

wenn jetzt eine zeit wäre, in der formulieren von allein ginge, dann wäre mir leichter und besser. aber das ist es nicht, und so jammere ich hier vor mich hin. nahezu immerzu, so ist mein eindruck der letzten tage, wochen, monate?

ganz so schlimm ist es nicht. die migräne schmeißt mich hin, ab und zu, das ist nichts neues. und es ist längst nicht mehr so schlimm wie noch im letzten jahr. der november tut sein übriges, aber auch das ist erträglich. eigentlich schaffe ich viel, auch im vergleich zum letzten jahr. so vieles ist in bewegung, derzeit, aber ich sehe vorsichtshalber nicht richtig hin. noch nicht. irgendwann geht es wohl nicht mehr anders, das steht außer frage, aber jetzt wäre es wohl zuviel.

also schweige ich, schreibe nur, wenn es mich anspringt, und das tut es, regelmäßig.

ansonsten halte ich meinen kreislauf durch andersartige arbeitspensen in schwung. putzen, wühlen, räumen. morgen mache ich kleinholz im keller, das wird aber auch endlich zeit. das wird spaß machen, hoffe ich. nächste woche ist wieder sperrmüll, und entrümpeln paßt doch gut zum kommenden jahreswechsel. für neues muß der ramsch raus. immer. oder?

irgendwie verschlafe und verpasse ich alles zur zeit. schon gestern war der jährliche fackelzug zum weltaidstag. und ich war nicht nur nicht da, ich hab mich heute überhaupt erstmal bequemt, es vielleicht wenigstens rauszukriegen. ist irgendwie überdeutlich, daß ich nicht mehr für die zeitung schreibe, dementsprechend nicht mehr zwingen informiert sein muß. das hätte ich mir letztes jahr nicht leisten dürfen.

aber zum trost:

  1. gestern war auch der hiesige poetry-slam, da will ich schon seit über eine jahr mal hin. findet ca. zwei minuten von mir entfernt statt, wenn nicht nur eine. und da war ich auch nicht.

  2. die rote schleife trage ich ganzjährig. und nicht nur als schmuckstück oder erkennungszeichen. nein!

nicht viel geschafft an diesem wochenende. die thyla kolumne ist fertig, wird wohl morgen oder übermorgen online sein. immerhin. mehr jedoch nicht.

irgendwie verlange ich aber auch nicht mehr. nicht jetzt im november, zumindest. wie könnte ich!? im grunde bin ich ganz froh, mir zeit lassen zu können, zur zeit, wenn mir danach ist. das ist luxus, ich weiß, das ist ein unendlicher luxus. und ich bin froh darum.   auch wenn ich die zeit noch nicht wirklich genießen kann.

ich sortiere. aus. unverkennbar. konnte mich zum beispiel heute endlich entschließen, die seit monaten faulig stinkende pflanze auf der küche zu entfernen. obwohl sie noch nicht tot ist. und wer hatte sie mir nochmal geschenkt?

auch sonst. fortschritte, möglicherweise. aber noch nicht genug, um schon darüber zu reden. da fehlt noch. ich weiß genau. nur ein bißchen, eventuell, keine ahnung wieviel… aber hoffnung, vielleicht, ganz vorsichtig.

vielleicht. vielleicht. vielleicht.

kann das sein? frage ich.

sag doch mal wer was!

schreiben ist heute nicht. stattdessen tue ich andere beschauliche dinge. wie bügeln, anträge ausfüllen, aufräumen, blumen gießen, umsortieren. dabei kann man wunderbar gedanken ordnen. nein, fließen lassen, sie vielleicht nicht einmal wahrnehmen. ein guter tag also. das wird schon.

könnte aber auch einfach pms sein. ;-)

jörg friedrich, der brand. wer hat noch nicht davon gehört? ich muß es jetzt lesen. wegen MEMORY. (auch, wenn das jetzt hier keiner verstehen mag …) ich weiß nicht, ob mir der stil gefällt. ich verstehe nicht viel von dem um das buch herum entbrannten diskurs. (entbrannt???) aber so sagt man wohl. ich brauche die information. und das ist schwer genug.

statt immer wieder nur michael moore vielleicht ab und an auch mal ein bißchen noam chomsky. das würde mir gefallen. (mikes page hätte ich fast unter ’shops‘ gebookmarked. tatsache. aber witzig ist er ja schon …)

es ist nicht immer leicht, zu wissen, was gerade ansteht, sich dann auf genau das zu konzentrieren und alles andere getrost zu vergessen. im vertrauen darauf, daß nichts verloren geht auf diese art und weise. im flow. aber der ist ja auch wichtig. lebenswichtig.

nebenbei höre ich ein bißchen silly. eigentlich wollte ich ja nur diesen einen song. den, mit den straßen von berlin. und nun entdecke ich eine ganze menge hervorragender deutscher lieder. was ist das? rock? oder pop? auf jeden fall ist es nicht leicht, nicht mit dieser sperrigen sprache. deutsch ist schwer singbar, das weiß jeder. dazu die allzu scharfe kitschgrenze, das wird erfahrungsgemäß schnell unerträglich. da geht längst nicht alles. silly kämpft offen zwischen kitsch und kraft. und gewinnt. phantastisch. tragfähig und vor allem emotional, ich glaub es kaum. auf deutsch. beinah wahr zu nennen, das ganze. dazu diese stimme! die irgendwie alles trägt. tamara danz.

ja, ich gebe zu, daß ich vieles schon mal irgendwo gehört hatte. aber mehr auch nicht. ich bin eben ganz im westen hier.

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