am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

keine klagen/109

ich bringe nicht viel unter in diesem letzten jahr in klagenfurt. natürlich ist das programm umfangreich, viel viel mehr als in den anderen jahren, und ich habe mir vieles davon angestrichen. das viele ist wohl dem doppelten jubiläum geschuldet, aber es ist zu viel für mich. seit über einer stunde sitze ich bereits in meiner einigermaßen kühlen unterkunft und habe nichts mehr vor heute.

ich habe etwas an meiner hose geflickt. ja, so eine bin ich. in meinem kulturbeutel befindet sich ein kleines reisenähset, und es war nicht das erste mal im einsatz heute. dann habe ich die waschmaschine angeworfen, das kurzprogramm, damit ich nicht spät noch die nachbarn störe. man weiß ja nie. es gab allerdings keine störung, das ding steht sicher auf festem boden. nicht so wie bei mir zu hause, im neuköllner biedermeier, wo der holzboden ächzt und schwankt beim schleudern. jetzt hängt die wäsche draußen auf der terrasse und ich schwitze langsam nicht mehr.

dass ich mir auch natascha gangl gespart habe, weil zu heiß, zu spät, keine aufnahmefähigkeit mehr. das tut mir jetzt leid, denn davon höre ich über ecken und durch ritzen nur gutes, bestes, großartiges. und da gibt es so bald womöglich keine gelegenheit mehr. ach.

ach, ach, ach. ich hatte ja keine ahnung.

alle fünf texte heute habe ich natürlich gehört, die ersten drei unten im lendhafen, die letzten beiden im studio. das musste sein, da gab es keinen weg darum herum. zwei haben mir nicht gefallen, aber dazu sage ich nichts. ich schreibe selber, das steht mir nicht zu. es geht um gefallen, manchmal auch um verstehen, aber eigentlich nur darum, dass es eben nicht passt. zu mir. anderen geht es ebenso, aber mit anderen texten. eine gerechtigkeit gibt es nicht in der kunst.

es ist gut, es ist schluss. morgen. ich sollte mich noch weiter davon entfernen, den vielen worten um und über die texte. die doch auch nur text sind und wort. aber hörbar natürlich, in klagenfurt ist das wort immer auch klang. nicht zuletzt klang, vor allem anderen klang. davon lasse ich nicht, niemals.

es ist wohl kein wunder, und damit verrate ich nicht zu viel, dass mir bislang die beiden melodischsten texte ganz vorn im herzen liegen, ganz nah. autor und autorin, die dazu auch noch zu singen wissen, in den text hinein, in den textfluss, ohne dass es auffällt oder gar stört. es mag nicht alles stimmen im text, wechem auch immer. es kann gar nicht alles stimmen.

alles ist einfach, ganz leicht, wie im traum. wo alles recht ist, alles stimmig. ohne zu stimmen.

ps: ja, ich vermag kinga tóths freude und ihr glück zu teilen, das hart gegen mein eigenes schweigen, mein unglück steht. ich liebe es, so tief.

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