am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

bonding (16)

etwas von dranbleiben schrieb ich im april in hamburg. das ist fast zwei monate her, und nichts hat sich getan seither. nein, nicht nichts. aber nur wenig, und nichts davon am text. für einen einigermaßen angemessenen titel habe ich mich entscheiden können. endlich. einer der für die arbeit taugt, immerhin. und meine ich-erzählerin hat mir ihre berufliche ausrichtung verraten. auch das erleichtert mich. es wird für die story zwar nicht besonders wichtig sein, aber dennoch muß ich über die erzählte zeit hinweg, die ja einiges an jahren umspannt, darüberinformiert sein. andere kleinigkeiten noch, die vielleicht gar nicht so klein sind. dennoch fallen sie mir heute abend nicht ein.

doch ja, es geht weiter, mit jedem kleinen fetzen. das alles ist wichtig, ich weiß. noch ermüdet es vor allem, begeistert mich wenig und sitzt nicht auf dem punkt. eher liege ich immerzu hauch daneben.

aber es ist eben noch längst nicht alles erschöpft.

bonding (15)

ich muß dranbleiben, darf mich nicht wieder völlig verzetteln. und darüber den text nicht nur verlieren, sondern womöglich vergessen. also teste ich strategien aus, setze mir zeiten und orte fürs schreiben. heute in einem hamburger café, warum auch immer.

fertig geworden bin ich nicht mit dem anstehenden vierten kapitel. aber besser ist jetzt doch so einiges. überhaupt wird alles immer besser.

bonding (14)

durch die straßen gelaufen, aber nirgendwo eingekehrt. zuviel sonne auf einmal, zuviel licht und blau. und zuviel unruhe in mir, zuviel chaos. kein gedanke an eine titelfindung oder ähnliche kleinteiligkeiten. also radeln, am wasser entlang, und dann eben laufen. ich mag die kleine stadt, die so bieder ist, so sauber, ganz anders als berlin. doch das ist es nicht, warum ich am liebsten bleiben würde. es ist das licht. und das dunkel in der nacht. und die stille, die daraus erwächst.

am abend dann aber noch einmal durch das letzte kapitel, es hilft ja nichts. besser jetzt, klarer und tragender für alles weitere. aber immer noch nicht gut.

morgen geht es zurück nach berlin. wie es da dann weitergeht, kann ich noch nicht sagen. nur, daß es irgendwie weitergehen sollte, diesmal. alles andere wäre fatal. aber schon in den kommenden tagen bleibt kaum zeit. vielleicht sollte ich mich disziplinär selbstverpflichten. jeden tag wenigstens einmal die datei öffenen und reinlesen, notizen machen. das sowieso, eigentlich immer. jede woche wenigstens einen tag reservieren, um weiter am text zu arbeiten, und wenn es nur ein satz ist. oder drei worte. besser wäre natürlich mehr und kontinuierlich voran.

damit wäre das zeitproblem gelöst, vielleicht. das problem der kontinuität. ein anderes aber bleibt. eines, das ich gern vernachlässige, vergesse, weil ich es nicht wahrhaben mag. weil es kaum lösbar ist. die tatsache nämlich, daß es kein gegenüber gibt, keinen mitlesenden, keine kritikerin auf dem weg, keineN lektorIn.

das ist das eigentliche manko, das es so unendlich schwer macht. das ist das, was damals anders war. als ich das erste buch schrieb. und da weiß ich nicht weiter, ganz ehrlich. in einen volkshochschulkurs, wie vor dreißig jahren, passe ich natürlich nicht mehr. das liegt lange hinter mir. alles andere aber, was es da noch so geben mag, hat mich nie gefunden. da war ich wohl schon zu alt und in kein hochschulgeflecht eingebunden. und sowieso viel zu menschenscheu, für alles.

so ist das jetzt.

bonding (13)

das soll erfüllt, und das nicht nur irgendwie. bis auf die letzten fünf seiten fühlt sich alles recht solide bis gelungen an. danach sah es nicht aus in den ersten tagen. das wichtigste: ich erkenne mich wieder im schreiben, ich bin mir vertraut. im moment weiß ich nicht mehr, was all die zweifel immer sollen. da ist nichts, was nicht mehr funktioniert. so wie früher oder eben anders. aber es geht, mit aller leichtigkeit und schwere. eigentlich ist es sogar besser.

die fünf seiten sind auch kein problem. ich bin ja morgen noch hier. oder ich nehme sie mit nach berlin, da muß es ja schließlich auch irgendwie weitergehen. das wäre sogar gut, einen fixen anknüpfpunkt zu haben. möglich natürlich, daß der alltag in berlin das eigentliche problem ist.

wie also geht es weiter, zurück zu hause? wo ich keine tage zur verfügung habe, einen auf den anderen, an denen ich stunden vor dem bildschirm sitzen kann. ende offen, und wenn es zwei, drei oder vier uhr nachts wird. aber auch anfang offen, schlendern, glotzen und hadern. auch das gehört dazu. schreiben braucht so viel zeit. so viel disziplin.

wie also weiter, nächste woche?

bonding (12)

gestern habe ich über einen taubenschlag geschrieben, heute morgen auch nochmal, bei der überarbeitung. eben dann, beim flanieren durch die kleine stadt mit einem schokoeis in der hand, stand ich unvermittelt vor einem. ein taubenschlag, irre. hab ich ja ewig nicht mehr gesehen!

so findet sich alles. auch die dinge.

bonding (11)

die vorgehensweise der letzten monate stellt sich als nicht besonders glücklich heraus, was allerdings auch keine große überraschung ist. nichts, absolut gar nichts habe ich getan, seit ich das letzte mal hier in schreibklausur war. das läßt sich leicht am zeitstempel der datei anblesen: 16. 12. 2017.

also immer wieder von vorn, so fühlt es sich an. auch wenn es natürlich nicht ganz so ist, sondern vielmehr ein durchaus notwendiges wieder einfinden, das dann in einem kleinteiligen überarbeiten ausartet. normalerweise macht mir das richtig spaß, ist eigentlich mein liebstes. routinearbeit zwar, sorgfältigstes überdenken und arrangieren. dennoch toll. aber das dann immer und immer wieder an derselben stelle, alle paar monate, immer wieder die ersten beiden kapitel.

das nervt.

aber das ist jetzt getan, hoffentlich. weiter geht es ab jetzt im text, mit dem richtigen schreiben.

naja, richtiges schreiben. was immer das jetzt wieder heißen mag? oder: wie das wieder ausarten mag!

bonding (10)

scheiß auf die kotzerei. zu hause durch das zweite kapitel inklusive der letzten vier seiten. da war nicht viel. geht also.

außerdem strategische überlegungen, das dritte kapitel in zwei zu schneiden. da muß am ende noch was rein. das wird zu seltsam, zu chaotisch, wenn ich das zusammenpacke. das ist ein neues thema. und es soll ja alles schön einfach sein, beinah glatt auf den ersten blick.

bonding (9)

langsam finde ich mich ein. hätte ich jetzt noch zwei wochen, käme ich in fluß. hätte ich zwei monate, wäre ich glücklich. und vermutlich fertig, zumindest aber durch bis zu einem ersten ende. danach dann weiter, wieder von vorn. so aber.

nur morgen noch, am montag geht es zurück nach berlin. mit ein wenig glück komme ich durch das zweite kapitel, noch vier seiten. fertig ist es damit dann aber sicher noch nicht. lange nicht.

gut ist, daß es funktioniert, das schreiben. besser sogar, als ich es in erinnerung habe. vielleicht weil ich älter bin, weil ich das schwätzen satt habe. gut ist auch, daß sich fehlende bausteine finden und ohne probleme in die story einpassen lassen. besonders gut ist, daß das bestehende textmaterial taugt, auch wenn ich es immer noch nicht glauben mag. es ist so. es ist (eigentlich ganz) gut.

aber langsam bin ich, über weite strecken unkonzentriert und dann doch viel zu schnell erschöpft. ich weiß auch nicht. ich bin entweder überlastet oder aber krank. vielleicht.

bonding (8)

in den text hinein trägt mich jedesmal eine noch tiefere, trostlosere traurigkeit, die keinesfalls die meine ist. das habe ich heute endlich begriffen. ich selbst habe ja eher angst bis hin zur sinnlosen wut. das ist auch schwer zu ertragen mitunter, aber es ist anders. ganz anders.

noch weiß ich nicht, warum und wie ich aus dieser lähmenden stimmung heraus erzählen soll. also nicht ich, sondern das ich, das diese geschichte erzählt. von der story immerhin weiß ich schon so einiges, und es wird immer mehr, immer besser, immer dichter. das steht mir deutlich klarer vor augen, als dieses traurige ich, das eigentlich nur schweigen will. so mein eindruck jedesmal, wenn ich mir ihm nähere. über die geschichte weiß ich also wesentlich mehr als ihre erzählerin, aber so muß es ja. sowieso.

doch dieses tieftraurige, wie erstarrte ich ist es, das letztendlich alles formen wird. nicht ich. und ich weiß nicht, wie wir zusammenfinden können. noch nicht.

ich weiß auch nicht, wie sinnvoll eine geschichte oder ein buch aus einer derart depressiven grundstimmung heraus erzählt sein soll. oder könnte. oder vielleicht gerade? ich meine, die story würde das durchaus tragen. aber kann ich das tragen? ertragen?

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