am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

bonding (7)

einfach weitermachen. ohne impuls und inspiration, manchmal geht es nicht anders. weiterschreiben an dem punkt, den ich mir gemerkt oder notiert habe. ganz egal, wie lange es her ist. die zeit mag darüber hinweg gegangen sein und mit ihr sämtliche gelegenheiten. weiter geht es dennoch, wenn auch anders vielleicht. schwächer oder verdrehter, verrückt vielleicht. in eine ganz andere richtung weisend. oder viel besser am ende. egal.

kapitel eins jetzt durch. endlich.

bonding (5)

ich will. weiterarbeiten, weiterschreiben. und finde doch den weg nicht, die zeit. denn zeit ist noch lange nicht offen, selbst wenn sie frei ist.

deshalb zügig zwei weitere schreibzeiten außerhalb von berlin eingetütet. einmal wenig mehr als ein tag im november in hamburg, wo ich ohnehin sein werde. ein zusatztag sozusagen. anfang dezember dann noch einmal vier tage in der gegend meiner ersten klausur im sommer. eine andere unterkunft, schöner wie ich hoffe. aber auch teurer, naja. sollte es wert sein. hoffe ich.

so spät mit der schreibarbeit zu beginnen, ist keine gute idee. das war es nie, aber früher fiel es mir doch ein wenig leichter, ganz am ende noch eine ladung drauf zu packen. jetzt ist es einfach nur erschöpfend und wenig befriedigend. obwohl es mir dennoch natürlich erscheint, die nacht dazu zu nutzen. was denn sonst?

so vieles, das überdacht und eventuell neu konstruiert werden möchte. ich weiß nicht. was mir fehlt, ist ein gegenüber, ein gesicht. und das geht tief.

bonding (4)

dann doch noch die datei aufgemacht, die mappe mit den notizen hervorgeholt. und festgestellt, daß ich schon schleichend rausgerutscht bin aus dem text. nach knapp zwei wochen. nicht gut! aber auch nichts, noch nicht, was nicht zu beheben wäre. einfach machen, darauf kommt es jetzt an. weitermachen. selbst wenn es sich verdammt nochmal fürchterlich anfühlt. unsauber und unsinnig, alles, was da steht. figuren, die mir fremd sind, die ich fast vergessen habe. die ich nicht mehr kenne, nicht erkenne. von denen ich nichts zu wissen scheine.

das ekelt mich, so kann ich nicht arbeiten. das ist meine grundlage. die menschen und was sie sind, was sie tun.

heute also durch den dreck, das brackwasser, das sich gesammelt hat in der schreiblosen zeit. ohne rücksicht, ohne angst vor dem ekel. durch das erste kapitel, immerhin. nicht fertig, aber durch. so sieht es aus.

morgen wird es dann besser sein. so kenne ich das. ich erinnere mich, ein wenig zumindest.

verschrieben

an schreiben ist auf einer solchen reise nicht zu denken. ich weiß das, ich hätte es wissen sollen. trotzdem habe ich natürlich alles mit, die unterlagen den rechner, die dateien. nur wozu?

hier ist weder ruhe um mich herum, noch ruhe in mir selbst. hier sind menschen, die mich freudlich beherbegren. die sind toll, das ist toll. doch ich habe angst, immerzu, daß ich sie störe wie si mich stören. trotz allem. ihre dinge sind wie gedanken für mich, wie fremde welten.

oder ich bin unterwegs, werde verpackt und befördert. muß beständig achtsam sein, mich nicht zu verlaufen, zu verlieren. dazwischen warten, unendliches warten.

ich bin wahrlich keine gute reisende. reisen befreit mich nicht, wie es bei anderen der fall zu sein scheint. reisen nimmt mich gefangen, sperrt mich ein in den schmerz der körperlichkeit. reisen nimmt mir, mehr als alles andere, die träume. eine kombination, die mir seit jeher fürchterlich ist.

dazu kommt, daß in den kommenden wochen auf allen ebenen absehbar die arbeit mit voller wucht einschlagen wird. also wieder und weiterhin kein schreiben in sicht, keine zeit.

das ist übel. hätte nicht gedacht, daß das so schnell geht. nach diesem wunderbar gelungenen ansatz. es ist ein elend, und genau so fühlt es sich an.

bonding (3)

der schreiburlaub ist vorbei, das schreiben natürlich nicht. im moment arbeite ich nach der einfachen devise: immer am text entlang. denn es gibt ja einen text, es gibt viel text. das ist ein glück, so kann ich gleich in die feinheiten einsteigen. die sprache selbst, da ist noch viel drin. es dauert aber auch, es braucht seine zeit. drei seiten heute, immerhin. aber da muß ich noch mal ran, das weiß ich jetzt schon. dabei ist das erste kapitel das noch am gründlichsten überarbeitete.

daran denk ich besser nicht, was da auf mich zukommen mag. stattdessen die devise: erstmal durch den text, komme was da wolle. schritt für schritt. gründlich, anders geht es nicht.

was außerdem unmittelbar wieder auf den plan kommt, ist die arbeit, die brotarbeit. gleich morgen, da hilft nix. hinzu kommt also jetzt wieder das timing, die handhabung des ständigen wechsels. dabei müssen entscheidungen getroffen werden, die winzig erscheinen, es aber nicht sind. hinter ihnen lauert das vergessen und damit das versanden, das scheitern.

was ich brauche ist also eine gelungene balance zwischen brot und kunst. anders gesagt: ein leben.

fazit (2)

schwer, aber gut. ich sollte zufrieden sein. ich sehe, was geschafft ist, und es ist viel. mehr als ausreichend auf jeden fall. wenn auch nicht alles, was ich mir vorgenommen und was zusätzlich an mir vorbeigeschwebt ist in den letzten 14 tagen. natürlich nicht. denn da ist noch mehr, viel mehr zu tun.

ich erkenne mich wieder im schreiben, das ist das wichtigste. ich erinnere mich, wie es war, als das ganz selbstverständlich im zentrum von allem stand, ohne große mühe, ohne zweifel. und ich erkenne damit, wie weit ich mich davon entfernt hatte, wie tief eingesunken ich war in die reine vorstellung von kreativität. mein leben war erledigung und erschöpfung. von schöpfen keine rede.

völlig vergessen hatte ich in der weitgehehend wortlosen zeit, daß mit dem schreiben immer auch das bauen kommt. wenn die türen der wahrnehmung und intuition sich öffnen, dann auf ganzer ebene. mein spektrum ist weit, so habe ich also nun eine liste mit wohnunginternen umbauideen. oder ansätzen zumindest, die auch noch entwickelt und umgesetzt sein wollen. das ist gut, es darf nur nicht zum schreibersatz verkommen. das wäre gewissensberuhigung und selbstbetrug, was es tatsächlich schon allzuoft war. in wuppertal bereits, wo ich zuletzt die gesamte wohnung, jedes stück wand, sämtliche decken und alles, alles, alles andere renoviert habe. statt zu schreiben.

doch ich bin handwerk, das ist klar. ich sollte mich ab sofort endlich so nennen. ich bin das ewige zwischending: nicht wirklich frau, aber auch kein mann, nicht ganz und gar prolet, aber auch nie und nimmer intellektuell. ich lebe in einer werkstatt. ich bin mein werkstoff solange ich lebe. das ist der nährboden, in dem ich die dinge pflege, die meine welt bevölkern. das ist meine arbeit.

wirklich nicht gelungen ist mir in der vergangenen woche, den aspekt der meditation zu integrieren. allerhöchstens ansatzweise, mit anstrengung und unlust. das geht so nicht. ein guter geist, mehr bekannt und vertraut als beherrscht, ist zwingender bestandteil einer jeden werkstatt.

es braucht intuition und traum. für alles.

bonding (2)

einfach anfangen ist leicht gesagt, aber gar nicht so einfach. bis es dann getan ist. dann ist es am ende doch eher harmlos gewesen, eine handbewegung nur. und schlagartig ist alles, was zuvor möglich erschien, gar nicht mehr so einfach.

eine seite, die erste. ein bereits gut durch- und bearbeitetes stück text, wie mir schien. hat sich dann doch in seiner ganzen vielschichtigkeit aufgefaltet, die ich nicht erwartet hatte. so kommt es, daß eine seite auch mal zwei stunden aufmerksamkeit fordert und morgen sicher noch einmal durchgelesen werden möchte.

danke, gern geschehen.

geht nicht

also so geht es nicht. den ganzen tag nur zeug erledigt und vor mich hingerödelt. das ist kein schreiben, keine kreativität. obwohl man das auch anders sehen könnte.

gestern nacht zum beipiel, todmüde nach einem höchstaktiven tag, fiel mich beim eintritt in die wohnung, endlich, die entscheidende idee für die neue garderobe an und drei schritte weiter darauf basierend ein neues lichtkonzept fürs bett. darüber war ich heute noch so begeistert, daß ich darin herumgedacht habe, listen angefertigt und dazu gegoogelt habe. und wie das so ist, wenn erst einmal eine idee sich in bewegung gesetzt hat, dann folgt daraus ebenso schnell wie logisch neue bewegung. die dinge passen sich eigenmächtig an, man muß es nur wahrnehmen. und notieren vielleicht, um es irgendwann umzusetzen.

man muß den ideen auch raum geben, sich zu entwickeln. raum und zeit. so manches wird sich noch ändern, bevor es umgesetzt werden wird. manche entwicklung kommt sowieso erst in gang, wenn die gegebenheiten abgeklärt sind. was bei baulichen maßnahmen recht handgreiflich ist: rohre, gewinde, kabel, haken und glühlampen.

beim schreiben ist es nicht viel anders. wer schreibt, tut das auch, wenn er gerade nicht schreibt.

in bezug darauf gab es auch eine idee heute, eine pragmatische. mein erstes thinkpad, das x61, ist für den normalen bürobetrieb längst bei weiten zu alt und zu unterdimensioniert. ausgestattet mit dem aktuellesten betreibssystem laufen zwar durchaus sämtliche programme, die zu meiner gewohnten ausstattung gehören, das aber nur in einem ganz und gar arbeituntauglichen tempo. indiskutabel und auch längst nicht mehr nötig, da ja inzwischen zwei taugliche arbeitstiere zur verfügung stehen. für alle fälle.

deshalb ist der kleine jetzt downgegradet, um ab sofort als schreibmaschine zu fungieren. zwei drittel der programme sind entfernt, geblieben ist nur textverarbeitung und eine rudimentäre internetausstattung für alle fälle. so passt es, zumal die akkuleistung noch grandios ist, über vier stunden.

als nächstes muß ich mir dann wohl ein passendes café in der gegend suchen, wenn ich hier zuhause das rödeln nicht lassen kann. wenn ich sonst nicht ans schreiben komme. das sollte sich finden lassen, immerhin befinde ich mich ja im allerhipstersten bezirk berlins. und vielleicht geht das ja doch irgendwie, das schreiben im café, zumindest für die anstehenden überarbeitungen. auf papier ging es ja auch, damals in wuppertal.

das muß ich jetzt wohl einfach mal probieren. alles.

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