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archiv: unter tage


antiamerikanismus

13. Januar 2017 - 12:01

morgens das radio aufdrehen, wie immer bbc, und als erstes den namen putin hören. für einen ebenso komischen wie schrecklichen augenblick den herrn trump vor dem geistigen auge schweben sehen, wie eine comicfigur. dieses zerrbild eines menschen. irritiert sein. verwirrt. irgendetwas stimmt doch da nicht.

dann die frage, ob das wohl möglich wäre in den usa. so etwas wie putin. oder erdoğan. also das sukzessive zerbrechen der demokratie hin zum machtmonopol, zur diktatur. dann die erkenntnis, wie sehr ich offensichtlich überzeugt bin von der solidität der vereinigten staaten. ich kann mir das einfach nicht vorstellen. immer noch nicht.

ob es das ist, was mir als nächstes verschwimmen wird? früh in diesem jahr, ganz bald schon?

workflow

07. Januar 2017 - 02:31

es ist ja so. wenn ich in den baumarkt gehe, muß ich hinterher etwas bauen. meisten weiß ich sogar im vorfeld, was das sein wird. deshalb gehe ich ja in den baumarkt. wenn ich hingegen zu ikea gehe, ist das ein wenig anders. dann möchte ich zum beispiel nach einem neuen besteck schauen, einfach so. ich weiß noch gar nicht, ob ich auch eines haben will. nach hause komme ich dann mit einem bambusschneidebrett, einem eimer und einer neuen stehlampe. das ist nichts besonderes, ich weiß. das gehört zum schwedischen möbelauserlebnis wie der inbusschlüssel.

zu hause fällt mir auf, daß mir die lampe eigentlich zu hoch ist. wenn ich ehrlich bin, dachte ich das im laden schon. und ich dachte, daß ich sie ja irgendwie kürzen könnte, absägen oder so. doch das geht natürlich nicht. das kabel steckt bereits in den rohrstücken, die nur noch zusammengeschraubt werden müssen. an einem ende die fassung, am anderen ende der stecker. wie soll ich da eines der rohrstücke rauskriegen? es dauert eine weile, bis ich darauf komme, einfach den stecker abzuknipsen, um das kabel ausfädeln und das überflüssige rohrstücke entfernen zu können. jetzt brauche ich aber einen neuen stecker. ich muß also zum baumarkt.

außerdem: bei der alten stehlampe, die ich ja eigentlich wegschenken wollte, habe ich dann noch den fuß abgeschraubt, drei löcher in die stange gebohrt und sie an den schrank mit der stereoanlage geschraubt. (ja, so etwas besitze ich noch.) das schien mir praktisch und sinnvoll, schrauben dafür hatte ich natürlich. die henkel an den eimer zu schrauben, das war leicht. wesentlich leichter, als den lampenschirm auf das drahtgestänge zu bekommen. das hatte es in sich. das bambusbrett habe ich noch geölt, wie es sich gehört. alle anderen auch gleich. nur das besteck habe ich gelassen, wie es ist.

ausblick

31. Dezember 2016 - 15:02

vielleicht sollte man einfach nicht zurücksehen, ganz so wie madame es empfiehlt. auch wenn ich nicht die meinung teile, daß für mich irgendeine endausbaustufe erreicht ist oder jemals sein könnte. ich bleibe lieber baustelle, für jetzt und für immer. was denn sonst? 2016 ist dennoch am ende, soviel steht fest.

doch auch wenn ich nach vorn sehe, möchte ich lieber augenblicklich erstarren als entspannen. politisch betrachtet wird 2017 absehbar ein desaster, sowohl lokal als auch global betrachtet. alles andere käme einem triumpf gleich und steht kaum auf dem zettel. es ist beängstigend. es rückt mir immer näher, auch wenn ich das zu verleugnen versuche. wie seit jahren bereits.

gleichzeitig sieht privat betrachtet alles wunderbar ruhig aus, friedlich und sicher. die finanzierung steht, urlaube sind geplant, ausflüge an luft und wasser, raus aus berlin. rund um berlin auch, dieses eigenartige land, das ich so gut wie noch gar nicht kenne. dabei bin ich eine so unglaublich schlechte reisende. aber es sieht gut aus, im großen und ganzen. es geht immer weiter.

ich werde also arbeiten und wach bleiben und dabei. hier und jetzt und darüber hinaus. vielleicht kaufe ich ein boot, mal sehen. und ich werde wieder bloggen, versprochen.

ansonsten

16. Dezember 2016 - 15:46

mein persönliches jahr 2016 hingegen hatte wenig schrecken zu vermelden. nur einen eigentlich, den tod des freundes im sommer. nicht unerwartet, aber so unnötig wie nur was. ein tiefer schnitt. sonst war alles gut, vielleicht sogar besser.

vor allem war ausreichend arbeit, daher ausreichend geld, nahezu durchgehend vorhanden. nur im sommer klaffte ein großes loch, ausgerechnet. trotzdem: das war das erste mal seit jahren, wenn nicht noch länger. dennoch habe ich mich im frühjahr endgültig entscheiden, wenn möglich halbtags in eine anstellung zu wechseln. wer hätte gedacht, daß das tatsächlich klappen könnte? nicht einmal ich so richtig. es hat aber geklappt, es ist sogar eine festanstellung. und bislang bin ich sehr zufrieden. ich hoffe, man ist auch ausreichend zufrieden mit mir. (auch wenn es derzeit noch hartes brot ist, alles andere als routine.)

dementsprechend gibt es viel neues zeugs hier, einfach weil ich es mir auf einmal leisten konnte. unter anderm eine neue küche. selbstgebaut natürlich, aber dennoch eine investition. mit geschirrspüler und so, einer neuen, höher installierten arbeitsplatte, schicker spüle und auch sonst viel holz. hätte nie gedacht, daß eine küche so wichtig sein kann. ich meine, ist ja nur eine küche. wozu braucht man die schon. ist aber so.

viel unterwegs war ich auch, für meine verhältnisse zumindest. erst rügen, da war fast noch winter. etwas später ein bißchen durch brandenburg, da war im grunde auch noch winter. brandenburg ist wunderbar. dann klagenfurt, logisch. auch wenn viele andere nicht gekommen sind, mir ist das wichtig. und das bleibt auch so. schließlich über leipzig nach münchen und wieder zurück, zwischendurch in berlin ein bißchen rumpaddeln und rumradeln. alles sehr fein.

außerdem ist immer noch die fRau mit dabei, meistens jedenfalls. alles in allem: das macht sich ganz gut.

böse geister

14. Dezember 2016 - 00:51

zum des jahres sind die fragen um so größer. wie konnte es dazu kommen, zu brexit und trump? und was noch alles? privat wie global, was um himmels willen ist denn noch möglich, das zuvor nicht einmal denkbar war? war sarrazin nicht schlimm genug? le pen, petri und höcke. ich weiß nicht weiter, kein wort, schon lange nicht mehr. ob das alles ist, ob es wahr sein kann. wie es weitergeht. ich bin nicht sicher. ob es wirklich ist. ob es wirklich das ist, worüber ich mich aufregen soll.

oder ist es nicht vielmehr die erkenntnis, daß wir keine argumente haben gegen die mörder, die schlächter. keine instrumente und keine waffen, keinen weg. wer das töten will, wird es tun. er wird es ankündigen und in die tat umsetzen. und niemand wird wegsehen. wozu auch? so läuft die zeit und nichts hilft. das ist es, was um sich greift. diese unausweichlichkeit gegenüber der gewalt. diese trostlosigkeit in der welt, seit jahrtausenden.

die bösen geister, überall.

ratlos bin ich. mit nichts in den händen, nur mit rauschen im hirn. weiße leere, uralt. anderswo, in aleppo, nicht weit, aber nicht hier. jetzt. da liegen leichen in den kellern, massenhaft. das weiß ich. da leben menschen. noch.

so krönt sich dieses grausame jahr mit entsetzen, mit tod, mit mord. mit schlachten.

pro pulse

16. November 2016 - 23:53

ein wenig betrunken nach dem tango, vom alkohol wie auch vom tanzen, beides. dabei habe ich vor zwei wochen oder so noch darüber nachgedacht, ganz damit aufzuhören. tangokrise deluxe, ernsthaft. ich ungelenkes, taktloses etwas, zu ängstlich, zu menschenscheu. es schien mir zuviel. es schien mir genug.

jetzt aber, auf einmal beginnen im tango die momente, in denen niemand mehr weiß, wer das eigentlich tut. das gehen, das tanzen, das zusammenspiel. fast wie im schreiben. ich bin überrascht.

a la vida

24. September 2016 - 18:14

die gläser heben auf den toten freund. wie seltsam das ist, als würden wir ihn hochleben lassen. wie traurig. und wie schön auch. gegessen haben wir, getrunken und viel gelacht.

fail?

15. September 2016 - 01:03

was für ein dämlicher tag, der mit einem eigenartigen pc-versagen begann. fast zwei stunden für eine knappe seite übersetzung, weil das arbeitsgerät dauernd festhing. beim doc dann natürlich nichts mehr davon, alles ganz geschmeidig. und danach hier dann auch wieder. was für ein driss. (vor allem, weil es vermutlich die win 7-update-politik von microsoft war, die den rechner lahmgelegt hat. ein hauseigener bug sozusagen. das mag ja sogar so gewollt sein, das kann man ja aber abschalten. zum glück.)

bei der kawa, die seit zwei wochen auf ihren tüv wartet, ein bißchen was neues. der schrauber vor ort, immerhin. aber noch keine plakette, nicht einmal die wenigen ersatzteile. also weiter warten.

zu hause zurück dann keinen überblick mehr, keinen plan. die drei noch offenen dateien bearbeitet, anschließend zu nichts mehr gekommen. statt dessen an dem alten zweitlaptop (x61) herumgebastelt. es umgebaut, ziemlich programmreduziert, um es zu einer schnittigen, kleinen maschine zu machen. ein ding, das zwar internet kann, wenn es sein muß, dem das aber nicht gnaz so leicht fällt, prozessor-und arbeitsspeicherbedingt.

eine schreibmaschine also, handlich und leicht. für unterwegs. könnte nötig werden, demnächst. hätte ich zumindest gern so.

hab ich jetzt.

wenns am schönsten ist

02. August 2016 - 22:09

aber nach dem tango ist vor dem tango. immer.

25. Juli 2016 - 06:01

wenn es doch immer so still sein könnte wie jetzt gerade. und wenn es dann bitte dunkel werden würde, ganz langsam. und dann nie, nie wieder hell. und heiß. und wirr.

keine menschen mehr und keine fragen. keine anforderungen und ziele, keine absichten oder verpflichtungen. keine wünsche, keine träume, keine zeit. bitte.