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archiv: unter tage


dentale raserei

23. September 2017 - 00:39

hinter jeder angst lauert die wut. bei mir auf jeden fall. die vorstellung, menschen mit gefährlichen waffen in meinen gesicht arbeiten zu lassen, freiwillig bis ins mark mitunter, macht mir offensichtlich soviel angst, daß ich tief innen rasend werde. augenblicklich. tage vorher schon. nächtelang.

lange konnte ich das nicht zuordnen. dieser zustand, der bis ins existentielle reicht. kaum daß ich um die angst wußte, geschweige denn um diese art von wut. die sich wehren will, um jeden preis. kampfmodus, so sinnlos wie deplaziert. unangenehm und auf ewig fremd. aber aktiviert. und vertraut. verdient.

wozu der dreck?

vorgestern fiel es mir ein, und gestern hat es sich übelst bestätigt. kurzfristig war da die hoffnung, das frische wissen könnte helfen. irgendwie. doch die erkenntnis hat nichts geändert, eher im gegenteil. nichts ist passiert, was sich nicht regeln lassen würde. und ich war sinnlos böser denn je.

wissen ist nichts gegen die angst und die wut, die die knochen frißt.

wenn ich so bin, bin ich meinem ursprung, meiner mutter am nächsten. dann bin ich wie sie, ihr dicht auf der spur zumindest. so nah ich nur kann. dann treibt mich das, was ich denke, daß sie antreibt zu tun, was sie tut. oder tat. ohne daß ich wüßte, was genau es ist.

außer kontrolle.

ich kenne nur das ergebnis, ich spüre es in jedem wort von früher, jedem bild und der musik vor allem. all die grausamkeit, die glühend heiße, brüllende panik. dieser kalter kern dazu, die fühllosigkeit und leere. absolut und überlebensnotwendig.

wobei es womöglich nur eine ahnung ist. was weiß ich schon. das mit der kälte kenne ich noch nicht von mir. und ich will es auch nicht wissen, wo es ist. in mir.

ich lasse es. los.

dentales scheitern

22. September 2017 - 23:49

zahnarzttermine gehen mir immer daneben, das ist nicht neu. eigentlich weiß ich nicht einmal, ob das überhaupt möglich sein kann: bei dieser gelegenheit nicht total zu versagen. das scheint mir nicht machbar, nicht einmal denkbar

so auch gestern, als die eigentliche zeit kopfüber liegend auf dem stuhl kürzer war denn je und ohnehin kein wirklich gravierender eingriff mit gefährlichen waffen mitten in mein gesicht anstand. statt dessen die unfähigkeit zur kommunikation, meinerseits. vielleicht auch auf seiten der zahnschlächter, wer weiß. wir haben es nicht leicht miteinander.

dann, als alles längst vorbei ist, rifft mich unsäglicher bürokratischer unsinn, auf den ich hier nicht näher eingehen will. (könnte teuer werden, auf lange sicht.) und es passiert, was passieren muß. die mühselig gezähmten andrenaline entgleiten mir, ich meckerre herum, schnauze menschen an, die dazu nichts können. vor wut. einfach nur vor wut.

am ende bin ich mir peinlich in meinem versagen, in meinem scheitern. lächerlich.

vom schreiben leben

20. September 2017 - 00:14

heute dann mal, das heißt eigentlich natürlich gestern, zirka zwölf stunden gearbeitet. plus beinah zwei stunden büroanreise duch stadtverkehr, dummes gehupe und dauergedränge. also kein bißchen eigenraum im hirn, den ganzen tag nicht, von schreiben ganz zu schweigen. einmal kurz nach unterkünften geschaut, um bald wieder eine schreibpause einlegen zu können. eine pause zum schreiben meine ich. vielleicht nur ein verlängertes wochenende diesmal, aber anders scheint es ja nicht zu gehen.

dabei habe ich geschrieben, den ganzen tag. englisch und deutsch, worte, texte, korrekturen. ich lebe ja mittlerweile vom schreiben. nur irgendwie anders.

meine logik

18. September 2017 - 00:17

wie dumm ich dastehe, wenn zwei logiker unvermittelt aufeinandertreffen, sich sofort finden und augenblicklich konstrukte austauschen. wie sich darin sich darin verstehen, im vergleich, in der ergänzung. nicht im kampf, das verstehe ich genau.

während ich verloren dazu schweige, nichts beizutragen habe. weil ich nichts verstehe.

meine logik ist anders beheimatet, denke ich, irgendwie innerlich. und widersprüchlich natürlich, hochgradig intuitiv. esoterisch meine ich damit übrigens nicht, nicht befindlichkeitsverhaftet oder in bauchgefühle vergraben. was man mir vermutlich nicht unbedingt glauben wird.

wie auch immer, das ist die mir zur verfügung stehende macht. ich kenne sie, ich weiß, was ich tue. was mich sicher auch nicht so einfach so abgenommen wird.

dazu rede ich zu selten.

änderungen

16. September 2017 - 19:51

die hausverwaltung hat die betriebs- und heizkostenabrechnung geschickt. die erste, die sich auf einen zeitraum bezeiht, in dem ich ohne rücksicht auf verluste einfach alles geheizt habe. fast die ganze wohnung, nur das schlafzimmer nicht so sehr. das hab ich sowieso lieber kühl.

dadurch haben sich erhebliche mehrkosten von zirka vier euro und zehn cent monatlich ergeben. was meine fast schon übliche rückzahlung von knapp sechzig euro auf nunmehr zwei euro und achtzig cent minimiert hat und obendrein offensichtlich eine heizkostenpauschalerhöhung von fünf euro monatlich dringend nötig macht.

na, mir solls recht sein. krieg im nächsten jahr eben wieder was zurück. so etwa sechzig euro, würde ich sagen.

ja, ich weiß. das schreibt sich so leicht dahin, wenn es wirklich nicht mehr auf die letzten fünf euro ankommt. mir ist das auch immer noch fremd. ich erinnere mich genau, wie es ist, die wohnung nur mit schlechtem gewissen ausreichend zu heizen. nicht nur die letzten fünf euro, auch die letzten zwei oder den allerletzten überhaupt mehr als nur einmal umzudrehen.

ohne daß das etwas ändern würde.

disquiet

13. September 2017 - 23:35

große unruhe beherrscht mich, wohl wegen des anhaltenden nichtschreibens aufgrund von zeitmangel. sicher bin ich aber nicht. es gibt da ja auch noch ein privatleben, von dem hier nicht die rede sein soll. nicht so zumindest. hier bin nur ich. und vor allem anderen ist ohnehin gerade eines: die arbeit ist zurück, wenn auch noch nicht in voller wucht. das kommt erst freitag und geht dann zweifellos bis zum ende des monats. verdammt. das schreit nach weiteren änderungen, anpassungen, entscheidungen. jetzt schon.

den büroalltag heute mit einem großartigen migränecrescendo beendet. tabletten eingeworfen und heimgefahren in wind und wetter, was kein spaß ist auf der schweren maschine. dabei nachdenken über geld. nicht, daß es fehlen würde, aber umgehen muß man ja doch damit.

doch danach der regenbogen.

episoden

11. September 2017 - 21:32

in fünf tage durch vier städte, so richtig meins ist das nicht. am ende bin ich verwirrt und leer zugleich. dem schreiben hilft das nicht. gar nicht.

andererseits: die kurze frage gestern nach einem text, einem ziemlich großartigen text, den ich vor jahren geschrieben habe, und der es zu nichts gebracht hat, treibt mich. die ergänzung auch, ob ich nicht in diese richtung?

nein, will ich eigentlich nicht. ich will den roman fertigmachen, jetzt. aber es ist dennoch in meinem kopf, nicht besonders gut bedeckt. sowieso nicht. die ganze zeit nicht. ich habe einen titel für eine kleine sammlung kurzer und kürzester und mitunter auch ein klein wenig längerer episoden mit lediglich thematischem zusammenhalt. wenn überhaupt. und ich würde sie mir zurückwünschen, die intensität von damals. auch wenn ich weiß, daß es nach jahren unterbrechung deutlich anders werden würde.

was wiederum gar nicht so schlecht wäre.

ch

09. September 2017 - 11:34

ich bin gar nicht in konstanz, ich bin ich kreuzlingen. jeden tag laufe über die grenze hin und wieder zurück, das ist nicht außergewöhnlich. seltsam ist, daß man die grenze erkennt, ziemlich deutlich erkennt. meistens jedenfalls, da wo ich hergegangen bin. und daß das geld ein anderes ist. am überraschendsten allerdings war die kontrolle im bus. das hatte ich nun wirklich seit jahren nicht, daß da leute in warnwesten zusteigen, mit waffen am gürtel und die ausweise checken.

ob das an der schweiz liegt? glaube ich eigentlich nicht, auf dem hinflug wurde nicht ein einziges mal mein ausweis verlangt. willkommen europa!

05. September 2017 - 23:50

heute ist es wie gestern, nur ohne migräne. es ist eine große erleichterung, nach den klassischen acht stunden arbeit nicht gleich wieder an die arbeit zu müssen. was ich jetzt zusätzlich mache, und das ist ja auch nicht gerade wenig, kann ich weitgehend frei einteilen. und einfach mal was anderes machen.

zum beispiel kurz mal so richtig sauer werden, weil der motorradschrauber seit bestimmt drei monaten kein bißchen voran macht. daraufhin dann ein stück von einem regal absägen, weil ich es kann. und will. gute entscheidung, muß aber noch nachgearbeitet werden.

zeit + geld = gold

04. September 2017 - 23:33

neu ist, daß ich von der arbeit nach hause komme und nicht gleich in arbeit verfalle. in andere arbeit, brotarbeit, in abarbeit von sich ansammelndem zeug. das ist vorbei habe ich beschlossen und das daraus resultierende kapital dahin weitergereicht, wo es gebraucht wird.

das ist wunderbar.