am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

jetzt wäre ich gern am meer. gleich sofort, wenn es ginge, mitten in der nacht. egal. im dunkeln am strand, im wind und frieren vermutlich. das wäre durchaus okay. irgendwo an der ostsee, weiter muss es ja nicht sein.

ich will es nur hören und riechen, das wasser, sein mächiges rauschen und das salz in der luft. (gibt es das wirklich?)

ja doch, ich weiß. nicht in diesem jahr.

keine frage

im grunde wollte ich mal gar nicht so viel tun, aber natürlich war das eine illusion. ich wollte etwas lesen, wenigstens ein bisschen. und vielleicht endlich in die neue staffel babylon berlin schauen, eine, zwei oder drei folgen. wie gewagt.

stattdessen nur arbeit und ärger. und an die babylon-filme wage ich mich ohnehin nicht, so lange schon. wegen der erinnerung. an den kleinen mac, auf dem ich die ersten folgen gesehen habe, alle. auch wo ich sie gesehen habe, weiß ich noch genau. bei ihr oder bei mir oder anderswo, in dresden zum beispiel. ich erinnere das. alles. ich will das nicht.

also arbeite ich, richte alles darauf aus. jetzt dieses durcheinander, und irgendwann dann das schreiben. nur noch das. und was damit zusammenhängt, das übersetzen natürlich.

mehr ist nicht mehr, und so soll das wohl.

working hours

den ganzen tag am rechner, die über hundert einzeln übersetzen webseiten in zweisprachige tabellen übertragen. so soll das jetzt sein. das alles auch noch im doc-format. grauenhaft.

nicht, dass ich damit jetzt fertig wäre, nur ich bin fertig. völlig fertig, so sehr, dass ich jetzt nicht schlafen kann. weil ich erst noch ein wenig musik hören und tanzen musste. bis zu seite zweiundvierzig bin ich gekommen. weiter nicht, aber immerhin. mit der angestrengten letzten durchsicht der im grunde seriell erstellten produkttexte. um doch noch all die feinen fehlgriffe zu finden, die mir oder der maschine passiert sind. die kleinen varianten, die keinesfalls verwechselst werden dürfen. schließlich handelt es sich um vielschichtige, technische produkte, die sich nur äußerlich ähneln. abgesehen von den umformatierungen geht es auch darum, den deutschen texten das serielle zu nehmen, das bausteinhafte, sie also hier und da zu individualisieren. menschenfreundlich. so bin ich.

ich kann das schlichte englisch, das ja in sich eine gewisse eleganz hat, nicht einfach in ein schlichtes deutsch überführen. und dann so lassen. denn schlichtes deutsch, mit den im englischen so übichen permanenten wortwiederholungen, wirkt zu schnell zu dumm. nein, das geht gar nicht.

aber es dauert ewig, und es ist überaus langweilig und ermüdend. ich sitze zuviel, ich esse zuviel, ich bewege mich nicht , bei dieser art von arbeit. und vergesse zu trinken, obwohl ich immer wieder daran denke. heute zumindest war das so. das ist nicht hilfreich. und es wird endlos weitergehen, sicher noch bis in die nächste woche. dass mein hirn nicht frei sein kann, nicht schwingen oder auch nur ein wenig schweigen. naja

aber dass immer alles, das später kommen soll, weil es dahin verschoben ist. dass das dann so oft wegzulaufen beginnt und nicht mehr einzuholen ist. dass das nur allzuoft gar nicht mehr kommt. das ist ja auch so eine erfahrung.

arbeit

und dann reißt oder zerrt etwas im rücken, kurz vorm zu bett gehen. eigentlich beim zu bett gehen, fast schon im bett. es ist kein nerv, dazu ist der schmerz zu oberflächig und taucht auch nur bei bestimmten bewegungen auf. beim aufrichten zum beispiel, oder beim drehen, wenn ich nach dem lichtschalter greifen will. und ich komme dagegen an, schrecke nicht vor ihm zurück. auch kein rheuma also.

das war gestern. den schlaf hat es mir nur wenig gestört, immerhin. so gut wie gar nicht im grunde. verschwunden ist es aber auch nicht über nacht, was immer es ist. ein dumpfer druck, mittig, etwas nach rechts geschoben und dort verkrochen, dass ich ihn den ganzen tag kaum bemerkt habe. oder nicht wahrhaben wollte, weil ja alles ging, gehen und drehen, sogar motorradfahren. kaum ein problem. nur die müdigkeit nach und nach, die sich viel zu früh über die arbeitszeit gelegt hat. die anstrengung beim sitzen im büro, wo mir der bürostuhl seit jeher nicht so recht passen will. die unkonzentriertheit, bis in die augen, die kleine schrift auf den bildschirmen. wobei das wiederum auch an der brille liegen könnte, die mir nicht mehr taugt. was weiß ich.

die stelle ist nicht neu, übrigens. da beißt es mich immer, wenn es mich beißt. von hinten durch die brust, wo es dann bleibt für eine weile. es könnte schlimmer sein, ein hexenschuss oder so. ist es nicht. nur ein muskel vielleicht, eine andere art von verspannung, die mir die luft nimmt. während ich doch nur versuche, meinen kopf zu tragen. dieses leben zu leben.

ich verstehe nicht viel, dieser tage, jetzt. ich verstehe die welt nicht mehr. vieles ist so arg und so scchwer und viel schlimmer noch. so schlimm müsste es gar nicht sein. nichts. ich sehe das, doch das ist nur schwer zu erklären. vielleicht es eine lüge, ein missverständnis. etwas, das ich nicht verstehe. und deshalb nicht erklären kann.

es ist eine andere realität. ich lebe ein leben ohne kampf, bis zum schluss. so dachte ich mir das.

no man magic

dieser mensch, der präsident zu sein glaubt, ausgestattet mit macht. macht sein land zeitgleich zum schlachthof und schlachtfeld. und klingt dabei wie ein pfaffe, ein zauberer, ein schmock.

doch da ist niemand, kein mensch und kein zauber. da ist nichts, nicht einmal schlechte kunst oder heller wahn.

nur illusion.

da ist ein armer mensch, ein mann mit macht, der wirft dreck in die luft. das ändert nichts, das hat es noch nie. das macht es nur schlimmer. alles.

da ist keine magie.

bonding (114)

ich bin nicht ganz raus, das nicht. aber ich stecke auch nicht mehr tief drin im text. immerhin ist der übersetzungsjob jetzt zu einem drittel durch, das hätte ich so nicht erwartet. und das war sogar schon am letzten wochenende so gut wie gemacht, nur hab ich es da noch nicht einmal absehen können.

das also hat überraschend ein wenig ruhe in mein wochenende gebracht. mit dasitzen und nichts tun, mit balkonpflege und spazierengehen sogar. das dasitzen hat mich wieder näher an den text gebracht, ebenso an eine vorstellung von meiner rolle, meinem standing irgendwo in diesem betrieb. darum werde ich nicht herumkommen. und das ist vielleicht, was mich am meisten fordern wird. kann sein, dass ich es hassen werde. ich behaupte das gern, weil ich mich gern so sehe. scheu und missverstanden, zu zart und zu arm für diese welt. vermutlich wird es aber anders sein, natürlich wird es das. ich werde wege finden, fest in meiner sensibilität zu stehen, wurzeln zu schlagen in meiner tiefe, die kein abgrund ist.

wenn ich meine flügel entfalte, als wäre da wirklich ein engel in mir, dann ist das kein spaß. dann ist das groß. nur tue ich das selten, so gut wie nie. weil es sich meistens weder lohnt, noch irgendwie angemessen wäre. einfach so. ich muss das nicht.

ich muss zurück in den text, das ist alles. und ich sehe es kommen. seit heute, seit eben. meine zeit wird es zulassen, meine spielräume bis zur nächsten schreibzeit anfang august. es wird passen, womöglich sogar ohne stress. dieses mal. zwölf tage unweit von berlin in der kleinen stadt, in meiner liebsten und längst so vertrauten schreibunterkunft.

in wenig habe ich noch angst, dass die coronalage es eventuell doch nicht zulassen könnte. bis dahin sind es ja noch ein paar wochen, wer weiß schon, wie sich das alles entwickelt. aber andere machen richtige urlaubspläne, in andere länder und mit zugfahrten oder flügen gar. das habe ich nicht, das will ich auch gar nicht. und dennoch.

wir werden sehen. am schreiben wird das nichts ändern, hoffe ich. nur schade wäre es und traurig wäre ich. aber das bin ich ohnehin ständig. in diesem jahr besonders.

cool

draußen pfeifen die krähen den regen an. es ist ein wirklich schöner sommer, dieser coronasommer, schweißtreibend mit wind und regen. die autoreifen werden laut, wenn wasser in den straßen steht. lauter als die motoren, das heulen und kreischen der kavalierstarts, die die hiesige jugend gerne zum besten gibt. das ist es, was sonst meine ecke hier beherrscht.

in diesem sommer ist es cool, und ich bin froh darüber. die hitze der letzten jahre wäre mir nichts, nicht jetzt. eigentlich nie, ich mag die kälte. obwohl ich auch nicht gern friere. doch es gibt kälte, die mich nicht frieren lässt. die einfach nur klarheit herstellt, mehr nicht. diese kälte meine ich.

die schwüle dagegen, die letzten beiden klebrigen sommer. die haben mich erschöpft, vor allem anderen. jetzt dagegen ist es gut.

ich weiß auch nicht. warum?

#insight

zurückgeworfen auf mich, ein selbst. das ist alles. ich sage nicht, dass es leicht ist. so klein zu sein, ein kern, ein korn. bereit zu wachsen. bereit auch zu warten, was mir allerdings nicht so behagt. nicht mehr, nicht noch mehr. davon hatte ich schon mehr als genug.

draußen geht alles mehr oder weniger wieder los. es sieht auch immer mehr danach aus, auch wenn ich mich an den berliner top-adressen nicht sinnlos herumtreiben mag. ich fahre nicht u-bahn oder bus und ich gehe nicht in kneipen oder bars. ich gehe auf den balkon. von da aus klingen die nächte immer noch anders als zuvor, leichter und leiser sind sie. mir gefällt das.

doch auch ich bin wieder häufiger unterwegs. da sind wieder menschen in keinem leben, echte menschen. nicht nur ihre gesichter auf dem bildschirm und ihre stimmen in meinem headset. das ist gut. und doch ist es auch seltsam. mehr als zuvor spüre ich, wie anstrengend mir menschen sind. immer noch, ganz egal, wie lieb sie mir sind oder wie sehr ich sie vermisse. anschließend kämpfe ich, immer, um mich. ich suche nach dem selbst, das ich bin. der kern, das korn. das gilt es zu schützen, dass es wachsen kann, irgendwann.

ich weiß nicht, ob das klug ist oder auch nur sinnvoll. denn im grunde hat sich noch nie jemand auch nur dafür interessiert. selbst die, die es fressen wollten, sch davon nähren, weil sie es besser nicht wusste. auch die hatten keine ahnung, was es ist. nur seine kraft, die kannten sie wohl, die fähigkeit zu wachsen. sonst hätten sie mich nicht brauchen können.

jetzt geht die zeit des rückzugs also vorbei, einstweilen zumindest. und ich will lieber bleiben, bei mir. ich will warten und wachsen, obwohl es kaum noch auszuhalten ist. nicht das mit dem virus, das ist wie es ist.

doch das selbst, das ich bin. die frage nach dem werden und wachsen. dabei möchte ich bleiben.

gar nicht schlimm

vierundzwanzig stunden, mehr als das, also zwei fast völlig verlorene tage. seit sich gestern, gegen mittag etwa, mein rechner verabschiedet hat. mein hauptrechner, der neueste und teuerste, den ich je besessen habe. auf den ich mich fest verlassen zu dürfen dachte, ohne jeden zweifel. für die nächsten jahre, wenigstens. ausgerechnet der schaltet sich aus, mitten bei der arbeit. der arbeit im büro auch noch. aus und nichts mehr, nicht das kleinste bisschen restleben. nur noch sinnfreie todeszeichen, nicht einmal das bios-gemorse. nur ein beständiges blinken der tastatur samt der leuchtdioden. sonst nicht.

da hat sich eindeutig hardware verabschiedet, vermutlich gleich das mainboard. aber alles nicht so schlimm, könnte man meinen. ich besitze einen ersatzrechner, genau für diesen fall. der alte ist noch ziemlich fit, ich halte ihn sogar regelmäßig auf dem neuesten stand. so bin ich. nur ein bisschen lahm ist er halt. vor allem aber: der zusammenbruch des schicken, neuen teils dürfte ein garantiefall sein, da bin ich ziemlich sicher. also alles halb so wild. wirklich.

nur dass dann genau in dem moment das gerödel losgeht, im hirn und im handeln, und nicht mehr so schnell aufhört. erst das kranke teil prüfen lassen, nach der diagnose die möglichkeiten analysieren, daraufhin die rechnung suchen, die zum glück doch nicht tief vergraben in dem toten gerät schlummert, sondern auf der externen festplatte. himmel. dann mit der arbeit die einrichtung einer neuen remote-verbindung zusammenbastelt, was nicht sogleich gelingt. zwschendurch mit dem service des laptotp-verkäufers telefonieren, um den ablauf zu besprechen. auch, dass ich die ssd ziehen und behalten will, vorsichtshalber. was mir allein dann aber nicht gelingt, also nochmal zum fachmann damit. wo ich immerhin die schrauben selber lösen kann. gefunden hätte ich das element aber nicht. nebenbei den ersatzrechner anpassen, der ja eben doch nicbt so ganz richtig eingerichtet ist. den toten rechner einpacken, den paketdienst. halt, noch den drucker einrichten. warum geht der drucker eigentlich nicht mehr. wo ist die verdammt einrichtungs-dvd? und warum benutze ich eigentlich nicht die neue universal-dockingstation für den alten rechner, statt der alten, wo ich alles umstöpslen.

himmel! so war das seit gestern mittag. und als dann alles soweit so ziemlich wieder benutzbar und erledigt. dann kam der nerv, weil ich nichts, aber auch wirklich gar nichts von meiner arbeit geschafft habe. am meisten wohl noch im brotberuf, aber doch kaum etwas. schlechtes gewissen deswegen. aber noch weniger der anstehenden seriellen übersetzungsarbeit, auch deshalb ein schlechtes gewissen. und rein gar nicht für das manuskript. nada!

das macht dann nicht nur das gewissen schlecht, sondern vor allem das gemüt. und ans bauen habe ich nicht einmal gedacht, obwohl der baumarktbesuch dringend auf der liste steht.

das ist doch völlig verloren. alles

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