am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

fieber vielleicht

zu müde, um zu schlafen. zu wach, um aufzugeben. schmerzen in der schulter, im rücken, bis runter ins bein. alles rechts, auch die rechte hand brennt wieder, die nerven. manchmal nachts, oder vielmehr morgens. seit ich beim schlafen die schiene ab und an weglasse, weglassen muss, weil meine haut das ding nicht mehr mag. sie brennt und juckt den ganzen tag, außerdem sieht es scheiße aus.

also bin ich wach, und ich weiß, dass all das harmlos ist. verglichen mit den wochen und monaten anfang des jahres. es ist nichts, im grunde. ich bin nur genervt, ob meiner kraftlosigkeit, meiner schwäche. wie kann das sein.

so erschöpft vom leben, von der welt, so angegriffen und angegangen. jetzt, wo der blick klarer ist denn je. ausgerechnet. alles aufgeräumt und fast schon fertig. ich verstehe das nicht. vielleicht werde ich krank, weiter nichts. vielleicht ist es ein fieber.

das geht vorbei, und weit ist es auch wirklich nicht mehr. ich kann das licht schon sehen. das nächste jahr, es wird besser. im frühen frühling, denke ich. dann ist alles besser, alles gut.

dann kann ich bleiben. dort.

schreibzeit (29)

so sind die tage des schreibens. gestern fast den ganzen tag im text. erst im austausch mit anderen, dann allein bei der umsetzung des erfahrenen. zwischendrin ein bisschen pc-konfiguration und baumarkterledigungen. am abend dann stundenlange suche nach steuerunterlagen.

heute dringende übersetzereien, das heißt eigentlich nur einpflegefleißarbeiten in die webseite, zum glück. dabei ließ sich sehr gut radio hören, all die buchmessenthemen. ein kurzer schock dann am briefkasten, post vom bundesverwaltungsamt. amtliche schreiben muss man ja immer ganz lesen, eigentlich weiß ich das. mit den aus textbausteinen zusammengesetzten briefen geht überfliegen nicht, damit liegt man zu oft falsch und regt sich unnötig auf. diesmal stand der wichtige hinweis oben auf der zweiten seite, himmel!

danach noch ein bisschen die steuern, das nervt, und zur nacht hin in den text. endlich. nicht viel, nur eine übersicht im grunde. auf das, was im aktuellen kapitel noch ansteht. nicht viel im grunde, vor allem ist alles schon angesetzt. aber wissen kann man nie.

ein wenig mit abbeizer gespielt, das hätte ich vielleicht lassen sollen. das zeug stinkt, auch wenn es das eher harmlose ist. ab erich hatte da so eine idee, das  hab ich nun davon.

morgen korrekturlesen und die übersetzten webseiten online stellen. auch das wird dauern, nicht nur weil bei der masse immer fehler auftauchen. auch, weil alles vereinheitlicht. und vieles auf vollständigkeit geprüft, aufgelistet und weitergeleitet werden muss. quality management.

schreiben kommt aber auch. schreiben muss.

so sieht es manchmal aus, an den tage des schreibens. es bleibt kaum zeit, obwohl am ende zehn bis zwölf stunden arbeit zusammenkommen. das ist anstrengend und frustrierend, aber die nächste richtige schreibzeit ist erst an silvester. bis dahin muss es so gehen.

es ist ein elend. und ein glück.

nicht nur der ekel steht dem schreiben im weg, auch die arbeit und andere verpflichtungen. arzttermine zum beispiel und finanzämter. alles, was meine zeit in kleine stücke sägt. zur hölle damit.

trotzdem ist natürlich so in etwa die hälfte des 19. kapitel jetzt fertig. und mir brennen vor müdigkeit die augen, das hört gar nicht mehr auf. aber es muss ja auch noch weitergehen. da ist das eben so.

oder anders. noch nie war ich so tief in einem buch und so weit weg von mir. vielleicht für immer. ernsthaft, ich weiß wirklich nicht, wo es mich hinführt. diesmal. wo ich sein werde, wenn das alles durch ist.

durch mich.

heute den ekel mit präsenz bekämpft und zur demo auf den bebelplatz gegangen. mit anders und anderen, tausenden, wie ich später höre. das ist viel, zum glück, aber es ist nicht genug. denke ich jetzt. und den ekel hat es auch nicht ganz geschafft.

andererseits: welchen stellenwert hat schon mein persönlicher kleiner ekel. angesichts des themas, der lage, wie sie ist. für so viele auf der welt.

drumherum passiert das schreiben, davor und danach. im kopf auch, während ich laufe. wenn ich auf dem rad sitze, auf dem weg nach hause. und mich vielfach verfahre, in gedanken. weil das ja auch weitergehen muss, irgendwie. das schreiben, so kurz vor fertig, vor schluss.

selbst wenn mir der grund dazu verlorengeht, in diesen ekligen zeiten. fast alle hoffnung auch.

was soll da die kunst?

ekel

das waren grausige tage, gestern und heute. wenn dummheit, terror und krieg in dieser welt sich derart mächtig gegen das schreiben stemmt. was soll ich da tun, außer die nachrichten verfolgen. mit schrecken und angst, ohne jegliche hoffnung für den moment. bis alles nur noch ekel ist.

ich erledige also die übersetzungsfleißarbeit, muss ja auch sein. selbst die geht mir kaum von der hand. ich zucke zusammen, wenn es draußen knallt. auch hier wird geschossen, hin und wieder. platzpatronen oder auch ganz in echt, nicht allzu weit entfernt. ich will nicht raus, tue es dann doch. und werde mächtig angeschnauzt von irgendeinem runtergekommenen zausel. weil ich eines dieser leihmüllräder, das quer auf dem fußweg liegt, im vorbeigehen ein wenig zur seite räume. also ein bisschen ruppig vielleicht, einfach weil es müll ist und niemandem gehört. in gleichem maße respektlos, wie dieser ständig zunehmende gehsteigschrott mich behandelt.

solche wie mich, das bräuchte deutschland nun wirklich nicht mehr. schnauzt der typ mich von weitem an und verschüttet dabei fast seine pappbecherkaffee. ob er mal in meine wohnung kommen solle, bei mir aufräumen. ich antworte nichts, erkläre mich nicht. weil ich nicht mag.

wäre ich doch zu hause geblieben, der schuster hat eh zu. immerhin finde ich noch eine brauchbare änderungschneiderei in der nähe. nachdem die griechin, knapp vierhundert meter die straße runter, so gut wie nie mehr geöffnet hat.

dann sitze ich wieder vor den nachrichten, zu hause, und schäme nicht. ich weiß nicht, warum. weil ich deutsche bin? nein, weil ich mensch bin.

heute dann zum zahnarzttermin, damit ist so ein tag ja sowieso schon gelaufen. meine schreibzeitbuchung für silvester wurde irgendwie verbummelt, hab ich erfahren. die farbe deckt auch nach dem dritten anstrich noch nicht richtig. immer noch schimmert das rot durch, das ist ärgerlich. auf dem weg nach hause scheint die sonne, immerhin.

große freude dann über die neuen hebel am motorrad. endlich welche, die ich mit meinen kleinen händen leicht erreichen kann, ja, sie sogar so einstellen, wie ich sie am liebsten habe. damit ist sicherheit gewonnen, bremssicherheit vor allem. dazu die heizgriffe, eine wonne! zuletzt in der dämmerung eine kleine runde zum testen gedreht, die in einem platzregen endete. egal, das war schön.

freude über ein kraftfahrzeug also, und das an einem freitag. ich weiß nicht, was das über meine zukunft sagt.

am abend dann die nachrichten. über die einlassungen eines idioten, oder wie soll man da sagen, der aufgrund von überforderung mit dem selbstgeschaffenen irrsinn offensichtlich erstmal eine unbewaffnete frau von hinten erschossen hat.

trump und erdogan hab ich noch gar nicht erwähnt. nein, das mache ich auch nicht mehr, wirklich nicht. aber die spielen natürlich auch mit, die ganze zeit.

alles ist ekel! sowieso.

bonding (75)

ich fasse es nicht, aber es hat geklappt. das kapitel ist durch, als erster entwurf, bis zum ende. das natürlich anders ist als gedacht. wieder habe ich einen teil ins nächste kapitel verschoben. natürlich nicht, weil ich es beenden wollte, heute noch. weil ich mir das vorgenommen hatte.

nein, es macht sinn. das aktuelle kapitel trägt ohnehin schon zu viel durcheinander. was ebenfalls sinnvoll ist, aber die beiden frischen begegnungen zusammen in das nächste kapitel zu legen, das bedeutet spannung. und das ist richtig. das ist klug.

das sitzt also. soweit.

als nächstes dann mal an die ausarbeitung. eine ganz andere, nicht weniger aufreibende sache. ab mittwoch oder so. bis dahin nur die pflicht, die übersetzungen. mal sehen, ob das klappt.

gestern lange wach, nicht nur weil plötzlich die linke hüfte schmerzte. im sitzen, im stehen, im liegen. das war wohl ein bisschen zuviel tangotraining am freitag. oder zu intensiv.

auch anderes ist intensiv, bis tief in meine träume, in denen ich bedrängt werde und beladen. aber ich bin es, die über ihre träume bestimmt. ich entscheide.

also egal, ob die eine oder andere tür noch nicht geschlossen ist und sich nie schließe wird. womöglich.

ich öffne die nächste. ich gehe. hindurch.

bonding (74)

am mittwoch nachmittag spontan in eine kreativexplosion gestürzt, die mich in den donnerstag hinübergetragen hat. dann war erstmal schluss, am freitag eher mist gemacht. im baumarkt zum beispiel die falschen maße gekauft, und das gleich zweifach.

aber bis dahin: tief in das aktuelle kapitel hineingeschrieben, noch nicht ganz durch, aber es steht doch schon fast. also so gut wie, zwei punkte wären da noch offen. mal sehen, was da morgen noch geht. ich bin skeptisch, soviel ist es dann doch.

aber egal, das wird sich zeigen. anschließend gleich an die überarbeitung, vielleicht nächstes wochenende. ich hasse es, wenn ich meine arbeit, und damit eben auch mein leben, derart voraustakten muss. aber so ist das dann mal, bis das ding fertig ist. erstmal.

eine randbemerkung dazu,  wie sich ein solch explosiver kreativschub übrigens auch noch auswirkt. gleich mehrere ideen zur umgestaltung der wohnung habe ich auch noch schnell notiert. eine davon bereits umgesetzt, mit acht schrauben und einem pizzaservierteller. (neue bilder gehen hier gerade nicht, sorry. sonst würde ich eines zeigen.)

eine weitere, nahezu erhellend. endlich habe ich eine möglichkeit gefunden, wie in einer weitgehend nach norden ausgerichteten wohnung pflanzen ins licht gerückt werden können. langsam wird es nämlich eng mit den lichtplätzen, wenn ich anfange, den balkon zu evakuieren. für die umsetzung muss ich allerdings noch ein bisschen zeichnen und denken, dann material besorgen und in basteln. und dann in die wand bohren. natürlich, wie immer.

als stünde da nicht schon genug auf der liste. also auf der wohnungumbauliste, nicht auf der romanliste. und dann ist ja da auch noch die arbeitsliste. übersetzungen, die anstehen, klappen derzeit allerdings ganz gut. das schiebe ich einfach so rein, mal hier und mal da. das geht irgendwie. keine ahnung, muss ja.

das muss ja auch, alles. vielleicht bis ende 2019? was für ein jahr!

die erschöpfung hält sich hartnäckig. im büro kann ich kaum die spannung halten. trotzdem läuft es recht gut, ich bin einigermaßen angekommen dort. nur langsam bin ich, unendlich langsam derzeit. heute war dann schon feiertag, für mich. weil ich donnerstags nie arbeite, darf ich die feierzeit vorziehen.

frei hatte ich natürlich nicht. ich versuche es mit disziplin, um es über den stress zu schaffen. irgendwie. und trotzdem mein zeug erledigt zu bekommen. also erstmal an die frischen übersetzungen, den text von den webseiten sammeln und aufbereiten, mir so einen überblick verschaffen. damit war der vormittag durch.

dann war die konzentration futsch, das chaos innen wieder hochaktiv. bis ich zur physio durfte, mir dort den kopf richten lassen konnte. naja, mehr so schultern, nacken und so. aber das wird langsam.

in fango gepackt habe ich dann das buch weitergedichtet. hab mir die strategie geträumt, die ich gerade brauche, um weiterzuschreiben. ganz leicht war das und unbeabsichtigt, so ist es am besten. sogar ein paar ausformuliete stellen, die ich tatsächlich behalten konnte. dialogfetzen und klugscheißerische einleitungen. zeug, mit dem sich arbeiten lässt.

leider musste ich dafür dann den tango sausen lassen. das musste angegangen sein, so schnell wie möglich.

damit ist der tag vorbei. die erschöpfung hält sich, getragen von kaffee und schokolade. was auch nicht besonders weit trägt. ich weiß.

ich weiß nicht, ob die idee mit der disziplin ausreichend ist. immer konsequent von allem ein bisschen machen, damit das hirn zufrieden ist. damit das innere chaos nicht amok läuft, weil es seine todos nicht sortiert kriegt.

ich weiß auch nicht, ob die kraft reicht. aber eines ist klar: es ist nicht das schreiben das die kraft raubt. es ist all das andere. schreiben gibt kraft. kraft und tiefe und glück.

das ist bei anderen anders, ich weiß. die kämpfen und streiten mit sich, um jedes wort. oder so ähnlich. auch da habe ich glück. ich bin beschenkt, irgendwie.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner