am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

nach dem durchgeschriebenen wochenende fühlt sich alles ein bisschen viel an. der andere arbeitsalltag, in dem sich die aufträge und anforderungen stapeln, dass ich es gar nicht mehr fassen kann. das ist ganz schlechtes timing. ich kann mich an zeiten erinnern, wo ich diesen zustand besser hätte brauchen können. ausgerechnet zum ende des romans, das ist nahezu ärgerlich.

natürlich werde ich alles das erledigen, irgendwie. im grunde habe ich derzeit ja nur einen stammkunden, den kann ich keinesfalls lassen. der trägt all die extras, auch die steuern. zum beispiel. das muss also, eine lästige pflicht.

alles schön und gut. doch im kopf tobt dementsprechend das chaos, das nervt am meisten. die dinge schon in gedanken nicht auf die reihe zu kriegen. oder auch nur grob sortiert, damit eines nach dem anderen ablaufen kann. ohne dass das eine das andere unterbricht. das ist ein klein wenig eine wahnsinnsschleife. denke ich manchmal.

darüber hinaus rächt sich die lange krankheitsphase im frühjahr, in der ich so blöd war, mich nicht einen tag lang krankschreiben zu lassen. obwohl ich de facto wochenlang vor schmerzen so gut wie nicht geschlafen habe. das war wirklich dumm. jetzt ist zwar der große batzen bewältigt, dafür häufen sich die kleinigkeiten. die augen brennen und der kopf schmerzt. nicht schlimm, aber regelmäßig, jeden morgen. dazu das innere wetter, die körpereigene temperaturregelung, die zunehmend versagt. hormonbedingt, weiter nichts, was zu erwarten war. hätte ich aber wirklich nicht auch noch gebraucht. und müde bin ich, immer müde.

ach ja, das emotionale korsett, irgendwo dazwischen. ich weiß gar nicht, was es mir sagen könnte. oder würde, wenn ich die zeit hätte, darauf zu hören. oder die fähigkeit. keine ahnung.

nur mein herz ist wach. mein herz ist wow, das hab ich neulich gelernt. das muss, das wird mich tragen.

lange genug, hoffentlich.

bonding (73)

es geht weiter, zum glück. ich bin wieder drin. nicht, dass ich wirklich raus gewesen wäre. aber der text, er war anderswo in den letzten beiden kapiteln. tief im menschlichen desaster, momente nur und augenblicke, existentiell sozusagen.

im aktuellen kapitel greift er wieder in die vollen, zieht sämtliche register. vergangenheit und gegenwart, weite zeitspannen, die nur angerissen werden, und alltag. viel alltag.

also alles gut, soweit. sorgen macht mir nur, dass ich seit eben zwar acht recht sauber ausgearbeitete seiten vorliegen habe. mit den notizen zu kapitel neunzehn habe ich aber noch nicht einmal ansatzweise anfangen können. bis jetzt konnte ich lediglich abarbeiten, was ich aus dem letzten kapitel weiterschieben musste. was nicht schlimm ist, im gegenteil. es ist richtig.

aber es dauert einfach. man lebt soviel leben, während man ein buch schreibt. welten ändern sich, da draußen und auch in mir. und all das spielt eine rolle, auch für das buch. das ist die eigentliche antwort auf die sich ewig wiederholende frage nach dem biografischen anteil in romanen.

wie es so ist

was ich völlig vergessen habe, aber vielleicht ist es ja auch so klar.

das verschmerzte frühjahr, die sechs bis acht wochen fast ohne schlaf, dieser kurze ausflug in das, was womöglich alt sein bedeutet. bedeuten wird, irgendwann. diese trägheit und enge der welt, die gleichgültigkeit demgegenüber, innen. die wachsende unbeweglichkeit und das langsam zunehmende körperliche unvermögen.

das war ein erlebnis, eine beeindruckende erfahrung. beängstigend auch. die abhängigkeit vom eigenen körper, demgegenüber es kein entkommen gibt. so ist es, und so bleibt es.

auch wenn es jetzt vorbei ist, einstweilen, zum glück ist es vorbei. nachdem die richtigen medikament gefunden waren, die mich innerhalb kürzester zeit in mein rechtmäßiges alter zurückversetzt haben. der aufwand ist gering. einmal die woche der hammer, der mir das immunsystem niederknüppelt. (inklusive nerviges blutabzapfen, alle vierzehn tage, zwecks leber- und nierenchecks, die aber sauber sind, unauffällig bis tolerierbar.)

dazu tägliches kortison, mitten in der nacht so gegen sechs uhr morgens. aber das ist jetzt im rückzug, minimalste dosierung. nur noch alle zwei tage, dann soll es weg. mal sehen, ob das klappt. (gestern hab ich es eh schon vergessen. halb im schlaf überblicke ich solche regelmäßigkeiten wohl nur schwer.)

also schluss damit. ich bin sehr dafür.

undundund

und dann gehe ich gestern abend zu der lesung dieser bestsellerautorin, auch um ihr endlich mal persönlich für die agenturvermittlung zu danken. und dann ist die lesung ganz toll, wie ohne jeden zweifel auch das neue buch. und dann ist da die agentin, die jetzt ja auch meine agentin ist, und sie winkt mir zu. und ich denke: wow.

und dann stehen wir irgendwann zu dritt auf der straße, wie in einem dreieck. mit anderen um uns herum, auch in kleinen kreisen, dreiecken oder rauten. und ich will gerade sowas wie danke sagen. und wie sehr ich mich freue und so. und ich weiß nicht recht, wie. da dankt auf einmal die agentin der bestsellerautorin für die vermittlung von mir.

und ich sage nichts mehr. ich denke: wow.

bonding (72)

etwas über fünf seiten in das neue kapitel hinein. alles gut gegangen, keine sorge mehr jetzt, nach den beiden todeskapiteln, in denen der sprache der atem stockt, nicht mehr in einen fluss zu finden. ein anderer fluss, aber ins leben zurück. ein anderes leben.

anschließend mit einem kurzen blick in meine „richtlinien“ für die noch ausstehenden vier kapitel festgestellt, dass ich sorgfältig eins nach dem anderen abgearbeitet habe. ohne nachzusehen, wie von allein. passt alles!

allerdings ist damit gerade einmal das material belebt und umgesetzt, beinah hätte ich eingepflegt geschrieben, das in das letzte kapitel definitiv nicht gepasst hätte. und das ich deshalb erstmal unbeacht weitergeschoben hatte. hier passt es jetzt wunderbar sogar. aber mehr ist dann auch nicht geschafft.

wo soll das nur hin?

früh in der nacht nach hause gekommen. früher gingen die partys länger, waren lauter und lustiger, je später es wurde. aber sie fingen natürlich auch später an, ach.

wie alt ich doch geworden bin.

heute dann wie letzten freitag, der ein 13. war. (hab ich später erst erfahren.) erst übersetzen, anschließend den kommenden wochenendausflug über hamburg hinweg bis an die nordsee geplant. das schreiben dann zum schluss, was man ja nicht tun sollte. egal.

läuft!

zwischendrin im schreiben ein bisschen den balkon begärtnert. war mal nötig, auch gießen zum beispiel. (dass ich das immer, wenn es fast bald schon herbst ist, zu vergessen beginne. als wäre wasser mit einem mal nicht mehr nötig.)

weiter.

bonding (71)

guter tag, auch wenn ich erst gegen abend an die arbeit kam. also zum schreiben.

vorher erstmal viel übersetzt und dafür gut stunden aufgeschrieben. muss schließlich auch sein, sehr sogar dieser tage. dann noch eine pro bono-übersetzung, ein bis zwei seiten jeden monat. als dank für die ebenso honorarfreie begleitung meiner schwer traumatischen kindheit, das heißt deren schier immerwährende wiederaufbereitung über jahre und jahrzehnte. welch ein segen, dass das von mir abgefallen ist, beinah unbemerkt. irgendwann in letzter zeit, wie von selbst. und ich vermisse es nicht. diese übersetzung zu erledigen ist die einzige erinnerung. sie ist immer zeiteng, wie heute auch. aber dennoch eine große freude, jedesmal.

spät dann also in den text gefunden. und endlich auch wieder in den textfluss, beinah so wie im zug vor ein paar wochen. es ist also ein ansatz gefunden, nach dem tiefen einschnitt eines todes. zurück in den alltag, nach und nach. etwa zwei seiten text, schon ein wenig ausgearbeitet. und weitere drei grob runtergeschrieben. so wird es gehen, weitergehen, ich bin wieder sicher.

ich bin zufrieden.

kurzes wochenende

etwas überraschendes wochenende verbracht. übersetzen vor allem, da ist einfach zu viel aufgelaufen. gestern außerdem noch das kleine x61, mit dem ich abends immer blogge, auch jetzt, auf ubuntu umgestellt. das heißt natürlich: umbauen lassen. war genau die richtige idee. läuft jetzt wieder super, flüssig und ohne unterbrechungen durch überlastung. die akkus halten auch besser, aber wohl auch, weil ich gelernt habe, die dinger zu rekalibrieren. was ich heute dann gleich mal ausgiebig durchgespielt habe. super.

heute dann ein wenig den tv-schrank zurechtgebaut. mit stichsäge, zange, hammer und schleifpapier. jetzt ist da ein neues loch in der rückwand für den videorekorder, den ich zwar vermutlich sowieso so gut wie nie mehr brauchen werde. allerhöchstens sieben bis zwölf videos besitze ich noch, aber wer weiß?!

was weiß man überhaupt. selbst die dvds schaue ich kaum je an, wie ich auch zu vielen büchern nie komme. trotzdem war das ein wochenende ohne schreiben. stattdessen mit bauen, umbauen und rumräumen. zuletzt noch ein wenig an die übersetzung, das ist pflicht, nicht kür. alles in allem irgendwie eine wohltat.

das dürfte jetzt gern so weitergehen, dann käme auch das schreiben, irgendwann. aber das wochenende ist vorbei. da geht das erst mal nicht mehr, so ungefähr bis mittwoch. oder freitag vielleicht. doch wer weiß schon, was bis dahin ist.

alles anders vielleicht.

bonding (70)

was soll ich sagen. ich hänge, kraftlos vor allem. zu müde für fast alles. und ich zweifle. weil ich hinsehe, mir die zeit dafür nehme. so tauchen fragen auf, die sich wie von selbst in mir festschreiben. fragen über fragen, die nicht mehr zu umgehen sind.

warum zum beispiel ist eine der wichtigsten figuren im text so unfertig, irgendwie nicht auformuliert. und bleibt so, weil sie nun schon tot ist. vielleicht gerade deshalb. vielleicht ist das ja richtig.

andererseits erzähle ich nicht chronologisch. warum also nicht eine tote einfach weitererzählen, wenn es so sein soll, so sein muss. wenn noch etwas fehlt. ohnehin habe ich die letzten vier kapitel irgendwie zu ordentlich konzipiert, zu one after the other. so kommt es mir momentan zumindest vor. da muss ich wohl noch einmal durch, nochmal drüber. ran. oder was weiß ich?

arbeiten eben, immer mehr und noch mehr arbeiten.

und: es geht es ans ende! vielleicht ist es ja auch das. einen abschluss zu bauen, die möglichkeit eines endes finden, ist nicht leicht. denn es gibt keine enden. nur den tod, aber den hatte ich ja nun schon. seit wochen rede ich davon, zum ende zu kommen. doch da lag es noch vor mir, weit. jetzt geht es wirklich ans ende. in das ende hinein, und es bleibt nicht viel raum. das muss also gut durchdacht sein, besser und mehr noch, viel mehr als alles zuvor.

das will überlegt sein, gut überlegt. und überlegen.

dass ich weiß, wie das ende sein soll, heißt nicht, dass es schon lebt. es heißt nicht einmal, dass es sich letztendlich wirklich so entwickeln wird, wie ich es mir gerade ausdenke. es schwebt nur vor mir und atmet nicht. es wartet auf den sturz, wie ich. auf eine art wahrheit aus sich selbst. auf das leben, den einen augenblick.

das macht müde, denn all das ist in mir. ich muss es tragen, nein: halten. ich muss es aushalten, eine weile noch. ich bringe es nicht raus, einfach so. vier kapitel, oder fünf vielleicht, sechzig bis achtzig seiten, die schreiben sich nicht einfach so, über nacht. nicht für mich zumindest, durch mich.

aber nur eine weile noch, nicht zu lang. dann ist auch das. aber müde bin ich jetzt schon.

unendlich.

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