am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

bonding (68)

langsam weiter, schritt für schritt. nicht viel, aber kontinuiertlich. so ist es gut. es ist die arbeit, die mich inspiriert. also ist es sinnlos, außerhalb der arbeit danach zu suchen. oder darauf zu warten.

update: das kapitel ist zu zwei dritteln fertig, damit ist das schlimmste geschafft. jemand ist tot, ale sind angefasst. was fehlt, ist die beerdigung. nicht viel, drei seiten vielleicht. aber wer weiß, ausufern lassen will ich das thema allerdings nicht. es soll brüchig sein und und vollständig.

morgen steht allerdings eine hochzeit an, mit anschließender drachenbootfahrt. und am wochenende sollte ich übersetzen. aber mal sehen.

auf jeden fall nehme ich die arbeit mit in den westen am mittwoch. erst in den zug und dann zwei tage minischreibzeit, bevor es zum familienevent geht. ich hoffe, das funktionert.

aber wird schon.

zugrunde

es ist viel, wirklich viel, ein buch zu schreiben. eine geschichte zu erfinden oder zu finden, wer weiß das schon. so lange und so intensiv tief in fremden leben zu stecken. jetzt, kurz vor schluss wird es manisch. und kurz bedeutet noch wochen, besser gesagt monate in diesem zustand zu verbringen. ihn dabei immer weiter zu verschlimmern vermutlich. bis zur totalen inwendigen raserei.

weil es anders nicht geht. der mensch muss platzen am ende, zerplatzen. der mensch, der das buch schreibt. er kann, er darf sein tun nicht überleben.

ja, ich tue das gern.

denn es ist dieses tun, das meinen geist vorantreibt und mein sein bereichert. und befreit, vielleicht. schreiben ist, wofür ich gedacht bin. das war es immer. und es wäre es, wenn nie wieder jemand etwas von mir sehen oder lesen würde.

(und besser ist das: für alles andere im leben tauge ich wenig. ich weiß nicht einmal davon.)

durch

sonntag! donnerstag und freitag getanzt, marschiert und gelacht. gestern und heute immerhin ausreichend reingehauen, dass der auftraggeber nicht meckern kann. im gegenteil, der folgeauftrag kam schon am freitag abend. damit löst sich auch der ausgewachsene finanzielle engpass nach dem exzessiven österreichausflug ende juni. ein wenig zumindest.

zu guter letzt dann noch ein wenig in den text. nicht viel, aber hier und da. so ist es recht. so geht es weiter, auch wenn ich jetzt erst einmal wieder pause einlegen und ins büro muss, morgen. übermorgen. und dann.

zufrieden bin ich also nicht wirklich. eher ein wenig durch. das hätte ich auch besser takten können, ausgewogener, mit ein wenig mehr balance.

kontraprodukte

was ist eigentlich das gegenteil von prokrastination? also wenn man nicht mehr dazu kommt, den müll runterzubringen, einzukaufen oder gar die wohnung zu putzen. kontrastination vielleicht?

wie auch immer, so sieht es gerade bei mir aus. das kommt davon, wenn man tango tanzen geht, statt zu hause zu bleiben. und dann noch auf dem berliner dykemarch mitstolpert, so wie ich gestern. über drei stunden im gänsemarsch, aber immerhin mit gelegentlichen kleinen tanzeinlagen. das ist mir dennoch ins kreuz geschossen, hat mir die lendenwirbel gehörig zusammengestaucht. mal was anderes.

heute dann nicht zum csd, obwohl ich mir den schon seit jahren mal wieder ansehen will. eigentlich. heute wäre ein guter tag dazu gewesen, bestes wetter und überhaupt. aber zu hause schrie mich die übersetzungsarbeit an, aber hallo! außerdem die neue pflanze, ein russischer wein, die zügig in einen tontopf umziehen wollte. und gegossen sowieso. dazu die spülmaschine, der müll, diverse pappkartons, der staubsauger usw. usf. ein bisschen was ist also erledigt. aber nicht viel, nicht genug.

und schreiben? stand nicht auf dem plan, wegen der drängenden übersetzungarbeit. hab ich dann auch nicht gemacht, heute. das ist gut so, auch wenn es mich unzufrieden macht. so unzufrieden, dass ich dann nachts doch noch mit der echten prokrastination angefangen habe. die kaputte glühlampe in der kammer gewechselt und endlich eine möglichkeit er-, nein gefunden, handtücher ohne integrierten aufhänger an einen haken zu hängen. so dinger per hand anzunähen mag ich nicht, deshalb nehme ich jetzt die alten vorhangklammer. an dennen musste nur der haken um 45° umgebogen werden. damit funktioniert das großartig. warum bin ich nicht schon früher darauf gekommen?

mehr ist mir dann aber nicht mehr eingefallen. ist ja nun auch schon spät. nur, dass die intensive gedankensortiererei zum thema roman, die ich mir neulich erst vorgenommen hatte, wohl auf kommenden mittwoch verschoben ist. vielleicht.

tangoglück

after work zum tango. naja, zur arbeit war ich ja heute nicht. obwohl doch schon arbeiten, natürlich. schreiben halt. drüber reden und drüber denken. und dann drüber tanzen. toll.

und jetzt bin ich müde. so müde.

un

nach der arbeit nach hause und mit druck gleich an die arbeit. endlich. nicht ans schreiben allerdings, nein. an die übersetzung, die mir so unendlich unbequem ist. das noch länger aufzuschieben wäre nur noch eines: unverantwortlich.

also heute, finally, das englische original, dieses ungeheuer, etwas genauer angesehen, es aufgeschlüsselt und ein wenig struktur in die sache gebracht. immerhin. so sieht das ganze jetzt schon deutlich besser aus. die ungewissheit hat sich gelegt, ich habe nun einen plan. damit wird das mächtige unterfangen zu bewältigen sein. es wird funktionieren, definitiv. hoffe ich zumindest, in diesem und dem kommenden monat noch. unausweichlich.

aber spaß macht das irgendwie nicht. so eine festanstellung ist da schon unterhaltsamer. da gibt es ungefraget jedes jahr im juli eine gehaltserhöhung. unglaublich.

glück

immer wieder in den abendstunden, bis in die nächte hinein. diese ewige unruhe. eine tiefe verzagtheit, die alles in mir lähmt. die gewissheit auch, dass ich niemandem tauge, letztendlich.

was hilft es, dass ich etwas kann, das mich selbst fraglos vollkommen erfüllt. und das auch weiß, ohne jeden zweifel. dass das schreiben ins zentrum rücken wird in den kommenden jahren, auch offiziell.

das ist ein glück, ich weiß. das hat nicht jede*r. ein derart erfülltes sein, das sollte ich feiern.

am freitag war party direkt gegenüber von meinem wohnbüro. jedes wort konnte ich verstehen, amerikanisches englisch, als stünden wir auge in auge. mitten in meine arbeit hinein, bis spät in die nacht.

heute ist party gegenüber von meinem schlafzimmer. die musik wummert, immer wieder wird lauthals mitgegrölt. natürlich stehen alle fenster offen, bei mir wie auch dort. es ist sommer, es ist warm.

ich kann das nicht leiden, menschen und lärm. jetzt stehen sie auf dem balkon. um zu rauchen, vermute ich. und zu reden. laut zu reden, dass ich mühelos jedes wort verstehe.

ich weiß einfach nicht, wie man feiert. vermute ich mal. ich weiß nicht einmal, warum. auch dafür tauge ich nicht.

bonding (67)

alles gut.

etwas über drei seiten des neuen kapitels einigermaßen lesbar hingekriegt, dazu steht die weitere konstruktion jetzt ziemlich sicher. das ist alles noch nicht geschrieben, aber der anfang ist ja immer das schwerste. mitten im chaos, in verzweiflung und in der gedankenflut, in der ich zu ertrinken glaube, jedesmal.

mein liebstes, der feinschliff, die zarten töne und die wortzauberei, kommen später. viel später, so ist es ja immer. wenn alles in eins gegossen und das nächste kapitel angefangen werden muss.

aber da bin ich jetzt nicht. noch nicht. weder für dieses kapitel, noch für den gesamten text.

als nächstes sollte ich mich wohl einsetzen und die überbordenden überarbeitungsansätze im hirn irgendwie strukturieren und sowohl verständliche als auch lesbare notizen dazu anfertigen. was noch einmal eine ganz andere arbeit ist. weit zurückzutreten und den blick auf alles auf einmal zu richten. wirklich alles, was da bislang steht. und alles auch, was noch geschrieben werden will.

das zusammen zu sehen, gleichzeitig, als wäre es ein gitter, ein muster, ein netz. darum geht es.

ich bin nicht sicher, aber womöglich ist genau jetzt die zeit dafür. es geht auf das ende zu, das spüre ich mit jedem wort. nicht erst seit gestern. und doch auch noch nicht so, dass ich es wirklich sehen könnte. as ende. aber ich kann es durchzählen, noch dieses und dann vier weitere kapitel. dann ist es gut. alles.

ich muss also das hirn frei kriegen, denke ich. vielleicht mittwoch nachmittag, nach dem büro und vor dem tango. irgendwo außerhalb, mit papier und bleistift. auf keinen fall mit rechner und datei. ich kenne mich doch, dann würde ich gleich loslegen und alles schön machen wollen. und fertig. aber mit füller und feder, edeledel. ; )

jaja, so geht schreiben. es dauert und dauert.

ach, egal. das ist auch nicht gerade mein liebstes, diese arbeit über alles hinweg. aber ich weiß, dass es hilft.

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