am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

bonding (43)


tolle sache, wieder mal ein kapitel auszudrucken. die dreizehn, irres gefühl. fünfundzwanzig seiten fertig einstweilen, jetzt weiter im text. unmittelbar.

satt und sicher bin ich mittem im stoff. das material fliegt mir zu, gerade im rechten moment. so war es lange nicht. so war es nur zu anfang, noch vor dem ersten buch.

so ist es wunderbar.

ein einziger vogel, gegen halb fünf uhr morgens, flötet mir den frühling. tapfer!

der unterschied zwischen todesangst und lebensangst?

immer noch die schultern, die linke vor allem. auch die letzte nacht war dementsprechend scheiße. ich versuche also ein anderes kopfkissen heute. und ein anderes schmerzmittel.

mittwoch ist physio, endlich. es wird wirklich langsam zeit, dass sich da mal was bewegt. dass ich ein wenig klarheit erlange und herauskriege, was zu tun ist. so ganz grundlegend.

am donnerstag dann hausarzttermin für genau jenes, das grundlegende. das ganze durcheinander ein wenig sortieren. hoffentlich. ich kann ja nicht immer alles alleine machen.

aber wer weiß?

die anatomie der wirbelsäule ist übrigens ziemlich komplex. war gar nicht so einfach, davon ein klein wenig zu verstehen. es gibt wirbelkörper und bandscheiben, knöcherne haken und beulen, es gibt löcher und tunnel, für all das nerven- und gefäßgeflecht, das sich da durchschlängelt. wahnsinn!

das ganze ist ein kunstwerk im grunde.

es gibt auch gelenke, logisch, aber da wäre ich so gar nicht drauf gekommen. wie ahnunglos und dumm von mir. und in der lendenwirbelsäule unten ist kein rückenmark mehr. es hört wohl einfach auf, wenn ich das richtig verstanden habe.

nur wie?

bonding (42)


gestern so viel geschrieben und so lange, dass keine zeit mehr zum bloggen blieb. heute fast genauso. die dreizehn ist dennoch nicht richtig fertig geworden. ich bin durch, aber es stimmt noch nicht so recht. nicht überall und an jeder stelle. nein.

das sitzt mir jetzt im gemüt. und auch das nervt.

gerade bin ich nicht mehr sicher, ob das mit dem bettumbau so richtig war. ich schlafe denkbar schlecht, ich kann es nicht anders sagen. beide schultern schmerzen derart, dass ich kaum weiß, wie ich liegen soll. ich werde wach, jedesmal wenn ich mich bewege. seit tagen ist das jetzt so.

das nervt.

vermutlich ist aber gar nicht das bett verantwortlich, sondern vielmehr dieser vorfall hier. die physio, durch die gürtelrose verzögert, läuft gerade erst an. und meine ganze hoffnung liegt genau dort. in bewegung.

einstweilen gibt es also nur schmerzmittel, die ich in bunter vielfalt zu mir nehme. lasse ich sie weg, wird es sofort wieder schlimmer.

ebenso ist da diese stetig zunehmende halsstarrigkeit.

das gefällt mir alles gar nicht.

futur iii

der paketdienst klebt um kurz nach zehn einen zettel für mich außen an das klingelschild auf dem steht, man habe mich um vierzehn uhr dreißig nicht antreffen können, weshalb mein paket nun in einen paketshop transportiert würde, wo ich es ab dem nächsten werktag innerhalb der folgenden acht werktage persönlich abholen könne.

das ganze nennt sich zustellversuch. es ist wohl der versuch, also das versuchen an sich, das zählt. oder das suchen, nach alternativen lösungen.

klingeln wäre zufriedenstellender gewesen. für alle beteiligten.

bonding (41)


viel ist in den letzten wochen krankheitsbedingt liegengeblieben, nicht nur die brotarbeit. auch das schreiben fiel mir schwer. so ist das dreizehnte kapitel zwar irgendwie vorhanden, aber noch lange nicht fertig. im grunde fehlt noch das wichtigste. alles, worauf ich eigentlich hinauswollte. das, was die geschichte weiterträgt.

dazu bin ich noch gar nicht durchgedrungen, keine ahnung warum.

sorgen mache ich mir dennoch nicht. was da bislang steht ist gut und ebenso wichtig. das habe ich gerade gemerkt, als ich durch alles noch einmal durch bin. es lenkt in die richtige richtung. und das eigentliche muss ja nicht zwingend viel raum einnehmen. schon gar nicht, wenn es ums sterben geht. und das tut es in der dreizehn. (so ein zufall.)

einer stirbt und alles andere klärt sich.

naja, nicht alles, dafür ist es noch zu früh. aber eben das, was die geschichte weiterträgt. sonst wäre es keine mehr. oder es wäre eine andere, die ich nicht erzählen will.

klar ist also, was morgen ansteht. das eigentliche der dreizehn nämlich.

when things fall into place

seit einer woche ist mir, als würde alles langsam, ganz langsam zusammenfallen. all die grenzen und beschränkungen, die trennwände und schutzmauern. das leben öffnet sich, ich bin da, auf einma. und ich bin sichtbar. besser spät als nie, könnte man meinen. ich habe auch gar nichts dagegen, es wurde wohl zeit. endlich.

andere erleben so etwas vermutlich als junge erwachsene. dieses gefühl, dass die welt zu allem bereit ist, jeder weg möglich, und das eigene darin von unverkennbarer bedeutung.

ganz so ist natürlich nicht. ich bin nicht jung, ich war es nie. somit ist sowieso alles anders, jetzt. dennoch scheint sich auf einmal alles an seinem platz zu befinden. wofür ich mich vor einer woche noch geschämt hätte, das elend meines eigentlichen berufs, für dessen ausübung ich seit jahren und jahrzehnten zunächst einmal das geld beschaffen muss, um ihn mir leisten zu können.

auf gut glück, ohne hoffnung, ohne ziel.

das ist es, was in sich zusammenfällt und sich damit zugleich zurechtrückt. mein talent und meine bestimmung, der weg ist gemacht. ich weiß nicht einmal wie. und warum. bislang ist auch konkret noch gar nichts erkennbar, nur die arbeit daran. die ist mir gewiss.

es ist die langsamkeit, die derzeit alles noch mehr oder weniger unkenntlich macht. auch für mich. und mich damit verwundert und beglückt zugleich.

zusehen zu dürfen, wie sich alles findet. weil es sich finden muss. im nachhinein sagt sich das leicht. doch meine welt war eine andere, bislang. nicht eingeteilt in gewinner und verlierer. nicht beschränkt auf die einfachen wahrheiten. mehr ein geflecht von atmen und verstehen in all dem nebel. deshalb war ich nie ein verlierer, allerhöchsten verloren. das habe ich gekannt, damit konnte ich rechnen, so habe ich gehandelt.

doch wie es aussieht, habe ich jetzt auf einmal gewonnen. ich kann es nicht anders sagen. und was nun?

später mehr, weniger kryptisch. vielleicht.

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