am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

bonding (36)


nach weihnachten, einer fast bewältigten steuererklärung, dem unumgänglichen jahreswechsel mit einem wunderbarem neujahrskonzert und anderen desastern, hilft nun nichts mehr. der text muss weiter, das heißt ich muss weiter. und ich bin ja auch schon viel weiter als hier irgendwann im november verkündet. aber das kapitel ist immer noch nicht fertig, gerade mal ein wenig mehr als rohbau steht. zuviel kraut und zuviel rüben. das muss anders werden in diesem jahr. ab morgen oder so. kurz nach dem steuerfinale. hoffentlich.

sitzen und denken. es geht um konstruktion, einstweilen. oder gehen vielleicht. alles andere soll mir ein leichtes sein.

aus dem weg

der 2019er alltag hat mich arschkalt und steinhart erwischt. noch vor dem frühstück stapfe ich durch schneeflöckchen zur s-bahn und dann nach hause. ein wenig überrascht, auch von mir selbst. aber wenn man im weg ist, ohne das so recht zu begreifen oder auch nur rechtzeitig mitzubekommen, dann sollte man wohl besser gehen.

zügig und konsequent. sonst wird es immer nur noch schlimmer.

2019 so

ein großes jahr ist zuende, mit höhen und tiefen, wie es sich gehört. egal. darauf kommt es nicht an, höhen und tiefen gibt es immer. alles eine frage der wahrnehmung und definition. wirkliche kunst, lebenskunst auch, liegt in der differenzierung. so gesehen darf es so weitergehen, genau so, durch alle tiefen und höhen hindurch. so bleibt es lebendig.

dieses blog hat sich zum ende des jahres auch ein wenig belebt, wie man hoffentlich gleich auf den ersten erkennen kann. einerseits reduziert und verschlankt, konzentriert auf das eigentliche, das bloggen. (was ich nach wie vor hochhalten und im aktuellen jahr wieder entschieden leben möchte. gestern schon habe ich mich ein durch meine blogroll gelesen, die es ja tatsächlich noch gibt. ich gelobe weitere aktivitäten in dieser richtung und ab sofort auch wieder bessere pflege.) andererseits erweitert und modernisiert, weil nun endlich auch mobilgerätetauglich.

ganz fertig ist es noch nicht, das archiv wird alsbald wieder zugänglich sein, ebenso die kategorien. gebaut wurde dieses wunderbar minimalistische css natürlich von regine. nachdem ich zirka zwei nervige jahre damit verbracht habe, es irgendwie selber zu bewältigen. und dabei selbstverständlich auch zu lernen, ohne wirklich die zeit dazu zu haben. oder die geduld, die konzentration, das grundverständnis: nichts davon! da war es mir ebenso ein schock wie auch ein vergnügen dabei zuzusehen, wie mein altbackenes blogdesign in wenigen stunden grundlegend aufgefrischt, und dabei nicht im geringsten in seiner gestalterischen grundidee beraubt war.

wem darstellungsfehler oder anderes gehake auffällt, darf sich gerne melden. wir sammeln das und reparieren, nach und nach. noch lieber höre ich aber lob oder werde auf dringliche bedürfnisse hingewiesen. auch dieses wird sofortigst weitergeleitet und ggf. umgesetzt.

danke!

seife waschen

morgens immer noch schwer verschmerzt, wenn es auch nicht mehr jault und pocht in mir. es drückt also und klemmt, nur nachts bleibt dieses puckern. die tage sind deutlich besser. ich versuche, mich zu bewegen, rumsitzen und rumliegen ist nicht so angesagt. außer im wasser natürlich.

susanne in der badewanne, damit wurde ich schon als kind aufgezogen:  „ … wusch ihre seife, bis sie ganz klein war … “ (so zumindest erinnere ich es.)

natürlich passt das von grund auf nicht zu mir, die namensgebung allein. auch eine „mutti“ gab es nicht. blonde locken hingegen hatte ich tatsächlich in den ersten jahren, kaum zu glauben. außerdem ich soll immer tierisch gebrüllt haben, sobald mir wasser über den kopf kam.

malz

im bett sitzen und gemütlich in den uralten rechner tippen. (x61 mit win 10, läuft tatsächlich.) geht jetzt, weil mich jemand auf die idee gebracht hat, ein schickes rückenpolster am kopfende zu installieren. warum bin ich da eigentlich nicht früher drauf gekommen?

natürlich tut im bett sitzen und tippen dem rücken auch irgendwie weh. aber irgendwann muß man ja mal ins bett, schlafen. und  hier hocken tut anders weh als am schreibtisch, an welchem auch immer. das ist doch schon was. aber eigentlich soll ich mich trollen, als rumtrollen, in der welt. das heißt wohl spazierengehen, weder liegen noch sitzen und so. kein hocken mehr, keine erstarrungen.

das ist ja alles kein problem, das lässt sich vor allem leicht sagen. aber wie soll ich die schultern sinken lassen? nach hunderten von jahren, die last. wie nehme ich den biss aus den kiefern? mit dem ich die karren ziehe, seit jeher. wie ein getrenster gaul, ein ochse, gejocht. beides.

wie hebe ich den kopf? ohne die angst zu schüren? wenn ihr mich dann seht. triple wood. und ich euch, sowieso.

wußtet ihr das? nichts wißt ihr.

schmerzverzerrt

das wunderbar arbeitsreiche wochenende ist mir mit beginn der woche in eine schmerzeskapade eskaliert. völlig unerwartet, denke ich. aber wer weiß, vielleicht habe ich nicht gut genug hingehört. ich kenne sie doch, die schwachstelle rechts. die hand, der arm, die schulter, der nacken, der kopf. alles alles notorisch verschmerzt, sowieso. aber so etwas wie diese woche? schmerzen in schulter, nacken und rücken, dazu vorn an den schlüsselbeinen beidseitig, in der halsmuskulatur sogar, und im liegen dieses pochen im schädel, bis hin zu an- und abschwellendem rauschen in den ohren. die ganze nacht, das ist wirklich übel.

zwei tage mit schmerzmittelbedröhnt auf arbeit, ich weiß nicht, warum. im büro, wo die (relativ normale) tischhöhe einfach nicht zum (relativ normalen) stuhl passen will. entweder komme ich mit den füßen nicht ganz auf den boden oder die tischplatte zwingt meine arme, meine schultern beständig nach oben. das muß ich vor ort nochmal überdenken und überarbeiten, dringend. aber diese woche hätte ich mir die anwesenheit dort klugerweise sparen sollen. hätte vielleicht geholfen. so ist es einfach tag für tag immer schlimmer geworden.

jetzt gerade pocht es nicht mehr, zum glück. heute morgen war das noch anders. der arm ist aber immer noch nicht wieder frei. in die oberbekleidung zu kommen, war eine prozedur. mit ist, als hätte mich ein großes, böses tier in seinen fängen. deutlich spüre ich den festen druck der fangzähne, vorne und hinten. und ich dazwischen bin starr wie beton.

morgen mal zum arzt? (aber was sage ich da? wer ist dieses tier?)

bonding (35)

nach knapp drei wochen abstand vom text, nur denken, planen und ein bißchen herumbasteln vielleicht, bin ich gestern wieder voll eingestiegen in die schreibarbeit. die pause mußte sein, nicht nur, um zu neuem (schreib)atem zu kommen, auch weil das vor jahren vorgearbeitete material zuende war. dadurch tat sich eine lücke auf, vielleicht auch eine art graben oder wasserscheide. was auch immer. auf jeden fall etwas, das es zu gründlich zu erkunden galt, um eine sichere brücke darüber zu bauen. so dachte ich. keineswegs hatte ich beabsichtigt, sie so schnell zu beenden. im grunde hätte ich darauf gewettet, in diesem jahr womöglich überhaupt nicht mehr in die konkrete arbeit einsteigen zu können.

irrtum.

statt eine solide brücke zu konstruieren, bin ich einfach losgeflogen. so geht es natürlich auch. und wie das geht. (auch weil die ciclista regine mir die zeit dazu gegeben hat. womit habe ich das verdient?) worte wie im flug. (daß ich das noch kann!) so darf das gerne weitergehen, aber das will ich hier und jetzt nicht beschwören. das könnte gefährlich nach hinten losgehen. denn letztendlich weiß man das nie, ob ein buch wirklich fertig wird und gut fertig wird. bevor es fertig ist. und gut ist.

140 seiten sind es jetzt also, genau in diesem moment. mehr hatte ich ursprünglich gar nicht geplant, aber das ist über fünf jahre her. das gilt heute absolut gar nichts mehr. ich schaue auf meinen plan, und da ist noch so viel zu erzählen. sorgfältig aufgereiht, dafür waren die drei wochen wichtig und gut. ich sehe es vor mir, deutlich und klar in (fast) allen bereichen. aber ich weiß nicht wie und ob es werden kann. wie könnte ich.

da stehen auch seitenzahlen in diesem plan. aber ob das relevant sein kann, steht auf einem anderen blatt. erfahrungsgemäß nicht. es wird immer mehr als das, was da steht. mehr text und mehr zeit. 100 seiten, schätze ich heute. wenigstens, aber vermutlich mehr. erfahrungsgemäß.

ich glaube, das ist gut so. alles ist gut.

2. schulddrehtag

noch vor dem frühstück mache ich fotos von menschen, die menschen filmen, die gefilmt werden. zu deisem zweck verfüge dabei über einen logenplatz im zweiten stock des angrenzenden eckhauses. unübertroffen.

die weitere verfolgung des geschehens hat mich eine weile von den anstehenden arbeiten abgehalten. zu spannend waren mir die abläufe da draußen, das zusammenspiel so vieler menschen, das mir nahezu reibungslos erschien. wie zügig da auf- und dann gleich wieder ab- oder umgebaut wurde. daß überhaupt gebaut wurde, daran hatte ich gar nicht gedacht. und wieviel gebaut werden mußte. kamerakräne, diverse lichtaufbauten, kurze schienenstrecken für kamerafahrten, mit kleinen holzklötzen stabilisiert. und so vieles mehr noch, dessen sinn sich mir nicht erschlossen hat. dazu die orgamenschen, die mit headsets, tablets und klemmbrettern durch die gegend hüpften.

das wäre etwas für mich gewesen, dachte ich nach einer weile. erst das bauen, dann das organisieren. das hätte ich machen können und gerne machen wollen. das ist auch eine art, sich durch eine geschichte zu hangeln, auf jeden fall. wenn mir sowas über den weg gelaufen würde. damals, kurz nach der lehre. dann wäre etwas aus mir geworden. wenn ich da den blick hätte heben können, über die bis dahin gemachten erfahrungen hinweg. wenn ich da schon gewußt hatte, was ich heute weiß. daß ich ein mensch bin, wie alle anderen auch. daß ich genauso funktioniere, oder es zumindest lernen könnte. irgendwie. daß mit die substanz dazu gegeben ist. wenigstens das.

wenn mir klar gewesen wäre, daß ich etwas hätte wollen dürfen. und suchen. und finden sogar.

doch da war eben nichts. damals. nichts von dem, was und wie menschen leben, hatte sich mir jemals erschlossen. das war nicht das, was ich kannte. nicht mein leben. ich hatte keine absicht, damals, nicht einmal die absicht weiterzuleben. wie hätte ich zum film wollen können? oder sonst etwas tun.

na, egal: die einzigen frauen in der filmcrew heute waren zwei schauspielerinnen, eine maskenbildnerin und eine orgafrau mit gelber leuchtweste, die offensichtlich durchaus belebte straßenkreuzung freizuhalten hatte. sonst nur männer! die übliche scheiße halt. da hätte ich vor dreißig, vierzig jahren auch so keine chance gehabt.

1. schulddrehtag

gegen acht tauchten die ersten drehtagbauarbeiter und diverses aufsichtspersonal in gelben oder orangen westen auf. kurz darauf wurden fünf autos angeliefert, was mich ein wenig auf einen außendreh hoffen ließ. vor allem, weil kurz danach auch noch die ganze straße ab sonnenalle gesperrt wurde. da ich dann aber von neun bis nachmittags um drei  in sachen literatur unterwegs war, hab ich davon nix mitgekriegt.

als ich zurückkam war das geschehen längst in die kneipe verlegt. ein wenig konnte ich von meiner wohnung aus zusehen, wie hektisch kamera und tonangel um die akteure herumzappeln. eine choreographie des notwendigen, vermutlich. passend und schön. draußen vor den kneipenfenstern scheinwerfer und gekabel, dazu frierende menschen in warnwesten. mit kaffebechern in den händen.

jetzt sind sie alle wieder weg. die kneipe macht gerade zu, nur die autos stehen noch da. auch eine wahnsinnsfeudale karre, sowas wie ein rolles royce oder ein bentley oder so. keine ahnung. und dazu wieder ein wachmann und hütchenspieler zur sicherheit, ist ja schließlich neukölln hier. vielleicht der von gestern?

auf jeden fall friert er. und kaffee hat er auch keinen.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner