am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

schreibzeit (13)

höchste zeit, wieder einzusteigen, wo ich doch gar nicht hatte aussteigen wollen. heute und nicht morgen, nicht auf den allerletzten drücker. das immerhin ist gelungen. dennoch kostet mich die rückkehr in den text diesmal erheblich, zeit und nerven. ich finde mich kaum zurecht, spüre aber, dass ich mich täusche. es war einfach nur wenig zu tun, fast alles schon bereitet.

eine freude ist das schreiben so aber nicht. nein!

könnte natürlich auch einfach ein schlechter tag sein, wegen schlecht bzw. kaum geschlafen vor schmerzen. egal. es geht weiter. das ist wichtig.

gestern

das war ein guter abend beim kabarettistischen jahresrückblick 2018 in charlottenburg. im anschluss dann noch besser fast in dem ziemlich winzigen limalima, wo vor allem die desserts wirklich groß sind. (nein, nicht im sinne von voluminös.) außerdem in bester gesellschaft.

mit dem umfangreichen bettumbau ist jetzt zunächst einmal ein „großprojekt“ abgeschlossen. bis zur grundlegenden umgestaltung des schrankregals im wohnbüro im sommer, das sicherlich wieder ein etliche tage dauern wird, stehen nur kleinere sachen an. viele kleinere sachen allerdings, nahezu überall.

die zweite nacht im neuen bett war erschreckend grauenhaft. heftige nervenschmerzen in der rechten hand, die mich kaum schlafen ließen. hoffentlich aufgrund dieses dämlichen karpaltunnels, es war ja doch eine ziemliche anstrengung die letzten tage. eine solche reaktion meines ollen körpers wäre also durchaus plausibel. jedenfalls glaube ich bislang nicht, dass ein flexibleres, weiches bett eine falsche idee war.

außerdem den ganzen tag gedacht, es sei sonntag. somit ist der tag heute geschenkt

tiefer gelegt

es ist seltsam, das neue alte bett. niedriger, weil die matraze durch den umbau tiefer in der umrahmung liegt, und es knatscht und knarrt natürlich, da muss ich nochmal ran. mit kork, wie ich eben auf facebook gelernt habe. keine schlechte idee.

außerdem muss ich mein bettgehverhalten ändern. ich sollte mir abgewöhnen, aufs bett zu steigen und darüberzulaufen. das ist auf einmal irgendwie beängstigend. zum einen die geräusche, die dabei entstehen. zum anderen die überraschende nachgiebigkeit, gewaltig ungewohnt bislang.

der günstig erworbene lattenrost, mehr so zu testzwecken, ist auch nicht gerade erstklassig. für mich mag es reichen, einstweilen. wie das aber zu zweit aussieht, das bleibt abzuwarten. ich hab da aber schon etwas, auch für solche gehobene ansprüche passendes im auge und deshalb vorsorglich gleich die mittelstütze eingebaut. kann also nur besser werden. alles.

trotzdem: dieser nacht blicke ich ein wenig verunsichert entgehen.

fallen und fliegen

das leben sei ein einziger freier fall, sagen die buddhisten. manche zumindest, die ich kenne. da habe ich das schon des öfteren gehört. es gäbe allerdings auch eine gute nachricht und die laute: es gibt keinen boden!

und bei der bachmann heißt es: jeder, der fällt, hat flügel.

in der praxis ist das gar nicht so einfach.

sich betten

jahrzehntelang habe ich mich nicht rangetraut an das bett, das mein vater mir gebaut hat. kurz vor seinem tod, im letzten moment sozusagen. so ein ding zum zusammenstecken, ohne jeden nagel. auch keine schrauben oder winkel, einfach nichts aus metall. nur holz und leim. aber jetzt geht es nicht mehr anders, der starre bretterboden funktioniert für mich einfach nicht mehr. ein lattenrost muss her. deshalb muss ich jetzt an das bett ran, das mein vater mir gebaut hat.

aber ich kann nicht ohne metall. leider.

als erstes stellte ich zu meiner erleichterung fest, dass er doch ein paar schrauben benutzt hat. genau da, wo ich nun auch schrauben muss, weil es anders nicht geht. die schmalen latten als halterung für die bretter, sind nicht nur geleimt, sondern tatsächlich auch verschraubt. an exakt dieser stelle muss ich nun nun alles passend machen, nirgends sonst. schwein gehabt!

nervig ist nur, dass das ziemlich dauert. den ganzen tag heute habe ich daran getüftelt. (und noch ein bisschen an was anderem. und auch ein wenig gearbeitet. und, und, und.) jetzt sollte ich aber alles für den umbau zusammenhaben, um morgen in die endrunde zu starten. das bett tapfer auseinandernehmen, bis ins letzte einzelteil, und dann daran herumschrauben.

am ende ist hoffentlich alles gut und ich ab sofort feinstens gebettet.

zeitlos

business as usual. nach acht stunden arbeit zzgl. zwei stunden fahrzeit bleibt nicht viel von mir, um zu schreiben. oder sonst etwas kluges zu tun, von dem nicht klar ist, wie lange es dauern könnte. welche wege es nimmt und welche schleifen sich zuziehen werden, um anderswo neue wege zu öffnen. die dann auch noch ergründet werden wollen.

die rauhnächte sind vorbei, die zeit zwischen der zeit, in der sich keine zeit befindet. sondern eine ansammlung von monstren, ungeheuer und engelsgleich, wenn man sich ihr nicht stellt. der zeitlosigkeit dieser zeit. wenn doch, wird alles glasklar. ganz einfach ist das, schnell und leicht.

doch das habe ich nicht. schon lange nicht mehr.

schande!

stattdessen ein wenig hirngeometrie, herumgemessen und zahlen notiert für den nächsten holzkauf. das bett ist noch nicht ganz fertig. danach geht es ins bad, da ist auch noch viel. und dann liegen da zwei bretter, von denen ich nicht weiß, ob ich sie überhaupt noch fertigmachen soll. abwarten.

bonding (38)


heute weder überarbeitet, noch die nebengeschichte konkretisiert, wie ich es mir gestern vorgenommen hatte. stattdessen an der zeitstruktur gearbeitet und dabei gedacht, ich würde genau das tun, was da gestern im blogpost festgeschrieben steht. und zwar keine sekunde zu früh, allerhöchstens ein paar wochen zu spät.

die verbleibenden sieben kapitel – oder wie viele auch immer daraus werden wollen – müssen sorgfältig geplant sein, viel mehr als zu anfang des buches, um funktionieren zu können. daran wäre ich beinah zielstrebig vorübergeschlendert, und das hätte mich viel arbeit gekostet. viel zweifel und ärger, viel generve vor allem. ich mache sie ja nicht gern, diese konstruktionarbeit. aber jetzt sieht es so aus, als könnte das ding klappen. (im laufe des jahres oder so. hoffentlich zum ende des sommers. naja, vielleicht.)


bleibt also, mir selbst diese nebengeschichte zu verdeutlichen. hintergrundmaterial nur, das wird wenig raum einnehmen im fertigen roman. relevant ist es dennoch in nicht unerheblichem ausmaß. ebenso ist es dringend, doch es macht keinen spaß. jetzt und nicht später, ich weiß ja, ich weiß.

ich muss eine sekte erfinden, die sich inbesondere um die früh(ver)formung von kindern bekümmert. nicht christlich, das käme mir zu platt. nicht besonders weit verbreitet auch, eher provinziell und kleinlich. aber doch fundamental, vielleicht wissenschaftlich, der hirnforschung und rassenhygiene verbunden. hirnwäsche, zucht und züchtigung und so, stichwort schwarze pädagogik. das zerbrechen des eigenen, des willens. oder noch anders, keine ahnung. schwer verdreht auf jeden fall, und falsch, dass es falscher kaum geht.

nein, das macht wirklich keinen spaß. ich recherchiere zu kindern in sekten, und dabei vergeht mir so ziemlich alles, ziemlich schnell. (lest mal selbst über zwölf stämme oder warren jeffs.) aber es hilft ja nicht, es gehört eben dazu. was soll ich machen.

außer schreiben.

vom zwang des scheiterns der projekte

das zwangsläufige scheitern des projekts liebe. (frei nach undine gruenter.) ich glaube ja nicht daran. nicht an das scheitern und schon gar nicht an die zwangsläufigkeit. dieses große scheitern am stück, das existiert nicht.

was zählt ist die summe des (tatsächlich zwangsläufigen) kleinen scheiterns, immer und immer wieder. mitunter am immer selben objekt und damit unerträglich auf dauer. doch letztendlich ist es ein allmähliches gelingen, das auf die art bewirkt wird. (und das nahezu zwangsläufig.) oder was auch immer, keine ahnung, wie man das nennen könnte. so unverstellt und frei zugänglich, dabei ebenso auch verborgen. auf jeden fall ist es ein gewinn.

aber damit bin ich wohl allein.

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