am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

hochsicherheitssamstag

am nachmittag plötzlich gejubel und getrommel in meinem kleinen berliner nachbarstadtstadtteil. ich erinnere mich, von hier ist es nicht weit bis zum stadion. beim anschließenden rumradeln zum nächsten lebensmittelladen stoße ich überall auf dezent schweigende blaulichter, massive absperrgitter und anderes schweres gerät.

eine kurze recherche ergibt: in der 4. liga ist schwer was los, und sowohl chemnitz als auch babelsberg machen auf den ersten blick nicht wirklich eine gute figur in diesem hochsicherheitsspiel der regionalliga nordost. hitlergruß und reichskriegsflagge auf der einen seite, und die 1. mannschaft des hiesigen clubs läuft immerhin mit einem (für mich ja immer noch recht zweifelhaften) sponsorlogo auf der laibchenbrust auf. ernsthaft?

wie erklärt sich das denn? wo ein stück weiter auf der clubseite mit #nazisrausausdenstadien ein klein wenig gezwungen vielleicht, aber letztendlich doch recht deutlich stellung bezogen wird.

nachtrag: erste erklärungsansätze in der taz. (schon was älter und auch über leipzig. tja, sowas geht an nichtfußballmenschen ja weitgehend vorbei.)

nochn nachtrag: und daß ich in dem zusammenhang nie an die britische skinheadbewegung, die mir durchaus geläufig ist, gedacht habe. das nehme ich mir ein wenig übel.

schreibzeit (4)

nachts ist es heiß hier, ich schlafe nackt. ohne decke sogar und biete so den mücken ein großzügiges angriffsfeld. nach dem aufwachen ziehe ich mein schlafzeug an. (nackt umherlaufen schickt sich in einer ergeschoßferienwohnung nicht besonders.) dann öffne ich alle türen und stelle den ventilator an. beim kaffee schreibe ich dann die erste runde, so zwei stunden vielleicht.

dann frühstück. jetzt also frühstück, war spät heute, das aufwachen.

gestern bis nachts am wannsee gesessen und damir imamović zugehört. beeindruckend schön. (wenn ich je etwas singen wollen würde und könnte, dann so etwas. das weiß ich schon lange, aber ich kann ja nicht singen. auch ist es nicht meine tradition, also völlig außer reichweite.)

„nach hause“ waren es dann nur ein paar minuten, gut acht kilometer, z. t. durch den wald. auch schön.

bonding (20)

noch vor dem frühstück kurzentschlossen den schwierigen, weil erheblich zu ändernden ersten teil des neuen kapitels zu überspringen, und erstmal in die zweite hälfte zu springen, die direkt an das vorherige kapitel anschließt. gute entscheidung. es flutschte nur so, kaum probleme, die nötigen ergänzungen zu finden und umzusetzen. morgen nochmal da durch, zirka fünf seiten nur. das sollte es dann gewesen sein.

im anschluss folgen allerdings die dringenden änderungen des ersten teils, die auch noch änderungen in einem anderen kapitel nach sich ziehen. na, mal sehen.

schreibzeit (3)

angekommen. das hoffe ich zumindest. gestern nacht zumindest fühlte es sich einen moment lang so an. bei einem kleinen rundgang durch die leere und stille da draußen. wobei das relativ zu denken ist. auch hier sitzen menschen draußen und lachen, man hört musik aus den wohnungen, fernsehdialoge und andere stimmen. es herrscht keine menschenleere stille. aber eine fast fahrzeugleere kurz vor zwölf, man hört die eigenen schritte, den boden. er spricht, er antwortet. die straßenlaternen sind auf all das gut eingestellt, sie spenden ein schickes, gelbliches licht. wie früher bei meiner oma. (boshamerweg 84, karnap.) wo mein onkel seinen käfer immer exakt unter eine dieser laternen gestellt hat, damit er das standlicht sparen konnte. damals.

tief in der hektik des alltag und der nicht zu verachtenden hektik, die beständig aus mir selbst resultiert, vergesse ich gern, wieviel leere und schweigen nötig ist, um etwas aus dem nichts in gang zu bringen. zwingend nötig. um raum zu schaffen für wachstum, ideen und konzepte nicht zuletzt. für kreativität eben.

und wie selten ich mir das schaffe. viel zu selten.

heute nur wenig in den text, am nachmittag dann rüber ins LCB. liegt ja quasi um die ecke von hier aus. aber erstmal frühstück jetzt.

guten morgen.

bonding (19)

nicht ganz ein jahr ist es her, daß ich zum ersten mal hier war, in dieser gegend, um mich mit dem so schwer vernachlässigten manuskript zu beschäftigen. zeit also, ein fazit zu ziehen.

ende august 2017 wußte ich kaum noch, was genau mich in den kapiteln erwarten würde, die bereits geschrieben waren. daß ich sie geschrieben hatte, immerhin, das war mir bewußt. daran konnte ich mich erinnern. seitdem waren aber zirka fünf jahre vergangen, und meine erste aufgabe war also, mich zunächst einmal wieder einlesen. beängstigend, bestimmt drei tage habe ich mich davor gedrückt. mich einzufinden in die story, in den stil, in die figuren, in die hauptfigur vor allem. denn die spricht, die gnaze zeit. das alles wiederzufinden, am besten auch wiederzuerkennen. und hinter all dem: den bestehenden text zu begutachten, mir klarheit verschaffen und entscheiden.

ob das alles überhaupt der mühe wert ist.

dafür saß ich eine woche hier, kühl war es, geregnet hat es. die wohnung war unbequem und dunkel. nur die bäume, die kiefern direkt vor dem fenster, waren zauberhaft. am ende hatte ich verstanden. ich wußte wieder, was ich wollte. und ich hatte beschlossen, es zu versuchen. so weit bin ich gekommen, einen plan aber hatte ich nicht.

nur, daß ich mir die zeit nehmen, sie mir quasi kaufen würde. daß ich das einfach tun müßte. das stand fest.

mein eindruck ist, daß ich ziemlich getrödelt habe. planlos vielleicht, was weiß ich. nebenbei habe ich zwei bücher übersetzt. oder waren es drei? der webseitenübersetzungsdauerauftrag läuft sowieso stetig nebenher, wie auch die halbtagsfestanstellung. zwei weitere stammkunden sind mittlerweile abgesprungen, einmal von meiner seite abgesagt. der andere, naja. wurde wohl zeit. dennoch sind mit dem heutigen tag 34 seiten intensiv überarbeitet, was bedeutet daß etzt exakt 50 seiten ziemlich gut dastehen.

eben habe ich mich mit der weiteren planung beschäftigt. zunächst warten noch einmal 25 seiten rohtext unmittelbar auf überarbeitung. rohtext ist dabei teilweise noch übertrieben. vieles ist nur grob notiert, außerdem muß noch so einiges eingearbeitet werden, von dem ich vor fünf jahren noch überhaupt nichts wußte. nicht einmal ahnte. also neu schreiben, weiterschreiben.

das dann sowieso, sicher noch einmal zirka 100 seiten. so viel, das noch fehlt. auch eine idee, worauf es hinauslaufen wird, habe ich bereits. noch nicht ausgegoren oder gar konkret, aber immerhin. die richtung stimmt. und das ist überaus hilfreich. alles.

ach so, das fazit fehlt noch: ich könnte, ich sollte zufrieden sein, oder? durchaus.

schreibzeit (2)

bewölkt ist es, ein wenig windig sogar. der tag gestaltet sich angenehm, obwohl die 30° schon fast wieder geknackt sind. gleich muß ich ein wenig laufen und denken. und ein fahrrad besorgen vielleicht. mein altes schrottrad, das ich bei meinem ersten besuch in diesem jahr leichtfertig einfach am bahnhof hab stehen lassen, ist tatsächlich geklaut worden. kaum zu glauben eigentlich, das war wirklich kurz vor völligem vermurkst sein, mit rahmenschaden sogar. das ist schade, denn ich will auf keinen fall blöd mit dem motorrad umherfahren. wenn ich mal umherfahren mag.

stille orte übrigens, wenn dann der sägelärm von früh morgens verstummt ist, haben die eigenschaft, daß man die menschen viel deutlicher hört. einzelne menschen in der unmittelbaren umgebung. das ist mir ein wenig seltsam, verstörend fast. also passe ich sehr genau auf, was ich tue. welche musik ich in welcher lautstärke wähle zum beispiel.

schreibzeit (1)

die nacht war stickig. regen gab es bislang nicht, aber eine nachbarin hat den rasen ausgiebig gesprengt. das hat ein wenig geholfen.

auch in potsdam, in idyllischer babelsbeger hinterhoflage, fangen einzelne menschen gegen sieben uhr an, mit sägen zu sägen. also nicht gleich hier im hof, zum glück. aber auch nicht weit. und dann ist man halt wach, früh wach.

beim duschen tatsächlich ein wenig geföstelt. wie schön. der untere rücken schmerzt noch, aber weniger als gestern immerhin. der nacken ist deutlich besser. mit rucksack motorrad zu fahren war ja noch nie so mein ding. und das hat sich im alter nicht geändert, muß ich jetzt mal sagen. (ich geh ja auf die sechzig, das flüstere ich mir selbst mitunter zu. und glaube es mir bislang kaum.)

ein wenig planlos bin ich noch was die arbeit angeht. alle türen zu, aber das wird schon. es ist ja zeit, ein klein wenig zeit, nur dafür. schreiben.

ver\reisen

was für ein ermüdender tag. diese hitze, so langsam kann ich das wirklich kaum noch begreifen. es scheint immer mehr zu werden. gestern war es heißer, ich weiß. wenn man den messungen und ziffern vertraut. aber die fahrt heute, mit einem nicht voll aber doch ziemlich bepackten motorrad hat mächtig geschlaucht. zumal die kiste mir beinah hingeknallt wäre als sie schon fast vollständig bepackt war. das übliche, eine seite des hauptständers wollte gern im boden versinken, allen kleinen pflastersteinen zum trotz. das resultat sind 250 kilo in schräglage. kein schöner anblick und auch nicht leicht zu handhaben. geflucht und geschwitzt habe ich, noch bevor es überhaupt losging.

viel vergessen habe ich. also nicht nur das eine teil, irgendeines, das man halt immer vergißt. sonst klappt es ja nicht mit dem reisen. nee, diesmal fehlen die mehrfachsteckdose, die richtigen kopfhörer (dafür andere, geht ja auch), das opinel (denn in keiner ferienwohnung sind die scharfen messer wirklich scharf) und ein paar toilettenartikel. alles nicht schlimm, kann man alles besorgen oder drauf verzichten. aber komisch ist es schon. eigentlich bin ich anders.

vor allem aber müde jetzt.

die wohnung ist wird heiß, ausgerechnet am nachmittag steht hier voll die sonne. und es gibt nichts, um sie wenigstens ein bißchen auszusperren. außer einem riesigen ventilator. das heißt: arbeiten am morgen und dann später am abend wieder. so sieht es aus. und so wie jetzt geht es.

dazwischen ist paddeln angesagt. viel trinken, wenig essen. oderirgendsowasinderrichtung.

möglichkeiten

vor zehn jahren oder so, kurz nachdem ich nach berlin gekommen bin, dachte ich eben. da hätte ich eine werkstatt mieten, ein auto kaufen und mich auf flohmärkten und bei trödelhändlern umsehen sollen. schicken schrott finden und in tolles zeug umbauen, tische, lampen, regale usw. möbel halt und dann verkaufen, das wärs gewesen. das wäre heute noch fein, eine werkstatt haben. das vor allem. und geld wär da wohl auch drin gewesen.

aber auf sowas kommt man nicht, wenn man so gar kein geld hat. nicht einmal auf die idee. und wenn, dann hätte ich mir vermutlich eingeredet, daß ich nicht ausreichend qualifiziert bin. eine dekorateurin ist ja keine schreinerin. oder? also hätte ich auch nie jemandem davon erzählt, der oder die vielleicht das hätte vorfinanzieren können, was so alles nötig gewesen wäre. und das wäre ja nicht wenig gewesen. ein unsichtbarer kreislauf, der ins nichts führt. nennt man auch armut.

heute machen das, was ich damals hätte beginnen können, alle möglichen heimbastler auf die unsinnigste art. und bilden sich was drauf ein, bloggen und twittern drüber und schreiben bücher am ende. (die ich dann übersetzen darf, immerhin.) das mit der qualifikation wäre damit also ausgehebelt, wenn nicht ohnehin. aber darum geht es gar nicht. es geht darum, einfach immer im leben zu tun, was man gut kann und gerne will. und eben das zu erkennen. ebenso zu erkennen, daß das nicht mehr funktioniert, wenn da so gut wie kein geld ist. armut macht immer auch das denken arm, die ideen und die kreativität und damit das schöpfen und schaffen. so sehr man sich dagegen wehren mag. das hätte ich nicht von mir gedacht.

heute ist alles anders, und so ist es auch gut. jetzt. denn mit der werkstattidee wäre auch gewerbe, steuern und marketing verbunden gewesen. letzteres vor allem, mächtig viel davon. und damit habe ich es ja nicht so gar nicht. schon die freiberuflichkeit verlangt mir diesbezüglich einiges ab, das mich an den rand der verzweiflung treibt, mitunter. also ist es gut, alles gut. nur ein wenig schade halt.

und überraschend, auf einmal glasklar vor sich zu sehen, was möglich gewesen wäre. (damals. und was ich wohl im moment alles übersehen mag?)

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