gedanken ordnen, nicht worte.
engl
tango, wir müssen reden
tango ist eine komplexe angelegenheit. viel gäbe es zu sagen über körper in bewegung, über das ständige scheitern und gelingen an allem. dem eigenen körper, dem anderen, der gemeinsamen balance wie der eigenen, der musik auch. und das ist längst nicht alles. manchmal denke ich, ich sollte das tun. das alles mal aufschreiben, regelmäßig, wie in einer kolumne. (naja, mal sehen.)
vor allem, wenn ich ein wenig herumsuche, was andere so zu sagen haben. und wenn mich dann gleich beim ersten satz ein mächtiger ekel überfällt:
In sexueller Hinsicht benötigen Frauen oft etwas mehr Zeit zum Durchblick.*
was zur hölle soll das denn? lieber gerhard, unbekannterweise, was vorzugsweise so bleiben möge: vielen dank für den frühmorgendlichen kotzreiz!
(* quelle: Gerhards Tango-Report, aber achtung: der rest des textes ist auch nicht besser oder gar klüger.)
aber immerhin: auf dem weg noch ein ganz feines, ganz anderes tangoblog entdeckt. Berlin Tango Vibes kommt vergleichweise wunderbar daher, vielschichtig und persönlich, in jeder hinsicht durchdacht. natürlich besteht auch dort eine gewisse distanz zum queertango, der noch einmal so ganz anders ist. aber das macht ja nix, da gibt es dann halt einen einblick in das „normale“ tangogeschehen.
das queere liegt wohl doch an mir, vermutlich. (na, mal sehen.)
bonding (34)

wieder aufgetaucht bin ich, vor etwa zwei wochen war das. als das xi. kapitel fertig war. auf normseite 127, das sollte so ungefähr die romanhälfte sein, habe ich den text spontan verlassen. anders ging es nicht. es war einfach zeit, eine pause einzuläuten. eine zwangspause im grunde. sonst wäre ich wohl irgendwie abgedreht, vor verwirrung oder erschöpfung. oder noch etwas anderes, das mir jetzt nicht einfällt.
eine atempause also, eine denkpause auch. vor allem aber eine schreibpause, um die dinge zu strukturieren, die da noch kommen werden. es hilft ja nichts. so in etwa weiß ich das ja alles. aber ein roman will gebaut sein, verflochten, verwebt und auf den punkt gebracht. er muß dastehen können, wie ein gebäude mit fundament und allem. ab der hälfte geht das nicht mehr einfach s. da braucht es ein wenig vorarbeit, ein wenig mehr als zuvor. es soll ja nicht einstürzen aus versehen oder versehentlichem mutwillen. obwohl das natürlich jederzeit möglich wäre. (wie meinen?)
deshalb ist jetzt erstmal pause, andere sachen standen an. auftragszeug, muß ja auch sein. aber eine kurze nur, mehr will ich mir nicht erlauben
ach was, von wegen pause. das stimmt ja so alles gar nicht. heute habe die kapitelstruktur bis zum romanende durchdacht und aufnotiert. das steht jetzt da, so einigermaßen zumindest. mehr geht sowieso nicht, in diesem moment. das heißt dann also: keine entschuldigung mehr.
weiter im text. bald.
sommerzeitpro
ich mag das ja, diese zeitverwirrung. wenn der körper den ganzen tag eine andere zeit erfährt, als die uhr es vorgibt. eine woche in etwa wird das jetzt so gehen. spätestens morgen nachmittag, wenn es erst dämmert, dann dunkelt und der arbeitstag noch lange nicht zuende sein wird, werde ich es hassen. weil ich dann im dunkeln nach hause fahren werde, das mag ich gar nicht. außerdem werde ich trotzdem nur mit mühe und unter zuhilfenahme eines ziffernblatts herauskriegen, ob ich nun morgen früher oder später aufstehen muß. und dann gleich wieder vergessen.
aber so ist der winter. winter ist, was immer ist. manchmal aber ist sommer. danach dann, hoffentlich mit seiner zeit.
ich liebe diese verwirrung. und das licht, bitte das soll so.
nix da
sonntag abend, und ich wäre dann mal bereit für ein wochenende. alles fertig, naja, fast. ich hätte noch ein wenig mehr der brotübersetzungsarbeit erledigen sollen. stattdessen fast nur im roman versunken. auch gut. oder nicht?
keine ahnung. ich brauche ein wochenende, dringend und sofort. (aber das wird wohl nix.)
bonding (33)

puh! nur kurz, um hier zu dokumentieren, daß ich weiterhin dran bin. mitten drin im roman. völlig verloren, ab- und eingetaucht, nahezu versunken.
heute zum beispiel, satte zwölf stunden in kapitel xi, das nun so gut wie fertig ist. hoffe ich. muß ich aber morgen noch einmal nachsehen.
ich weiß jetzt schon, worauf das dann hinauslaufen wird.
mitten drin stimmt übrigens auch in anderer hinsicht. mitten in der story nämlich, sogar die seitenzahl stimmt in etwa. halbzeit, schätze ich.
aber was weiß ich schon.
#unteilbar
anfang oktober 1981, auf der friedensdemo im bonner hofgarten, da war ich nicht dabei. nicht einmal daran gedacht habe ich. ich war 18 und die friedenstäubchen hatten meine vollste verachtung. zu wütend war ich, zu sehr geprügelt und geprägt von der kriegskindergeneration.
beachtlich fand ich es dennoch. 300.000 menschen sollen es damals gewesen sein, zwei jahre später, ebenfalls im oktober, noch einmal in etwa genauso viele in der menschenkette von stuttgart nach ulm.
gesten waren es über 240.000. alle bei mir in berlin, und war ich auch dort. natürlich war ich da. großartige entspannte stimmung. kein palaver, gerangel oder gepöbel, nirgends. kaum polizei sichtbar. wenn, dann schlendernd und quatschend, entspannt. dazu die sonne, die wärme, das licht.
ab jetzt heißt es wissen und glauben, daß alles unteilbar vielfältig ist. und bleibt.
laternen!
Die Motorräder, die aus frischen Fernen
der Stadt zu brausen, tragen schon Laternen.