am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

alles

noch in potsdam vor etwas mehr als einer woche darüber spekuliert, wann ich wiederkommen kann, um mit dem boot noch in diesem sommer die eine oder andere kleine ecke zu erkunden. ganz grob nur, nichts längeres. kein weiterer schreibaufenthalt mit angeschlossener bebootung einstweilen. einfach mit der verpackten NTE auf dem rücken hinfahren und dann ein wenig aufs wasser. anschließend gleich wieder zurück.

dafür den donnerstag ausgesucht, an dem ich dann aber hiergeblieben bin. zu heiß und zuviel arbeit. also alles auf den gestrigen samstag verschoben, und von da aus dann am freitag schon auf heute. weil es mit der fRau so besser passte. und überhaupt: das wetter und das gemüt. heute wäre ideal gewesen! aber ich hätte mich früh aufrappeln müssen, ich hätte motiviert sein müssen, den ganzen tag unterwegs zu sein. da draußen mit all den menschen, am letzten feriensonntag in berlin. ochnee. vielleicht nächsten donnerstag oder so. dachte ich, wer weiß …

stattdessen also erstmal die kleine, kurzfistig eingeschobene übersetzung fertig machen, die ich einer freundin für heute versprochen hatte. damit das mal aus dem kopf ist, dauert ja grundsätzlich immer länger als gedacht, sowas.

dann ein bißchen was basteln: die wand an der regalecke am bett reparieren und aufbereiten, damit ich da dann bald mal loslegen kann mit der endmontage. außerdem mit weißem dekorwachs experimentieren, gefällt mir gut bislang. aber da kommen dann natürlich die ideen, und wann um himmels willen soll ich das alles denn nur umsetzen.

dann schreiben natürlich, was derzeit ausgesprochen wichtig ist. fast hätte ich mich gedrückt, aber ich muß dranbleiben derzeit.  jetzt, unbedingt. längst bin ich ja an einem punkt im text, wo ich nach ganz neuen momenten greifen muß. und das will gewagt sein, ohne großes zaudern. über zwei seiten, ich bin zufrieden.

gleich mal kochen, auch nicht unwichtig.

allerdings auch irgendwann gegen drei kurz gedacht: was für ein schöner tag, um auf dem wasser zu sein. zu absolut 100% geeignet, genau jetzt. wie schade also, aber naja.

alles auf einmal geht nicht.

bonding (27)

ich fresse mich durch die kapitel. noch sieben seiten rohtext, den ich vor fünf jahren angesetzt habe. drei kapitel, mehr nicht. aber natürlich ist da auch viel zu ergänzen, umzuschichten, neuzufassen. ich rechne jede seite doppelt, wenn nicht  dreifach. das ist viel mehr als ganz am anfang, der schon gut durchgekaut daherkam. vor einem jahr, als ich mir alles selbst noch einmal anlesen mußte.

inzwischen geht es nicht mehr nur darum, bestehendes material auf lesbarkeit hin durchzuackern. auch die story will entwickelt sein. und das tut sie zum glück, ein bißchen wie von selbst. es fallen also nicht nur reparaturen sondern auch änderungen im bereits bestehenden text an. viele änderungen, mir schwirrt der kopf

aktuell belebt sich auch noch personal, das bislang nur erwähnt wurde. wunderbar. und seltsam zugleich, wie imaginäre menschen vor meinem inneren auge zu atmen und zu sprechen beginnen.

schreibzeit (9)

die heimatliche schreibzeit ist schwer zu fassen. ich arbeite im büro, ich arbeite zu hause, dann schreibe ich. zwischendurch baue ich ein wenig an der wohnung herum. kleinigkeiten. oder sitze ein paar stunden mit echten menschen im biergarten.

wichtig ist: ich schreibe. ich bin verbunden.

die augen offenhalten und hinsehen, das ist ohnehin etwas, was nicht zu unterschätzen ist.

die augen zu öffnen aber, wenn sie eigentlich längst geschlossen sind. reflexartig. wenn nur noch die inneren filme abspulen, als wäre das ein weg, ein ausweg. hinzusehen also, in panik, in angst, um zu sehen. was auch immer.

was zu tun ist.

das birgt in sich den grundstein der veränderung. und ist wohl das größte, was menschen einander zu schenken vermögen.

bonding (26)

ich arbeite. wie ich das eben tue, ein kapitel nach dem anderen und langsam natürlich. sehr langsam. aber ich arbeite, und ich bin überaus zuversichtlich. zum ersten mal seit jahren, wenn nicht jahrzehnten bin ich tief eingestiegen. bin zuhause in meiner geschichte, vertraut mit dem personal und immer wieder überrascht von dem geschehen.

ich muß nur die hand ausstrecken. und danach greifen, hin und wieder. es ist immer etwas da.

home, sweet

zurück zu hause. wie schmutzig und laut es hier ist. berlin ist voller menschen, hunde und gestank. die straßen voller autos, hektik und aggression. die nacht angereichert mit schritten und stimmen, die kommen und wieder gehen. auch an meinem schreibort waren menschen und stimmen, so nah, als würden sie in meinem zimmer stehen. aber nähe ist nicht enge. das habe ich gelernt in den letzten tagen.

hier bei mir drin ist zum glück alles ruhig. ich bin umgeben von meinen kisten und schächtelchen mit werkzeug und anderen wichtigkeiten. schönheiten auch und ideen. so kann ich arbeiten, und das will ich tun. die schreibzeit soll weitergehen. muß ja auch.

jetzt noch eine runde gehen, die letzte hier. noch einmal meinen schuhen beim quietschen zuhören. die leere und stille genießen. diesmal im pulli, das der noch zum einsatz kommt. wahnsinn.

vielleicht zum bankautomat, auf jeden fall den motorradkoffer reinholen. dann packen. dann schlafen. dann fahren.

schreibzeit (8)

am ende der schreibzeit nehme ich abschied von meinem schreibort. schwer nehme ich abschied, schwerer noch als die male zuvor. ich sitze am wasser und will nach hause, schrieb ich zu einem bild heute. was bedeutet: ich will bleiben. am wasser, im schreiben, bei mir.

das geht natürlich nicht.

die schreibzeit wird ab morgen wieder im wohnbüro stattfinden, am heimischen schreibherd. der auch nicht zu verachten ist, buchenholz und capisco. das ist doch nicht schlecht. und ich will, ich muß sie beibehalten, meine schreibzeit.

bleibt die überlegung, mir hier irgendwo dauerhaft raum zu schaffen. nicht immer nur für ein paar tage, hin und wieder einmal und dann voller schwermut. eine winzige zweitwohnung, besser arbeitswohnung. im grunde ein zimmer nur, a room of one’s own, mit duschklo und kaffeekocheecke. leer natürlich, ohne möbel, damit es werden kann, wie es sein soll. für mich.

vermutlich utopisch.

sicher unerschwinglich.

traurig.

bonding (25)

wenig geschrieben heute, sehr wenig. hier und da ein bißchen geputzt, aber mehr nicht. auch denken kaum möglich. es ist der letzte tag, bin nicht ganz bei mir. bin besorgt, aber das ist egal.

morgen also wieder nach berlin, in ein mir schnell fremd gewordenes leben.

auch das in teilen betrüblich.

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