am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

keine klagen (60)

kühl ist es, regnerisch und wolkenverhangen, ist es immer noch. am lendhafen habe ich gefroren. bislang war keine zeit zum schwimmen im see. das wird sich legen, morgen.

der zweite lesetag wie im flug. der erste text noch mit schwerer schräglage, ist letztendlich zu recht abgestürzt. dann aber ging es steil bergan, bis hin zu bov bjerg. der die frühere ironie, die satire vielleicht, weit hinter sich gelassen hat und aktuell mit scharfem werkzeug sanft und tief ins mark zu schneiden weiß. schmerzhaft, besser geht es nicht. noch dazu sprachgewaltig flankiert von ally klein und anselm neft (gratulation übrigens), die eine getrieben, der andere mit barocker wucht. (dabei hat er sich so gezügelt!)

ein guter tag. (einen text habe ich so gut wie verpasst, da war ich unterwegs vom hafen zum studio. soll auch gut gewesen sein.)

und müde bin ich. es wird zeit, wieder selbst zu schreiben. ganz oft, ganz viel.

keine klagen (59)

müde. obwohl es bei der bürgermeisterin ja bei weitem nicht mehr so üppig und so lange zugeht wie früher. selbst die rede war kaum als solche zu bezeichnen. geregnet hat es außerdem. kühl ist es geworden.

viel über literatur geredet und vom betrieb. wiewohl ich vom betrieb nicht viel verstehe, aber er ist halt hier, der betrieb. und so muß das ja auch. viel auch über das eigene aktuelle projekt gesprochen, es mehr oder weniger einmal tapfer vorgestellt. soweit das eben möglich ist, bei etwas, wo gerade das setting steht, das personal aufgestellt ist und die richtung ausgemacht.

kein leichtes, das ausgerechnet hier zu tun, wo überall so viel text in der luft liegt. anderer text. danach dann, gestern nacht in meinem mietzimmerchen, leicht verschüchtert die datei geöffnet und vorsichtig reingelesen. nein, keine zweifel. nur arbeit. einen tippfehler korrigiert.

mich einlassen. das ist alles.

keine klagen (58)

die lage ist entspannt dieser tage. am lendhafen gibt es ausreichend texte und schattenplatz für alle, auch im studio geht es gesittet zu. aber heiß ist es dort, unter den fetten scheinwerfern, die ja seit ein paar jahren auch den zuschauerInnen massiv auf die pelle rücken.

zu den texten mag ich nicht viel sagen. bislang hat mich nichts gestochen, eher ein wenig ermüdet oder gelangweilt. auch die jurorInnen scheinen noch nicht so recht wach. alles völlig zerfasert, besonders am nachmittag. die neuen finden sich noch nicht so recht ein, besonders die eine. nein, ich sag nicht welche, ist doch egal.

überhaupt, alles ein wenig anders diesmal. wieder einmal. die texte lasse ich nach gebrauch am platz liegen, am see war ich noch gar nicht, dafür werde ich überall freundlich per handschlag begrüßt. im musilmuseum, am lendhafen, wie eine alte bekannte. wo doch niemand weiß, wer ich bin. nicht einmal ich selbst. das gefällt mir.

keine klagen (57)

früh aufgewacht und angekommen gefühlt. endlich. keine geraune mehr im hirn, keine zweifel. ich bin hier, hier bin ich gut. und richtig vor allem. hier ist nichts als literatur.

der kaffee ist durch, die waschmaschine läuft. ein bißchen brot noch und käse. dann anziehen und los, zum hafen.

keine klagen (56)

zum studio rüberlaufen, leute treffen, reden hören, regen sehen, bier trinken, glück wünschen, politisieren, wie alle anderen und mit allen, so ist die lage. also nicht nur wegen zaimoglus rede, einer der besten, die ich hier je gehört habe, nicht nur sprachlich. nachlesen! (besser noch nachschauen, nachhören, weiß aber noch nicht wo. und ob das überhaupt geht.)

so ist es spät geworden.

keine klagen (55)

ganz schön streßig das mit der literatur. den halben tag organisatorisch unterwegs gewesen, ohne zeit für kaffee. immerhin gekauft ist er, außerdem brot, butter, käse, wurst. vorbei die zeiten, wo ich es für mich bis nach der eröffnungsveranstaltung erstmal nix gab. und nach dem bürgermeisterempfang dann gleich zwei tage nix mehr, außer salzstangen, hartwurst und schokolade. weil mir flug und hotel schon das letzte hemd vom leib gefetzt haben. wie ich dann nachts am lendhafen entlanggeschlichen bin, mit ein paar salzstangen im gepäck und ohne getränk. vorbei!

nach der diesjährigen literaturkurslesung ist jetzt erst ein wenig zeit. die lesung selbst war wenig beeindruckend, ein deutlicher abfall verglichen mit den highlights (dem einen zumindest) im letzten jahr. es hilft einfach nicht, wenn in der gängigen selbstreferentiellen präsensprosa die präsenz des ichs durch entfernung des wortes „ich“ geleugnet wird. es ändert nichts daran, daß auf mobiltelefone gestarrt und nachrichten erwartet werden. daß gescheiterte pärchen in ein skandinavisches land fahren, also nicht venedig, sondern kopenhagen. oder eben nicht, weil sie eben gescheitert sind. aber ich bin ungerecht, ich weiß. es gab auch erzähltes, durchaus. aber da fehlten dann die zwischentöne, die lebensräume. ach, was weiß ich. und dann sind es natürlich auch noch die frauen, die die ichräume ausloten. und die männer, die durch die sonnenalle kurven, um ihre halbgaren geschäfte abzuwickeln. es ist ermüdend.

einen der immer anwesenden literaturkollegen, ein verlässlicher kritiker und begleiter dieser tage, sah ich auf dem handy spielen. irgendwas mit autos. schade eigentlich. und einen etwas müden bov konnte ich begrüßen und instruieren: im studio sitzen und abwarten, bis alle, wirklich alle ihre reden gehalten haben. dabei natürlich wach bleiben, es sind kameras anwesend. dann zur urne laufen und das eigene zeitgrab schaufeln. (ich hoffe, er nimmt mir das nicht allzu übel.)

dabei fällt mir auf, daß heuer (muß sein!) zwei männer mit im rennen sind, mit denen ich in berlin schon auf lesebühnen gestanden habe. und ich habe das nicht so wirklich oft getan. aber qualität zieht sich halt an.

jetzt ist also zeit zu bloggen, zeit zu duschen, zeit, anderes zeug zu erledigen. ich bin ja nicht in zum spaß hier oder in gar urlaub. aber die zeit ist auch schon fast um. jetzt.

keine klagen (54)

angekommen. es ist kühl in klagenfurt, beinah kalt, mächtig geregnet hat es hinter den alpen. so war es noch nie. aber klar ist es, sauber die luft, wie gewaschen. der anflug war ein wenig holperig, aber dafür, daß es durch ein gewitter ging, wiederum eher sanft. mit den blitzen bin ich geflogen, erst unter mir, dann neben mir. parallel, soweit ich das sehen konnte. eines engls würdig.

müde jetzt. aber schön, wieder in derselben wohnung zu sein, wie im letzten jahr. so war alles schnell wieder zurechtgerückt. kann also losgehen. morgen erstmal ein rad besorgen, anschließend gleich einkaufen, dann erst gibt es frühstück. kaffee!

um 14h zur literaturkurslesung, weshalb ich ja überhaupt so frühzeitig hier aufschlage. abends zur eröffnung und akkreditierung, außerdem (vermutlich) all die anderen treffen. und bov (totes blog, aber egal. so kenn ich bov.) und anselm (sein blog ist noch toter, einfach nicht mehr da. ach, anselm.) von weitem zujubeln. vermutlich.

hammerIN

guck mal, eine motorradfahrerIN. mit betonung auf dem IN, das sagt die frau zu einem kind, als sie an mir vorbeikommen. das kind, das vielleicht ein junge ist, zeigt kein interesse, will lieber gleich weiter zur kita. sein pech.

so hat es verpasst, wie die motorradfahrerIN mit einem plastikhammer ein paarmal sanft vor die vergaserbatterie schlägt, um den einen, der neuerdings sinnfrei benzin in die umwelt sabbbert, kurzentschlossen von seinem leiden zu heilen.

bonding (18)

auf der suche nach sparringspartnern kommt es vor, daß man in kämpfe gerät, mit denen man so nicht gerechnet hätte. auch beim schreiben, bei der arbeit an der schreibarbeit. eigenartiges tun. dann geht es auf einmal gar nicht um dies geschichte, um den text, sondern es greift tief in die vorstellung vom schreiben und vom leben nicht zuletzt. und dreht dort alles auf links und wieder zurück. anschließend ist nichts mehr wie es war oder sein soll. was auch immer, es steht in frage.

schön ist das nicht, doch je größer das gefälle, desto mehr sollte man dazu schweigen. das immerhin weiß ich inzwischen, es geht nicht um ich. ich bin nur ein schatten, ein spieler, ein nichts. doch wenn das eigene fremden welten begegnet, passiert nicht zwingend ein verstehen. im gegenteil, und im mißverstehen gerät alles in schräglage, rutscht und stürzt. und was dann?

von einem sollte man ausgehen: auf der suche nach sparringspartnern, auch im schreiben, trifft man auf adäquate gegner. nicht immer auf das, was man sich wünscht. nicht zwingend auf den harmonischen austausch, der beflügelt und berauscht. das ist schade. unbrauchbare gegner aber gibt es nicht, darauf ist verlass. so sitze ich jetzt hier und überdenke struktur und ansatz des romans, bis hin zu erzählstimme und -stimmung. nichts davon stelle ich in frage, dazu war der angriff zu schwach, zu wenig fundiert. dennoch frage ich mich und finde antworten. ich kläre mich, hebe den blick und verstehe, was ich tue, was ich will.

so soll das, so geht es weiter.

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