am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

gender-kriege?

Klingt wie Satire. Ist aber ernst.

endlich dazu gekommen, diesen quasi uralten artikel im zeitmagazin zu lesen. sogar auf papier, obwohl er natürlich längstens online verfügbar ist. nicht einfach, finde ich, über den fetten fehler gleich in der ersten zeile hinwegzulesen. seit wann ist die weserstraße in kreuzberg? aber gut, für die meisten ist das nebensächlich. nur ich laufe zu häufig daran vorbei.

der rest des artikels ist stimmig und falsch, verständlich, korrekt und knapp daneben, vor allem aber provokant. also eigentlich ganz gut. andererseits natürlich so gar nicht.

by the way. you may call me ANN. ANN ENGL. klingt doch gut. :)

das grüne buch

durch alles durch, gesichtet und gelesen. text, randnotizen und das grüne buch. das wichtigste überhaupt, denn darin schreibt sich die geschichte fort. ab sofort.

ich habe verstanden, was ich vor drei jahren wollte. und ich habe verstanden, was daran nicht funktioniert. was fehlt vor allem, deutlicher und klarer als ich es damals formulieren konnte. ich weiß, wie es weitergeht.

es gibt einen plan, ein stück weit zumindest. nicht bis ans ende, durch alle ansätze und ideen hindurch. dazu ist es zu viel. aber das muß auch nicht, so ist es noch nie gewesen. das steht der kreativität im weg. sowieso.

der anfang war schwer. die kraft zu finden, da wieder hineinzuspringen, aber so richtig. oder den mut. der weg führte, wie immer im grunde, über erinnerungen, über die eigene familie. auch das ist nicht leicht. aber wenn die art von familiengeschichte/n schreiben will, wie ich es vorhabe, dann kann ich die eigene nicht zugrunde legen. nur die erfahrung vielleicht, das wissen. hinter den rest muß ein punkt. wobei alles auch offen bleiben muß, für die erfahrung eben. das erleben der fiktion.

die vergangenheit ist kein problem, nicht jetzt, nicht für sie arbeit. das kommt später vielleicht, doch daran ist im moment nicht denken. das darf nicht mitspielen, nicht im geringsten.

zweifeln läßt mich die leichtigkeit, von der ich aktuell ausgehe. weiterarbeiten, ab morgen oder montag, spätestens. losschreiben. mehr als drei oder vier stunden am stück braucht es dafür vermutlich nicht, und die habe ich. die nehme ich mir. dazu das eine oder andere verlängerte wochenende. zusammen mit den techniken der meditation und imagination, über die ich durchaus verfüge. eigentlich.

doch schreibprozesse sind fragil, sie zerbrechen oder verschwimmen allzuleicht. sie ertrinken in alltag und angst. oder sie steigern sich in übermächtiges chaos, das nicht mehr zu bewältigen ist. ich kenne das. und das darf nicht, nicht mehr.

das war schon zu lange.

ich weiß nicht, wann ich das endlich lerne. immer wenn ich behaupte, etwas sei zum glück keine migräne, dann ist es dann am ende doch. das kann doch nicht so schwer sein, nach zirka 40 jahren. (immerhin hat das migränemittel mal wieder gewirkt. ist ja auch was.)

arbeit. und zeit.

in einem englischen café sitzen, bei cream tea und ginger beer, eins nach dem anderen. dann noch salat.

aber eigentlich den text aufgeschlagen und seite für seite gelesen. langsam gelesen, beinah schon durchgegangen. also gearbeitet, mit bleistift.

alles ist gut.

ich weiß zwar nicht mehr genau, welche kapitel ich schon mehrfach überarbeitet hatte und welche noch ganz roh sind. aber ich kann es sehen. da sind etliche seiten, die mich beim lesen ziemlich zerfasern. wenig klar, viel gefasel. das ist es, genau da muß überschrieben werden. aber sonst nichts, das braucht nur arbeit. und zeit.

also nichts ist kaputt, kein schwachsinn oder irreführendes. auch die weitere geschichte tut sich schon auf. wo es hinmuß. wo es hinwill. was noch fehlt. wird sich finden.

wie auch der titel, es gibt schon ideen. ein wichtiger neuer name ist auch gefunden und, bislang, ausreichend gut. weitere bloginfos zum romanfortschritt wird es unter dem titel „bonding“ geben.

(blöd, daß mir immer soviel englisches einfällt. bei der titelfindung hilft es nicht, aber für hier passt es gut in die nachfolge von „going“. finde ich. natürlich ist es auch ein wenig zwiespältig, ich weiß. aber das will ich auch so. nur halt nicht für den titel, logisch.)

wer hätte das gedacht.

morgen noch einmal das letzte drittel, gründlich. da habe ich heute geschludert. dann sollte alles bereit für aktive arbeit sein.

also: schreiben.

rumradeln

es spricht durchaus für mich und diesen ort ‒ oder? ‒ daß ich den schleichradweg am wasser entlang ins zentrum, wo ich gestern dn englischen laden mit creamtea entdeckt hatte, gleich am zweiten radtag gefunden habe, ohne überhaupt danach zu suchen. und umgekehrt auch, also den rückweg.

lag einfach so auf dem weg. bin nur so rumgeradelt.

weniger schön: daß ich am diesigen, eher kühlen morgen das paddeln verworfen habe, um wenig später schon festzustellen, daß es wohl keinen besseren tag hätte geben können. sonne satt, aber nicht allzu heiß. immer wieder mal ein paar wolken, wenig wind.

die seele hätte es gebraucht.

nieder

unter schmerzen in die nacht. lange geschlafen und doch irgendwie nichts. aufwachen mit pochendem schädel. keine migräne immerhin, nur stahlharte muskulatur. es helfen ibu 800, kaffee und der harte strahl der dusche an den richtigen stellen.

jetzt aber mal langsam.

aufrecht

der schreibtisch in meiner derzeitigen künstlerklause ist übrigens kein schreibtisch. es ist nur ein tisch mit einem stuhl, das macht sich nicht besonders gut für den alten rücken, nacken und damit für den gesamtschädel, der allzuschnell erschöpft und müde darniederliegt.

dabei ist es gerade mal zehn. aber die angelegenheit verdichtet sich ja, und es gibt pläne für morgen. da darf ich in ruhe schlafen. oder?

verbunden

erst dachte ich, das essen wäre nicht gut und mir würde schlagartig schlecht davon. ein gutes zeichen für die schlechte wahl, die ich getroffen hatte. dann wurde mir klar, daß es der papierberg war, den ich wirkmächtig neben dem essen hingestapelt hatte.

mit den handschriftlichen notizen war ich schnell durch. überraschend viel war durchaus lesbar, dafür aber inhaltlich kaum noch nachzuvollziehen. die digitalen notizen dagegen, extra ausgedruckt: durchdacht und brauchbar. basiszeug, daten und namen, konstruktionsideen. das ist wichtig, sonst komme ich da gar nicht mehr rein.

dann war da noch das grüne buch, das ich fast vergessen hatte. notizen von unterwegs. so etwas braucht man, wenn zwischendrin noch andere arbeiten anstehen, nicht nur die schreibarbeit. ich zumindest brauche das, muß es immer in der nähe wissen. um die kleinen ideen und einsichten zu notieren, textpassagen auch. so etwas behalte ich einfach nicht im hirn. im hirn behalte ich nur, daß mir etwas eingefallen war. nicht aber was. auch das grüne buch ist ebenfalls weitgehend lesbar, aber viel anfangen kann ich erst einmal nicht damit. vielleicht ist es auch nicht mehr wichtig.

insgesamt unbefriedigend. der text ist außerdem der text, auf den kommt es an. also die notizen zusammengefaltet und eingesteckt. und an den text.

ich habe nicht alles gelesen, das war zu aufregend. das mache ich morgen, vielleicht. ich sollte es tun. ich habe also nur in dem ordner herumgeblättert. ich habe vorne angefangen, aber das war ernüchternd. ich habe weiter hinten ein paar zeilen gelesen, das war noch schlimmer. dann habe ich den bleistift herausgeholt, um gleich mal die nötigsten streichungen vorzunehmen. ab da wurde es besser.

dann kamen die zwei seiten, die mich umgehauen haben. ich wußte zwar, daß ich sie geschrieben hatte. aber nach über drei jahren wußte ich es auch irgendwie nicht mehr. und es hat mich gepackt. da paßt fast alles. ein paar worte nur, ein oder zwei stellen, die mehr genauigkeit brauchen.

es ist, was ich will, daß es ist.

überhaupt stimmt der ton, im großen und ganzen zumindest. kürzen muß ich und putzen. kitsch und ramsch muß weg. die dinge müssen klarer werden, die sprache auch. dabei ist sie für meine verhältnisse schon relativ knapp. das alles ist arbeit, aber das war wohl klar. zum teil ist der text noch roh, erstniederschrift, ohne jegliche bearbeitung. das kann also noch gar nicht stimmen. bei mir nicht, niemals.

randnotizen: die namen stimmen nicht alle. besonders der der erzählerin ist falsch, und obwohl der natürlich am wenigstens auftaucht, stört es mich immens. es gibt auch keinen titel, der bisherige war ja auch nur ein arbeitstitel, und der liegt inzwischen vollkommen falsch. die story hat sich verändert, das war mir gar nicht so recht bewußt. obwohl ich es natürlich wußte.

es geht im kern gar nicht (mehr) darum, daß jemand geht. im gegenteil, es geht um verbindung, um familie eben. obwohl auch das wieder nicht stimmt, es geht gar nicht um eine familie. oder doch? heißen mütter und väter und kinder zusammengenommen nicht familie? ach, was weiß denn ich. das umfasst soviel mehr, und am ende ist es hoffentlich nicht nur diese eine geschichte. eines wächst aus dem anderen, das ist derzeit meine hoffnung.

genug der rätsel. keine ahnung, ob mir ein guter titel gelingen wird. ich bin skeptisch, will aber auch nichts konstruieren. auf jeden fall jetzt noch nicht. also muß ich damit leben. und arbeiten, irgendwie.

den weg gehen.

jetzt doch mit rad unterwegs, die vermieterin hat es mit günstig zur verfügung gestellt. rot ist es, mit damenrahmen und rücktrittbremse. was auch sonst. außerdem macht es mitunter seltsame geräusche. die handbremse bringt fast nix, ich muß also rücktreten. das habe ich mit etwa 11 jahren das letzte mal gemacht. das ding macht mir mehr angst als das rennrad zuhause, und das will was heißen. ich schleiche durch die straßen, altersgemäß könnte man sagen, aber ich komme herum.

die suche nach einem café hat sich entsprechend gezogen. vielleicht auch, weil ich nicht anhalten wollte, einfach so, weil ich keinen platz finden konnte. für mich. so bin ich oft, so bin ich meistens, wenn es um etwas geht. dann finde ich mich nicht zurecht. anhalten konnte ich erst, als ich längst die kleinstadtmitte erreicht hatte, und das auch nur, weil da musik war. straßenmusik, die mich gelockt hat. also kein wasser, kein see, wenig gemütlichkeit. stattdessen ein solider routinebetrieb ohne jeden pfiff.

erst auf dem rückweg stoplterte ich über ein englisches café, außen angeschlagen sind scones und clotted cream, also cream tea. verdammt! (ich hoffe, ich finde das morgen wieder.)

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