am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

1,2,3 usw.

man könne auch ein mrt vom kopf machen, meint die ärztin. einfach nur zur sicherheit. aber sie meint es nicht ernst, denn migräne ist auch nach 20 oder 30 jahren schlicht und einfach migräne. meistens nicht gefährlich, nur lästig. mehr als lästig derzeit. dazu kommen die wechseljahre, so ist das eben. auch das kann die frequenz erhöhen. wir lachen also und einigen uns darauf, das mit dem mrt zu lassen. im nachhinein denke ich: wäre vielleicht spannend gewesen. ein innenbild von meinem kopf.

das hirn, das mich ausmacht. das mich eines tages ausmachen wird. ich, hirntier, ich.

außerdem lese ich gerade arbeit und struktur am stück. endlich.

konsequent bauen

wütend geworden, gestern. laut und deutlich wie in hundert jahren nur selten. ich. zu recht oder unrecht? was weiß ich, wut ist nie sonderlich gerecht. aber klarheit ist entstanden, unvermittelt und spontan. so geht das nicht. alles nicht. nicht mehr.

jetzt also: an den konsequenzen schrauben. bohren. bauen.

er/schöpfen

tief verstrickt im verwechseln der jahre. was weiß man noch, wenn alles verschwimmt. die vorstellung, wie die dinge auszusehen haben, die regelhaftigkeit, der wiedererkennungswert des seins. die menschen.

so ist alles nur ein lachen. das ist es wert.

auge brennt. ist das jetzt migräne oder was? ich kenn mich nicht mehr aus mit mir.

gut so?

dysfunktional

starre ist keine lösung. erstarren auch nicht. das zeigt sich, als ich nach vier tagen verordneter pause endgültig in die knie gehe. gestern, gegen abend entzieht mir die spannung, die mir seit wochen im nacken pocht, behutsam, beinah sanft das gleichgewicht und schenkt mir einen schwindel stattdessen. ich liege also auf dem wohnbüroboden, die beine auf dem tisch und warte. ich höre die star-treck-dialoge aus dem fernseher über mir und krieche sporadisch zum klo wegen der aus dem inneren torkeln zwangsläufig resultierenden übelkeit. ein trugschluß. alles nur ein trugschluß.

schwäche ist absolut, immer, und das wirklich schöne an abgründiger körperlicher erschöpfung ist die plötzliche präsenz des geistes. als wäre er freigeschaltet, als schiene er durch die risse und spalten einer fragwürdigen gewissheit. wie er bilder malt und gesichter formt, die lang vergessen sind. wie er fetzen von fragen in die welt wirft, die sonst zu stellen nicht in frage kommt. haltlos. wie er wagt, was nicht zu hoffen erlaubt ist.

nein, erstarren ist keine lösung, auch nicht aus angst. bewegung ist lösung, fallen und liegen und schrei/b/en.

was aber tun die kinder, die allein auf sich gestellt sind. die allein unter erwachsenen leben, unter ihrem ego-shooter-dauerfeuer existieren. weil sie müßen. was anders, als in der hintersten, vermeindlich sichersten ecke in vorläufige starre zu verfallen, bis es vorüber ist. jahre später. womöglich.

und am ende bleibt ein körper, der sich erinnert. als einziger vielleicht.

verstummelt

silvester, der wecker geht um sieben, weil ich um neun bei der arbeit sein muß. das macht nichts, das ist freiwillig, und ich habe auch gar nicht so viel angst. vor den vielen menschen, die, einer nach der anderen, immer schön der reihe nach, mit zu sprechen wünschen. das ist jedesmal anders, mal so und mal harmlos. nur anstrengend ist es, immer. kaum eine schicht, die ich schmerzfrei verlasse. selbst wenn ich schmerzfrei angetreten bin, was selten geworden ist in letzter zeit. der abend wird lang, die nacht bis in den morgen, das liegt in der natur der sache. jahreswechsel eben.

gegen fünf morgens stelle ich abrupt fest, daß ich zu alt bin, um nächte durchzumachen, nicht einmal eine einzige. nicht einmal silvester. alkohol genieße ich schon seit langem nur in homöopathischen dosierungen, in der art aber gerne. besonders, wenn die cocktails so hervorragend sind, wie an diesem silvester. doch ich trage wohl die letzte migräne des jahres hinüber in das neue, ohne es recht zu begreifen. so ist sie in letzter zeit, unscheinbar und mir fremd geworden, aber dennoch von übel, nach wie vor. ein häßliches viech.

tapfer bin ich, halte durch, stunde um stunde. bis ich dann plötzlich, gegen fünf und ohne vorwarnung, losstolpere, beinah torkle, und es ist nicht der alkohol. nur noch los will ich, in ein bett, ein schweigen, ein nichts. nur noch irgendwohin, wo keine schmerzen sind.

tut mir leid.

verstummelt

so wird dieses jahr. ein schrecken jagt den nächsten, ich fasse es kaum. und reagiere mit miesen träumen, schlaflosigkeit und wilden schmerzen. beide hände kribbeln oder werden völlig taub, im liegen nachts, wie auch an den  schirmen sitze. die augen brennen, ich sehe weder mit linsen noch mit brille scharf. auf schicht versagt die stimme nach zwei stunden schon, das hirn läuft leer, bis ich, fest in eingabemasken verschnallt, menschen nicht mehr als menschen erkenne. blut in der nase, migräne in den gesichtsknochen, immerzu. private termine verweigere ich ab woche zwei, nur noch arbeit und die fRau erhalten ein recht. kein tango mehr, keine meditation, ich lese nicht, ich schreibe nicht, ich träume nicht. ich bin verstummt. es beugt mich zu boden, als säßen mir tonnen im nacken. doch wer soll die last tragen, wenn nicht ich?

wie damals, wie immer. träum nicht, dann ein schneller schlag in den nacken, der mich wecken soll. als ich ein kind war. nichts hilft. niemand.

die dritte woche, in der keine energie mehr da ist, das haus zu verlassen, einkaufen zu gehen. die treppe wäre zuviel. ich esse, was sich im schrank noch findet. nudeln ohne was, uraltkäse und hustenbonbons. erst als der vernagelte rücken in jeden atemzug beißt, gebe ich auf und schleiche zu einem arzt. aber was sagt man da? wenn nichts hilft, niemand. niemals.

ich bin wie mein gummibaum auf einmal, aus dem blick geraten war er mir. verrottet ist er derweil, bei lebendigem leib, verfault.

matsch

migräne bis zum anschlag und das in steigender taktung seit ende dezember. nicht ganz neu, aber lange nicht gesehen. nicht so zumindest, daß die kraft gegen null tendiert. auch nach erfolgter medikation, wenn der druck nachläßt und alles nur noch matsch ist, finde ich kaum eine richtung. sechs stunden saß ich heute an einem artikel von knapp einer seite. besser gesagt davor. ich weiß auch nicht.

nichts hilft. fast alle privaten termine gestrichen, kein tango, keine meditation, nichts. im januar nur die fRau und die arbeit. aber nichts hilft.

keine ahnung, wo der schalter ist, der mich wieder aufrichtet. ich krieche durch die tage. und bin beschämt.

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