am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

zum krönenden abschluss des tages schnell noch klebrigen sambuca über die fernbedienung gekippt. die anschließend prompt nicht mehr funktionieren wollte, mußte sie mit einer schnellen dusche, einem fön und schließlich mit einer flink durchgeführten operation retten. jetzt funktioniert sie besser als vorher. so findet der tag einen überraschen erfolgreichen abschluß.

auch heute wieder: viel gearbeitet und kein wort geschrieben. muß eben auch mal sein, das mit dem geld. das ist sogar gut derzeit, sehr gut. aber der text wartet und rumort in mir, vermute ich. morgen sollte ich mich disziplinieren, mich dazu zwingen, wenn es anders nicht will.

ansonsten kleine punkte auf der liste abgehackt, einer davon brenzlig. zahnarzt in zehn tagen. alles andere, ebenfalls brenzlige verharrt noch, regungs- und ratlos. abwarten.

ich komme in den klassenraum, zu spät, was nicht meine art ist. weil ich wissen will, wer ihr seid, sagt die lehrerin da gerade. ich beuge mich vor, zu ihr hin und sage, frage: als ob sie wissen wollen würden, wer ich bin? die lehrerin reagiert nicht, macht einfach weiter, ohne mich überhaupt zu sehen. auf einmal verlassen alle den raum, als wäre es so geplant. nur ich weiß von nichts. immer zu spät, denke ich beim aufwachen.

kofferfarben

der auf dem weg nach klagenfurt zerdepperte neue koffer ist nach der ordnungsgemäßen abgabe zur reparatur nicht zu mir zurückgekehrt. das ist wohl in ordnung so, wenn eine reparatur unmöglich oder zu aufwendig ist, dann wird ersatz gestellt. steht so im kleingedruckten unserer allgegenwärtigen hauruckundwerfwegkultur. irgendwie bin ich auch gut weggekommen, der neue ist objektiv betrachtet sogar besser. das material flexibler, also nicht so stoßanfällig, die rollen leiser und stabiler auf den ersten blick, der innenraum deutlich flexibler gestaltet. sogar die marke ist mir bekannt, der vorgänger war eher ein nonamevertreter.

allein, er ist blau, der neue. das blödeste plastikblau, das man sich vorstellen kann. das ist – nach pink, versteht sich – so ziemlich das letzte, das ich mir als kofferfarbe aussuchen würde. als farbe überhaupt, und es glänzt auch noch, dieses blau.

seit ein paar tagen steht er nun da, mein neuer koffer, und ich versuche, an ihm vorbeizusehen. ist doch gut so, rede ich mir ein. hatte ich nicht über den vorgänger, den antrazitfarbenen gejammert, den ich auf dem flughafengepäckband unter all den anderen antrazitfarbenen koffern niemals auf anhieb würde herausfischen können? da paßt blödes blau doch ausgezeichnet. das hilft aber nicht, so ganz und gar nicht. ich bin eigen, was die dinge in meinem leben angeht. ich suche sie mir selbst aus, ich wähle formen und funktionen mit bedacht. und farben eben auch.

gestern ist mir das ding plötzlich trotzdem in mein herz gehüpft. ich weiß nicht warum, auf einmal mag ich seine häßlichkeit, bin richtig verliebt und werde sie mit großem stolz hinter mir her rollern, wann immer sich die gelegenheit bietet. was ja nicht allzu oft ist. und die farbe? nun ja, nichts in meiner umgebung hat eine solche färbung, es muß also kofferfarben sein.

ein trauriger tag, der mit whisky und schokolade ausklingt. bitter mit orange, paßt gut zu der rauchnote im glas.

sterben müssen wir alle. das ist nicht neu.

besser, aber nicht gut, noch nicht. es ist sommer, es ist warm und weit überall. das immerhin ist mir wieder erkennbar, da draußen. was also kümmert es mich, wenn die dinge nicht so wollen, wie sie sollen. was soll überhaupt dieses sollen?

doch ich bin disziplinlos, das stimmt. ich mache nur meine arbeit, verdiene miete und brot, mehr aber nicht. kein schreiben und auch die persönlichen kleinen weichenstellungen, notwendige artzterminierungen und das angehen der telefon&netz-kostenreduzierung, liegen brach und zerren heimtückisch an den nerven.

das wird, das muß sich ändern. morgen.

eigenartig uninspirierter tag heute, träge und schwer. so ist es eben, wenn die dinge nicht funktionieren. wenn einfach nichts ineinandergreift, stattdessen alles danebengeht, wo es nur kann. früher hätte ich diese art von mißlingen auf hormonelle umschwünge geschoben und einfach auf den nächsten tag gehofft. heute weiß ich nicht mehr, ob und wo meine hormone schwingen oder torkeln oder was auch immer. nicht einmal darauf ist verlaß. trotzdem ist morgen natürlich ein neuer tag. ob mit oder ohne hormone.

zustände

kurz vor dem aufwachen mit träumen von nicht unerheblichem erotischen potential konfrontiert sein und anschließend das frühstücksrührei mit lachs, also wirklich sehr einfach herzustellen, selbst für mich,  derart versalzen. was das nun wieder soll?

nicht drüber nachdenken. besser.

platz da

keine arbeit erledigt an diesem wochenende, das muß auch mal sein. stattdessen viel geräumt und umsortiert in der wohnung. umgedacht auch, nach jetzt bald zehn  jahren hier. befinde mich im verschiebemodus, das gefällt mir. danach kommt der reduzierungsmodus, so kenne ich es jedenfalls. (mit dem handy habe ich schon angefangen und flickr rausgeworfen, brauche ich eh nie, und anderes zeug. google+ zum beispiel, weg damit.) auch das käme mir gelegen, platz, ich brauche platz. und platz muß man sich schaffen.

einstweilen habe ich gebügelt, gewaschen, die wahnsinnstomaten angebunden und gefüttert, das günstig gebraucht ergatterte digitale tv-dings mit festplattenrekorder an den großen fernseheher gebastelt und dabei festgestellt, daß weitere maßnahmen, wie etwa die kostenpflichtige zubuchung von digitalfernsehen, mitnichten nötig sind. das dings beliefert mich auch so mit weit mehr tv, als ich verkraften kann. ich habe also gesägt und geschraubt, um den tv-schrank zu optimieren, verkabelt, gestöpselt und verlängerungen gelegt, mit fünf bis sieben fernbedienungen hantiert und anschließend den aufgewirbelten dreck wieder soweit wie möglich minimiert. alles reibungslos, kann ich eigentlich kaum glauben.

das nächste projekt wäre dann also der telefonanbieterwechsel. (mir graut davor.) und ein paar routinearztbesuche, zum beispiel beim zahnarzt. (hölle!)

dazwischen tango, gestern nacht. das wird den füßen dann doch langsam zuviel, dieses ständige barfußtrampeln. jedenfalls so gut wie barfuß oder aber in denkbar unkomfortablen schuhen, es endete schon wieder in leichtem tangohumpeln. die armen füße, die alten füße eben auch, brauchen vielleicht ebenfalls platz, mehr platz. schicke tangoschuhe mit einlagen, ob es sowas gibt?

ansätze für morgen: die ausarbeitung der analyse beginnen und die monatliche übersetzung. und: schreiben, bzw. mich dem wieder annähern. wenigstens.

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