am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

neo tango

gestern meinen beinah heimlichen, sehr stillen abschied vom tango genommen. nach streng neoliberalen finanzmaßstäben mußte einfach mal eingesehen sein, daß tango sich für mich nicht rechnet. das hat er noch nie, aber jetzt ist es eben soweit. also die letzte stunde gezahlt und gegangen. nicht gewunken, nicht zurückgeschaut. auch nicht geweint. mich nur gewundert, wie das ist.

gehen. (das ist tango, übrigens. mein tango.)

kurz davor hatte ich mich noch mit einer der neuen kolleginnen locker über die berliner milonga-locations ausgetauscht, als wäre nichts. auch über das tangofestival in der komischhen oper im kommenden märz. vielleicht ist es ja gar kein abschied, denke ich. vielleicht hoffe ich auch, doch ich traue dem nicht. es fühlt sich anders. es wird unerreichbar, alles, immer mehr. und emotional betrachtet werde ich offensichtlich nach und nach zu einem mechanischen wunder.

ich gehe. weiter.

schön, wenn sich wenigstens die motorradbatterie ohne große umstände wieder aufladen läßt. im gegensatz zu mir. das hat auch einen wert.

was für eine dramatik, welch eigenartige angst. ich schaue filme über schweden auf einsplus, einen nach dem anderen. alles weit und klar, ich finde dennoch keine ruhe. kein schweden in mir.

was für ein tag, was für eine nacht. alles geht daneben, geht kaputt. oder zu ende.

am ende der seife wird das kleine schmierige reststück auf das große, neu gekaufte geklebt, damit es trotz seiner schmierigkeit restlos verbaucht werden kann. so hat das mein opa gemacht, dessen leben im vergangenen jahrhundert zwei kriege umfasst hat. da darf nichts verschwendet werden.

ich möchte das auch gern tun, das mit der seife. ich versuche es. die schmierigkeit hilft auch beim kleben, aber so recht will es nicht gelingen. damals übrigens auch nicht. ich mußte immer heimlich nachkleben. oder den letzten restfitzel in den ablauf schmieren und wegspülen.

die zukunft freigeben. vertrauen quasi. ist nicht leicht.

frühes aufwachen ohne traum im gepäck. dafür mit einer wachsenden sehnsucht nach stille ohne angst, nach ergiebiger leere. was sich nicht umsetzen lassen wird, heute. morgen vielleicht, doch das ist ein anderer tag.

mimose im licht

bin gespannt, wie sie sich über den winter macht. ob sie es macht.

(unten übrigens mein motorrad. alles leichtigkeit und kraft, wie mir scheint.)

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner