am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

ein so wunderbares gewerk

beim einschreiben der neuen füllerfeder, ein erstsatzteil für meinen kurz vor weihnachten mit hingabe, aber dennoch eher notdürftig, reparierten kaweco sport, fällt mir auf, von welcher unendlichen schönheit das schreiben mit der hand ist. das kratzen auf dem papier, das langsame wachsen von muster und struktur. und chaos. wie gern ich das tue, was ich beileibe nicht gut tue. meine schrift ist nicht nur eine klaue, sie ist eine zumutung an gekrakel, kaum zu lesen, selbst von mir selbst. aber es ist ein so unglaublich wunderbares handwerk, dieses schreiben mit tinte auf papier.

sollte ich viel öfter mal wieder tun. denn genau so habe ich ja einst angefangen damit.

noch einmal durch meine mörderin gegangen, ein letztes mal. jetzt sollte sie fertig sein. und ich mit ihr.

arm geht wieder, nach vorne und über den kopf, wenn auch mit etwas mühe. nach hinten noch nicht so richtig. was das nur sein kann, eine 24-stunden-rheumaattacke? quatsch, vermutlich nur die schmerzablösung für die schwindende migräne. wär ja auch zu schön gewesen. (sehr gespannt auf das kleine blutbild am donnerstag, das mir im vorfeld immerhin schon mal eine schmerzhaft blaue armbeuge eingebracht hat.)

körpergeometrie

was über weihnachten in meiner linken hand gewohnt hat, ist ja dann kurz vor silvester in die recht hand gezogen. das mit dem muskelkater stimmte also doch eher nicht. zumal das ding sich seit gestern in der linken schulter eingenistet hat und dort höllenheiß herumwütet. wobei mir danach (oder war es doch schon davor?) eingefallen ist, daß es ja im letzten jahr, ende sommer, schon einmal genauso mit der rechten schulter war. ein wunderbare symetrie also, ein imaginäres andreaskreuz über meinen körper.

müde bin ich. ibu wirkt derzeit, angst vor der nacht habe ich trotzdem. vielleicht google ich mal „rheuma“, demnächst. (oder vielleicht besser nicht. vielleicht geht es dann wieder und kommt nie zurück.)

angst ohne wut ist wie ein neugeborenes zittern unter federn oder fell beinah gänzlich verborgen.

still

ein seltsames jahr, diese 14, macht vor allem angst. beinah körperlich, die erinnerung. aber nicht nur. nicht mehr atmen können, das herz spüren, wie es nach außen drängt. warum auch immer. als wäre das eine option, eine rettung sogar. aus der enge, wie eingesperrt sein, wieder eingesperrt.

dagegen steht die unmittelbarkeit, das leben nackt und augenblicklich, wie bisher selten.

laßt mich doch einfach still sein und allein. auch wenn ich mit dabei bin, immer. und erklärt mit nichts, ich weiß es doch. ich werde nur manchmal langsam, vor angst. und still. am liebsten still.

gegen morgen angst träumen und inhaltlich gleich wieder vergessen. statt dessen diese gefühl im brustraum, den ganzen tag. auch nicht hilfreich.

dahinter etwas echtes vermuten, verborgen in einem tiefen dunkel, beinah raum- und klanglos noch. dies also als einziges für wahr nehmen, ersatzweise.

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