am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

tango. das ist eine einzige verzweiflung, ist lust und frust und angst, ein ständiges scheitern an mir, an den anderen. ohne zweifel zuviel für mich, meine verkrochene existenz, die nicht wirklich auf begegnung ausgelegt ist. ich sollte diese verrückte masche fallen lassen, aufgeben, von grund auf. alles.

wäre da nicht dieser seltsame wunsch, daß es anders wäre, daß ich anders wäre. was auch immer. wie auch immer.

flüchter

motorrad: läuft wieder, blinker hinten rechts auch. badboden: das letzte klötzchen ist gesägt, handgesägt sogar. morgen schaffe ich dann die fugen, hoffentlich. bleibt nur noch diese unglaublich wichtige, richtungsweisende, womöglich existentielle email, die ich schreiben muß, seit wochen schon. schreiben müßte.

ich geh dann mal raus, ein bißchen radfahren. oder tango, vielleicht.

was ich am schreiben so liebe ist, daß es liebend geschieht, egal welch absurdes oder auch schreckliches szenario ich dabei entwerfe. im kern ist es begegnung, immer, ist es die liebe, die soviel weiter trägt als nur bis zur nächsten überzeugung, meinung oder strategie.

im leben, im alltag ist mir das mittlerweile von grund auf anders, da glaube ich an nichts mehr, schon gar nicht an die liebe. obwohl ich mich erinnere, mehr und mehr, das das einmal anders war. und zwar in einer zeit, die ich über jahre felsenfest als die schimmste meines lebens überhaupt bezeichnet habe.

irrtum und wahrheit immerhin liegen im leben wie im schreiben nicht nur dicht beieinander, sondern vielmehr durch- und übereinander, sind irreversibel verwachsen miteinander.

eben drum.

badboden

schnell noch das letzte fußleistenklötzchen eingeklebt, jetzt nur noch fugen, dann wars das. ach nein, da ist noch das stück unter dem großen fallrohr, das ich vor ein paar tagen schlicht und einfach vergessen habe. oder ich wollte es mir leicht machen, was nun aber nicht so bleiben kann, das könnte ich vor dem eigenen handwerklichem pfuschergewissen nicht verantworten. also das dann auch noch zusägen und einpassen, dann ist alles gut, aber verdammt, das geht ja nun gar nicht, um die uhrzeit.

doch noch etwas im text herumgeschoben, war ja eh klar. aber ganz wenig nur, viel scheint es tatsächlich nicht mehr daran zu tun zu geben. also beschlossen, das ding ab sofort erstmal liegen zu lassen, bis in ein paar wochen vielleicht. und dann noch einmal hineinsehen, so geht das. abhängen, durchreifen lassen.

jetzt bin ich gespannt. wie es weitergeht, ob es weitergeht. ein paar ansätze sind ja da. aber wer weiß. wenn ich nicht schreiben darf, schreiben kann, dann höre ich musik und laufe durch die wohnung. immer hin und her und wieder zurück. dabei ziehe ich an meinen hosen, die mir schon fast wieder zu weit werden. auch die, die ich im letzten jahr erst passend gekauft habe. der blick auf die waage sagt aber, daß es nur vier kilo sind, das ist vermutlich zufall. wenn ich mich wieder setze kaufe ich zeug im internet, das ich mir besser nicht leisten sollte. bücher oder whisky. bücher und whisky. ach.

warum gehe ich eigentlich nicht raus, in die kühle der nacht. ja, warum eigentlich? es ist doch alles da. fast.

feierabend jetzt und nicht mehr in die literatur heute. nein. das habe ich zwischendrin den ganzen tag schon immer wieder mal gemacht. stattdessen schlafen. vielleicht.

die motorradbatterie ist heute, nach ein paar regentagen mit einem sagenhaften temperatursturz von ein paar grad, total in die knie gegangen. kein wunder, nach dem ausbau sehe ich, daß sie enorm leer ist. noch nie mußte ich soviel wasser nachfüllen, in jede einzelne zelle. jetzt brodelt sie seit ein paar stunden artig vor sich hin, damit sie morgen wieder fit ist.

wenn das bei mir mal auch so leicht wäre.

das meer. ach, das meer. es macht mir angst, daß es mir irgendwie doch nicht in die nähe kommt. aber ich weiß einfach nicht, wie. ohne anlaß oder andere menschen bin eine lausige reisende. ich allein bin einfach nicht grund genug. vermutlich.

tagsüber arbeiten: texten, korrekturlesen, auftragspublizieren. dazwischen kurz einkaufen und den badboden weiterbauen. letzteres ist aktuell eine qual, die hände tun weh, das ist selten. ich mag einfach nicht mehr, will aber langsam fertig werden. dann eine kleine pause, etwas essen vielleicht und baden. anschließend gleich weiterarbeiten: rein in den text und schreiben.

dabei den doppelpunkt entdecken, viel zu lang vernachlässigt. so sehr, daß ich es jetzt womöglich übertreibe. wird sich zeigen in den nächsten tagen. aber wie kann das sein, daß ich den doppelpunkt so lange verkannt habe. immer nur auf das semikolon gestarrt, das ich wohl niemals begreifen werde. und dabei das naheliegende  übersehen.

viele abrisse und zerbrüche im text. ich will das so, wiederholungen, widersprüche und varianten, letztendlich. ich denke, es funktioniert, auch das spiel damit. wie das spiel mit der interpunktion.

ich liebe es, endlich wieder. manchmal ist das große glück ganz klein von gestalt.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner