am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

nachts noch an den text, nach all dem anderen, tagsüber. immer noch nicht durch, offensichtlich. kürzen, streichen, feinheiten ergänzen. zuletzt sogar noch ganze abschnitte verschieben, einfügen in andere abschnitte.

müde jetzt, aber es wird immer besser, denke ich. noch. (aufpassen.)

nach tango und nach zwölf noch an den text. keine ahnung.etwas über eine stunde oder so. fertig? vielleicht tatsächlich.

dabei mit der kleinen schmiege herumgespielt, die ich gestern überraschend in dem zweiten werkzeugkasten wiedergefunden habe. schönes teil, eine zweitschmiege aus metall. auch von meinem vater, denke ich. meine zweitschmiege.

hatte mich sehr gefreut darüber, gestern war sie auch gleich in gebrauch. eben habe ich sie dann versehentlich mit bloßen händen zerbrochen. in kleine teile, einfach so. gußalu wird alt und brüchig offensichtlich.

sieben zwingen besitze ich nun also. und nur eine schmiege.

das ist traurig.

arztuntauglichkeiten

die fremde frau reicht mir zur begrüßung nur die finger, nicht die ganze hand, wie es sich gehört, was zur folge hat, daß ich zu fest zugreife mit meinen handwerkerhändchen, was wiederum peinlich ist. zusammengenommen bedeutet das wohl: na, das fängt ja mal wieder gut an.

für einen grundlegenden check up möchte die arztin demnächst dann noch diverse körperflüssigkeiten und meinen impfpaß, den ich zurück zu hause gleich eifrig suche. ergebnis: letzter eintrag 5.7.77, röteln. ob das noch irgendwie relevant ist? (ich erinnere mich übrigens genau an den termin. ich war 14 und wurde in gegenwart meines vaters gefragt, ob ich eventuell schwanger sein könnte.)

ich und die ärzte, das ist und bleibt eine strunzblöde sache.

kurz vor feierabend schnell noch was im rücken so richtig nachhaltig verdreht. als würde das ganze drücken und kneten alle paar tage nicht reichen. naja, besser als beim tanzen gestern, das wärs noch gewesen.

schmerzen und der vielfältige umgang damit, ein zentrales thema des aktuellen jahres. erschöpfung ein anderes, ich bin und bleibe überrascht über die windungen und wendungen. der körper eben, das fremde, tote land. es wird wohl tatsächlich zeit, mich ein bißchen zu kümmern. (arzttermin morgen um zwei, vor zehn tagen oder so recht sinnfrei vereinbart. wenn das nicht paßt. hoffentlich fällt mir ein, was ich eigentlich will.)

das jahr mit der nummer 13.

draußen die sonne

gestern die sonne, erst auf dem balkon, dann auf der demo. brennen im gesicht, natürlich, an den füßen auch. anschließend trotzdem zum tango, üben, üben, üben. dann mit ein paar netten tänzerinnen gesessen, gegessen und getrunken. whisky zum beispiel, draußen, bis in die nacht. ein schöner tag. für mich.

gegen mittag bereits ans schlafen denken, nur kurz, wegen des versäumnisses in der vergangenen nacht. den tag dann doch einfach weitermachen, die dinge tun, die eben getan werden müssen. immer weiter, sogar im bad, die fugen, trotz bleierner schwere. mir beinah selbst schon sorgen machen aufgrund der übermäßigen physischen erschöpfung.

gegen neun dann, kurz nach dem essen, in den text schauen und ihn scheiße finden, platt und ungelenk. daraufhin ins arbeiten geraten, und sechs stunden später fast fertig sein. fertig und fertig, fix und. aber zufrieden.

zirka sieben seiten in knapp zehn tagen, fast aus dem nichts. geschöpft. zwei weitere ansätze gefunden und notiert, außderdem ein genialer titel, der nicht verschenkt werden sollte. (und das bad, das nicht zu vergessen, daneben die laufenden geldverdiengeschäfte, auch nicht ohne.)

ich weiß, jetzt kriecht mir das blei zurück in den körper. und morgen werde ich diesen tag und diese nacht schwer bereuen.

schreiben ist ein ebenso göttliches wie tödliches handwerk.

kaum geschlafen und von da aus direkt in die klassische massage. die hände der frau drücken tief in meinen panzer, dann soll ich sagen, ob es zuviel ist und wann der schmerz nachläßt. ich weiß nicht, wie ich das machen soll. seit jeher (er)trägt mein rücken alles, was ihm aufgeladen wird, und schmerzen sind nicht der rede wert. im gegenteil, die rede von den schmerzen ist gefährlich, man wird bewertet, beschimpft und zusätzlich beworfen, wenigstens. (nur hier mitunter nicht.)

anschließend weiß ich nicht mehr, wie ich mich aufrecht halten soll, ob das die müdigkeit ist? aber das gesicht ist frei, wie selten. für eine oder zwei stunden vielleicht, während ich durch ein paar straßen ein wenig im kreis schleiche, durch die sonne. dann bin ich zurück.

es müßte doch möglich sein, den käfig zu weiten, wenigstens ein wenig. von auflösung oder freiheit träume ich nicht einmal mehr.

es ist die kälte, die kälte macht mich fertig, nicht der krieg. ich hocke am straßenrand und betaste die wenigen dinge, die mir geblieben sind. die alte uhr zum beispiel, die schon lange nicht mehr läuft. als ich aufstehen will, falle ich stattdessen und bleibe auf der straße liegen. dann finde ich ein offenes haus, unverriegelt, nicht verbarrikadiert. keine ahnung, wie ich hineingelange, aber innen ist es warm. an die großen heizungen komme ich zwar nicht heran, die sind umringt von menschenmassen, etwas abseits finde ich aber ein warmes stück rohr an einer wand. dort hocke ich mich hin und strecke die hände aus, das ist genug. bis ich wach werde, denke ich. vorher kommt aber noch der mann und sagt, ich könne auch bei den tieren schlafen.

viel arbeit heute, also für meine verhältnisse, vor allem über den ganzen tag bis in den abend verteilt. fertig jetzt. richtig fertig, aber hell und wach und bereit. nur wofür?

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