am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

das hinlegen bereitet mir eine plötzliche übelkeit, das ist eine überraschung. ein paar dieser oscars vernehme ich noch, mit geschlossenen augen und leicht verwirrt. als ich gar nichts mehr verstehe, verschwinde ich im nichts. spät, viel zu spät am tag versuchen fremde gesichter, ganz nah, mich zu wecken. gerade noch rechtzeitig. doch ich will nicht hören, verharre zwischen den welten und versuche, zu verstehen. ja. wo doch nichts zu hören ist, nur zu sehen. kein ton, kein wort. zuletzt werden ich kurzerhand in einen häcksler geworfen, die füße voraus. er stopt erst, als die beine schon weg sind, frißt sich fest an meinen hüften. so werde ich wach. so beginne ich den tag. ich bin stärker, das war ich schon immer.

novella (28)

wenn eines durch ist, kommt das nächste. so soll es sein, so will ich das. und ich zwinge es nicht, es schleicht sich von allein an mich heran, schmeißt dabei alles über den haufen, von grund auf. ich werde alles verwerfen und von vorn anfangen müssen. die konstruktion neu ziehen, die ausgangsposition, die eigentlich so etwas wie eine finale starre ist, neu verorten. das ist nicht zu ändern. eine neue, verrückte linie zeichnet sich ab.

soll sie doch. mir nur recht. danke.

ich werde das vertiefen.

ekel, größenwahn und zweifel

so ist das, so schreibt das selbst. so kenne ich es, mein schreiben. ganz genau so. bis auf das mit dem nikotin vielleicht, aber sonst.

Ich schreibe, weil nichts mich so sehr überraschen kann wie das, was beim Schreiben entsteht: Weil es nichts mit mir zu tun hat. Weil es von sich aus lebt. Weil es auch da sein könnte, wenn ich nie gewesen wäre.

Matthias Nawrat bei Volltext, Der Mückenschwarm

bezeugen

gestern in der s-bahn. beim versuch, Carolin Emckes Von den Kriegen zu lesen, bleibt mir nach exakt zehn seiten schon die luft weg. das will was heißen, denn ich bin nicht zimperlich. ich sehe hin, immer. ich sehe auch dahinter. und selten lese ich dinge, die mir genau das schon sagen. in aller schlichtheit.

Eine Vielzahl von Parasiten fraß sich ungestört durch den Rest eines Menschen.

es geht übrigens ums hören, nicht ums sehen. bleiben noch dreihundert. seiten.

der arm der winkekatze hat heute, gegen abend unvermittelt aufgehört zu winken. hat pause gemacht, einfach so, die batterie war es nämlich nicht. ein stubser hat gereit, um sie wieder in ganz zu setzen. dazwischen aber war zeit, in der diele  zu stehen und die möglichkeiten zu überdenken. etwas hat zu einem ende gefunden, das verdient eine gute pause. ohne zweifel. anschließend geht es dann weiter, nahtlos, wie ich hoffe. sonst wird der absturz zu gewaltig.

kleingeld

heute eine hose gekauft, eine nagelneue. keine aus zweiter hand. jetzt ein schlechtes gewissen, weil ich einfach so viel geld ausgegeben habe. einerseits. andererseits, weil es bestimmt eine von diesen billigjeans ist, die von kindern in bangladesh zusammengetackert wurde. wie auch immer, hätte ich nicht sollen.

angesichts dieser blöden alltagsproblematik heißt das für mich jetzt wohl: back to normal.

viel tod im kopf dieser tage. viel gewalt auch und erinnerung. schlaflose nächte. sehr, sehr müde derzeit.

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