am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

der morgen beginnt mit musik. die größte herausforderung dann gegen zwölf: dem friseur sagen, was er machen soll, ohne zu wissen, was ich eigentlich will. wieder einmal. denke über eine radikalere lösung nach, das käme doch hervorragend bei dem schmalen gesicht derzeit.

ebook bauen (10)

eine noch, die letzte. dann ausdrucken und noch einmal von vorn, reine korrektur. außerdem die technik, die verdammte technik.

süchtig

wieder wortsüchtig geworden, heute gegen mittag, und jeanette wintersons leuchtturmwärter ausgesoffen, in einem zug und jetzt noch unersättlich. lighthousekeeping werde ich noch einmal haben müssen, mir am besten gleich im original zuführen. (schon gefunden und bestellt.)

wie geht denn das? wie macht man sowas?

wegrutschen, wegschlafen vor erschöpfung, durch die nacht dann aufwachen im zweistundentakt. und jedesmal nicht (mehr) wissen, wer ich bin. was eigentlich los ist. keinen träume, keine worte. namenlos. illusionen totreiten und hirngespinste erwürgen. endgültig. wenn das getan ist, irgendwann, was bleibt dann noch.

eisessen in potsdam

die maschine flitzt, sicher und stabil. langsam traue ich mich wieder und drehe sie hoch, bis auf 140 immerhin. der neue helm ist prima, reißt die ganze zeit nicht im hals und ist auch beim seitenblick ziemlich ruhig. bei etwa 90 macht die kiste ein eigenartiges geräusch, ein dunkles brummen oder singen, obertöne vermutlich. aber eher nicht schön. beim abstellen tickt sie, so heiß war sie lang enicht.

verfranzt hab ich mich auch nicht,und das ohne karte, ich hatte nicht einmal eine mit. andererseits bin ich vorwiegend autobahn gefahren, da ist das nicht ganz so schwer. nur potsdam ist so klein, daß ich um ein haar daran vorbei gefahren wäre. beim hineinfahren kommt es mir vor wie remscheid, was kein kompliment ist. überflieger, hat die kollegin damals immer gesagt. natürlich ist es ganz anders, viel weiter. aber dennoch. später, zu fuß, denke ich an england, die zweigeschossigen häuser, die kleinen läden. auch das ist völlig anders, viel kleiner, viel krummer, viel geduckter auf der insel. und der boden ist rot, nicht sand.

gelernt, daß das, was ich bis heute morgen für das holländische viertel gehalten habe, keineswegs das holländische viertel ist, sondern mehr so die einkaufsmeile von potsdam. gefunden habe ich dennoch, was ich gesucht habe. etwas abseits, ein wenig ratlos stand ich da. später war ich eisessen, wie damals. genau da, genaugenommen. das alles hätte schöner oder anders sein können. war es aber nicht. sicher zwei stunden bin ich durch die gegend gelaufen, geregnet hat es, und zu guter letzt habe ich dabei doch noch das richtige holländische viertel gefunden. mehr zufällig eigentlich.

außerdem gelernt, daß die neuen motorradstiefel zum langen herumlaufen keinesfalls geeignet sind. die wasseransammlung unter der linken fußsohle – vorne, mittig, unausweichlich –  liegt tief unter der haut und ist ziemlich groß. die morgen aufzuberechen, wird keinen spaß machen.

ich hatte mein aktuelles buch mit, ich hätte irgendwo sitzen und lesen können. lesen in potsdam, das wäre auch ein schöner titel gewesen. noch unsinniger, aber egal. dem fuß wäre es definitiv besser bekommen.

auf dem rückweg dann, über dem tempelhofer feld, stand ein regenbogen. blaß, aber immerhin. der erste seit langem, ich kann mich gar nicht erinnern.

ich kann mich nicht erinnern. ich will mich nicht mehr erinnern.

los

ich glaube, ich kratze jetzt ein bißchen geld zusammen, mache den tank voll und verlasse berlin. vielleicht fahre ich nach potsdam, ins holländische viertel, nutzlose vergangenheit überschreiben. endlich mal. oder ich fahre einfach nur eine große runde. ich weiß auch nicht. die maschine freut sich sicher über ein wenig luft, nach jahren. los jetzt.

immer noch müde. außerdem kommt jetzt die migräne. keine arbeit heute. oder kaum.

schlafen. (auch so eine hoffnung.)

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