
spät abends im bett mit dem mobildevice herumspielen, die neue brille fotografieren wollen und dabei von der automatischen blitzfunktion überrascht werden. aber schön irgendwie, seltsam bonbonbunt.
ach, da gehe ich oft aus, sagt die junge frau, nachdem ich ihr erzählt habe, daß ich in neukölln wohne. soweit ist es also gekommen, in knapp acht jahren.
ich meine, ich benutze die alte rechtschreibung. das sagt doch alles. ich halte mich daran, obwohl selbst ich sie langsam zu vergessen geginne. also was will ich denn bloß hier, bei den jungen kreativen nichtsnutzen? ach stimmt, das ist es. wir sind nichtsnutze, alle zusammen.
morgen muß ich zum friseur, dringend, das kommentargeplänkel hat es mir bewußt gemacht. und wieder weiß ich nicht, was ich ihm sagen soll, was er mal machem könnte. außer: eine frisur bitte, ein bißchen ab vielleicht. na, was denn auch sonst? also alles so wie beim letzten mal, und das ist daneben gegangen. für frisuren bin ich einfach nicht geschaffen. warum kann es denn kein leben ohne frisur geben?
hilfe!
den ganzen tag mit dem gedanken gespielt, schleunigst wieder in einen text zu springen. warum nicht einfach in den vor jahren immer wieder angefangenen und seither immer wieder auch verlorenen gegangenen. ziemlich genau ein jahr ist es her, und potential hat er ja, das weiß ich noch. hatte es nicht etwas mit depression zu tun, ganz am rande? das paßt doch, ist ein schönes thema für den sommer. und so schnell gebe ich ja nicht auf. vor ein paar wochen ist mir sogar ein titel eingefallen, endlich. der titel, der wohl bleiben wird. (das ist doch ein zeichen.)
also habe ich nach dem frühstück ein wenig mietschreiberei betrieben, bin danach kurz einkaufen gewesen und habe anschließend küche und bad geputzt. das stand schließlich so auf der liste, und auch die silikonkartusche lag schon seit oktober bereit. frische silikonkanten, alle zwei, drei jahre, das scheint mir das kredo dieser wohnung zu sein. erst als es schon lange dunkel war, kam ich dazu, wenigstens das textmaterial zusammenzusuchen. beziehnungsweise, es überhaupt einmal zu suchen. hatte ich doch tatsächlich vergessen, wo ich es hingepackt habe. (auch kein schlechtes zeichen.)
jetzt gerade schnell die namen gecheckt und geändert, dann die passenden alter berechnet und die zu verstärkenden figuren indentifiziert. außerdem beschlossen, in die vergangenheit zu wechseln, nicht aber das ich zu verwerfen. ich ist das zentrum. ich bin aber nicht ich, diesmal ganz und gar nicht. (ein zeichen?) möglicherweise werde ich noch ganz klassisch einen rahmen bauen. wer weiß?
jetzt blättere ich gerade im neuen testament und lese in den paulusbriefen. muß sein.
lyrik -> # ganz einfach # keine märchen mehr

prosa -> heute kein geschwätz. ich muß erstmal sehen wohin sie will, diese lyrik. glaub ich. (alles nicht so einfach, derzeit.)
manchmal öffnen sich ja diese berühmtberüchtigten türen im leben, und das ist im grunde nur gutzuheißen. obwohl gerade dann immer wieder auch menschen auftauchen, die sich eben dort hineinzuschlingeln versuchen, als wären diese türen in erster linie für sie gemacht. ich weiß nicht, wieso das so ist. offene türen sind wohl grundlegend einladend. ich habe aber nicht allzuviel platz und vor allem kaum kraft für im grunde fremde menschen in meinem leben. dieses chaos will wohldosiert sein, seit jeher. also bitte.
(alle, die sich hier nun unvermutet angesprochen fühlen mögen, sind ganz sicher nicht gemeint. das geht an keinen menschen, der hier liest. sonst stünde es ja hier nicht.)