am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

der arbeit ordnung

in letzter zeit werde ich den gedanken nicht mehr los, daß ich langsam aber sicher ein paar überlegungen zum thema zeitmanagement anstellen muß. oder vielleicht überhaupt mal ein solches grundsätzlich irgendwie einführen sollte. definitiv. auch wenn mir zeitplanung und pflichtackerei nach stoppuhr grundsätzlich zuwider ist. besonders natürlich, wenn es um kreative arbeit geht. wie soll das funktionieren?

aber da ich ansonsten zu eben jener freien arbeit überhaupt nicht mehr komme…

jakob littners aufzeichnungen aus einem erdloch

Wir saßen im Erdloch und unterhielten uns. Es war eine schöne, frühe Sommernacht. … Im Ghetto schrie eine Frau.“

Wolfgang Koeppen, Jakob Littners Aufzeichnungen aus einem Erdloch

beeindruckend, beinah der ganze text. nur ein hauch von kitsch, hier und da. besonders am ende. das ist schade. das ist einfach zuviel. fast möchte ich mich dafür entschuldigen.

auch für die eigenartige publikationsgeschichte, die zwar verdeutlicht, wie geschichten entstehen. welchen bezug ein text nahezu immer zur sogenannten wahrheit hat. oder haben kann. anders geht es kaum. dennoch ist das offenliegen dieser zusammenhänge doch ein wenig hinderlich. die frage, die nicht beantwortet werden kann. ist es nun wahr, das alles? wie es da steht? oder ist es doch nur“ erfunden? von einem mietschreiber“ zusammengestellt?

wer will mag vergleichen, den originaltext von jakob littner selbst gibt es inzwischen auch.

lob

du hast mir die sprache neu erklärt, sagte neulich eine kundin zu mir. ich weiß zwar nicht, wann ich das getan haben sollte. aber es hörte sich trotzdem irgendwie gut an.

ein wenig macht sich winterfrust in mir breit. was wenig mit dem frost zu tun hat, der draußen nach wie vor herrscht. und die sonne hat ja auch geschienen, ziemlich viel sogar. heute. alles in ordung also.

ich mein ja bloß. hilft vielleicht.

stunk

heute eine kleine pfanne mit wenig öl recht lange unbeachtet auf der heißen herdplatte stehen lassen. war keine gute idee. stinkt ziemlich.

das geschlecht der engel, der himmel, der heilgen

raoul schrott ist ja eigentlich nicht so mein fall. der ist mir einfach zu klug. oder – anders gesagt – ich bin wohl zu ungebildet. zu 90% kann ich seinen texten nicht folgen, die ja noch dazu häufig in wenigstens drei bis vier sprachen verfaßt sind, von denen ich fünf bis sechs gar nicht spreche. ich habe also per se keine chance. never!

obwohl es mitunter auch ganz witzig sein kann. wenn ich recht verstehe.

„Ich schieße Pfeile in die Nacht und hätte auch gern einmal einen Stern getroffen, ein einziges Mal wenigstens, aber statt dessen nehmen nur die Karnickel Reißaus, weil sie nicht mehr wissen, wie ihnen geschieht: da hagelt es plötzlich Pfeile ins Gras…“

klang und rhythmus kann der mann auch, das steht außer frage. wie kaum ein anderer, den ich kenne.

„Also antworte ich, daß ich an Nichts glaube, doch weil sich daran nicht gut glauben läßt, schütze ich das Licht und den Blick vor: und habe damit weder etwas gesagt noch dich verraten.“

verstehen kann ich das nicht, fürchte ich. nur ahnen vielleicht. doch wie käme ich jemals an einem buch, in dem es um engel geht, vorbei?

Raoul Schrott, Das Geschlecht der Engel, der Himmel, der Heiligen

brunchempfehlung

gut gefrühstückt übrigens heute, im kurhaus korsakow. hat so gut wie gereicht für den tag, was es da für 6,50 zum brunch gibt. das buffet ist nicht riesig, es herrscht also kein überangebot. aber viele hausgemachte kleinigkeiten, das meiste davon ziemlich lecker. und übersichtlichkeit hilft mir sowieso immer sehr bei der auswahl von essen.

außerdem zum ersten mal ein original jägerschnitzel ost gesehen. und gegessen. hatte ich ja schon viel von gehört und gelesen. geht in ordnung, denke ich.

eis

das habe ich lange nicht mehr gemacht, ein buch nach der farbe des umschlags gekauft. gut, es war ein mängelexemplar auf dem dem famosen flohmarktbücherstand am boxhagener platz. aber es hat einen sehr ansprechend gestalteten schutzumschlag, auf dem man zwar den buchtitel kaum finden kann, der dafür aber in einem schönen kühlen leicht grünlichem blau gehalten ist. oder ist es mehr richtig grün?

ich weiß nicht, aber mein eisbuch hatte gleich zwei davon. zwei eisblaue schutzumschläge, wie ich zuhause feststellte. gleich zwei, übereinander geschoben. wie, um es zu wärmen.

eis eben, von perikles monioudis, ist ein seltsames buch. nicht wirklich spannend, an keiner stelle atemberaubend, und dennoch von einer eindeutigen präsenz. alles ist gegenwart in diesem text, auch die erinnerungen und träume.

da arbeiten männer nahezu ohne jegliche technische aussrüstung auf einem see, um eis zu schneiden, das dann durch europa geschickt wird, weil es zur kühlung gebraucht wird. vorindustrielle zeiten. der kühlschrank wird gerade erst erfunden. gleichzeitig gibt es aber geländewagen mit vierradantrieb, motorräder, die von frauen gefahren werden, und mobiltelefone.

der vater-sohn-konflikt ist unklar, aber vorhanden. in schwäche erstarrt. die kälte dagegen ist eisig. so, wie es sein muß, bei dem titel. das paßt. immerhin handelt es sich um den dritten sohn. was hat so einer schon noch zu erledigen?

mein lieblingswort ist ab sofort eisgewölk.

Perikles Monioudis, Eis

nachtrag: der einband unter dem schutzumschlag ist übrigens langweilig. und was mache ich überhaupt mit dem zweiten, zusätzlichen? den schutzumschlag schützen?

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner