am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

ach, dieses drecksberlin. das weiß ich doch jetzt schon.

ist nasenspray eine im flugzeuggepäck verbotene flüssigkeit? gilt der hsb-button am rucksack als waffe? oder das winzigkleine schweizermesser, obwohl der flug doch in die schweiz geht? keine ahnung.

diese modernen zeiten verlangen immer wieder nach lösung äußerst seltsamer rechercheaufgaben. aber das gehört wohl dazu, nicht nur beim schreiben.

das berliner kopfsteinpflaster übt seine nachhaltige wirkung. die maschine macht anstalten, ihr rücklicht abzuwerfen. also war kurz mal echtes schrauben, soll heißen anschrauben, angesagt. kein problem. so hat wenigstens mal was geklappt heute.

mißmut

kann ich echt nicht leiden, die leute, die jetzt überall ihre fahnen raushängen. ungebügelt.

etwa die hälfte der menschen, die meine wohnung betreten, äußern sich zum thema ordnung und struktur. die allermeisten positiv, denke ich. damit kann ich leben. auch wenn ich mich regelmäßig zu entschuldigen pflege, wenn mir das thema persönlich vorgetragen wird.

weeds

sprache ist ein eigenartiges ding. alles schwingt und wirbelt durcheinander, daß ich mich mitunter sehr darüber wundere, wenn am ende dennoch so etwas wie logik entsteht. doch da tut es, meistens zumindest.

zum beispiel liebe ich seit jeher diese kleinen getreidebüsche, die in den städten an allen ecken und kanten wuchern. mäusegerste, wie ich seit gestern weiß. und zwar weil ich im hsb eines von meinen knipsbildern gepostet habe.

stadtweizenfeld. der titel ist die eilige, etwas holprige übersetzung eines englischen begriffes, den ich – ich weiß nicht warum – einfach schön finde. seit jahren schon. es liegt am klang, vermutlich, denn die genaue bedeutung stand mir bislang nur schwammig vor augen. ich wußte zwar, was ich meinte, blieb aber unsicher, ob das alles tatsächlich seine richtigkeit hatte. was wiederum an meiner grundsätzlichen verwirrung bezüglich der auslautverhärtung liegt.

und ich lag richtig, mit meiner unsicherheit. das steht inzwischen fest. city weed bedeutet eben gerade nicht stadtweizen. nicht so ganz zumindest. korrekt wäre das city wheat, was aber bei weitem nicht so gut klingt, nicht wahr. wenn man die auslautverhärtung berücksichtigt. außerdem war es ja auch gar nicht gemeint, nur war mir das nicht so recht klar. bis gestern.

weed bedeutet unkraut, kraut, gras, aber auch schwächling oder versager.

dementsprechen ist city weed also sowas wie ich. deshalb mag ich wohl diese kleinen, frischgrünen büschel überall, irgendwie ewig das zeug. scheint entfernt mit mir verwandt zu sein. andere haben dazu auch schon urbane penner gesagt, wenn ich mich recht erinnere. aber das klingt bei weitem nicht so schön. finde ich.

seit ein paar tagen gehen mir fröhlich vor sich hinpfeifende menschen auf der straße höllisch auf die nerven. und plötzlich tauchen sie überall auf, quasi im stundentakt.

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