am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

in die tonne

ein kleines bisschen durchgedreht heute, rasend gewirbelt. erst die gerade abgebaute und ersetzte bücherregalkonstruktion in die küchenkammer gebaut, wo sie dringend benötigt ist. dann in einem anfall von wut oder sowas zwischen drei und vier meter bücher aussortiert, und weggeworfen. in den papiermüll, jawohl. irgendwie war das mal nötig.

das habe ich wirklich noch nie gemacht, bücher in den müll. oder zumindest nur ganz vereinzelt, zum thema win 95 zum beispiel oder bücher über alte word- oder power-point-versionen, gelegentlich auch ein  paar sammelbände und erotische gedichte von männern. solche art von lehrbücher verbrauchen sich von allein.

diesmal war es mehr, richtig radikal.

ein sehr seltsames gefühl der ereichterung macht sich seither breit. besonders nach der schlepperei nach unten, in den hof hinaus. zu tonne.

irgendwie lustig, dass gleichzeitig, bzw. eher etwas zuvor bereits, geplant war, die gesamtregalfläche für bücher nicht viel, aber durchaus noch ein klein wenig zu erweitern. im augenblick sieht es erstmal fast kahl aus. (naja, so zirka 20 bis 25 büchermeter stehen hier schon noch rum, aber das muss ja.)

egal, mit den neuen regalen wird das schön, nicht mehr so aufdringlich. auch nicht mehr so verstaubt, es gibt ja nichts häßlicheres als dreckige bücher. (auch deshalb der müll.)

jetzt muss ich mich nur ranhalten und weiterbauen, die regale stehen ja noch nicht da.

jetzt schlafen, morgen schreiben. tschüss.

nicht schön

alles wird gut. der uralte mac, der immer hier bei mir am bett steht, für das nächtliche bloggen, wollte sich gestern verabschieden. das heißt, eigentlich der akku, der plötzlich ursache für warnanzeigen war. nicht unplausibel, weil zeitgleich das gerät immer wieder ausging und nur noch mit angeschlossenem kabel betrieben sein wollte.

heute dann, nach erneuten zickereien und einem und dann noch einem neustart, scheint das olle ding sich wieder gefangen zu haben. puh! hätte mich auch gewundert, so plötzlich. ist doch ein mac!

ich merke mir also: auch macs wollen gelegentlich neu gestartet werden.

andererseits habe ich heute mehr oder weniger per zufall gelesen, dass die lederwerkstatt, die ich mir für die reparatur der donkey jacket ausgeguckt habe, womöglich dichtgemacht hat. verdammt, ich bin immer so langsam, in meinen entscheidungen und in der umsetzung noch mehr. das fällt mir immer wieder auf die füße.

noch dazu habe ich mir den ganzen tag auf eine stelle innen in die wange gebissen. nicht mit absicht natürlich, aber letztendlich sogar beim sprechen. das ist wirklich nicht schön. und das wird sicher die nacht so weitergehen, dagegen kann ich wohl kaum etwas tun. im schlaf.

übrigens gestern schon, todesmutig, meine wordpress-installation eigenmächtig auf die neueste version geupdated. und das von dem schwächelnden mac aus, im bett sitzend, reichlich spät in der nacht. ich bin schon ein bisschen, naja. doch irgendwann musste es ja mal sein. aus irgendeinem grund hab ich mich an den 6.x-sprung lange nicht gewagt. keine ahnung warum.

also, wenn das nicht geklappt hätte, diese aktion, da wäre ich kurz vor raserei gewesen, mitten in der nacht, ich egobatzen. so derart verschmolzen bin ich mit der eigenen, kleinen alltagsschreiberei hier.

hat ja aber geklappt, alles ist gut. schwein gehabt.

die leere unter mir

heute von zu hause gearbietet, obwohl ich 2023, nach der langen heimarbeitszeit, eigentlich regelmäßig wieder ins büro zu gehen versuche, zumindest am montag. mehr oder weniger gerne, naja, ich versuche mich halt irgendwie wieder auszuwildern. das gelingt nicht so wirklich, es ist aber wichtig. scheint mir. keine ahnung, ich bemühe mich. aber bleibt ist schwer. sinnlos und schwer.

unten ist heute die wohnung ausgeräumt worden, die seit monaten leer ist. die frau, zirka zehn jahre älter als ich, habe ich zuvor sicher wochenlang zu allen möglichen zeiten durch die gegend irren sehen. draußen auf der straße oder hinten bei den mülltonnnen. einmal stand ich vor ihrer tür, weil der rauchmelder durchs ganze haus brüllte. zuletzt stand nachts oft die tür weit offen, einmal stand auch die polizei da. hilflos, weil es nicht zu ermitteln gab. nur eine verwirrte alte frau, die die welt nicht mehr versteht.

ich bin traurig.

auch, weil wieder einmal etwas nicht zu funktionieren scheint, was mich für mehr als einen kleinen augenblick richtig glücklich gemacht hat. ich weiß nicht, zum wievielten mal. ich bin auch gar nicht sicher, weil die kommunikation abgebrochen scheint. was um so erstaunlicher ist, da es sich um einen reinen geschäftsvorgang handelt. auch an solchen dingen hängt mitunter mein herz, sehr sogar. ich bin ratlos und verletzt. letzteres womöglich grundlos, wer weiß. ich bin hilflos eigentlich, das ist es. und das, wo ich doch eben gerade um hilfe gebeten hatte, eine administrative angelegenheit. disfunktional, ich?

es ist wie es ist. es ist nicht die liebe. immerhin.

dazu schmerzen, ich erwähne es eigentlich gar nicht mehr. schmerz ist immer, schon so lange. und dass mir jetzt keine*r mit all den schönen mittelchen dagegen kommt. die habe ich alle da, alle schon getestet. doch das ist es nicht, das hilft auch nicht. das will ich nicht.

es ist das leben, das schmerzt. da hilft nichts, das ist erleben.

fast kaum

dieser februar ist ein wahn ohne sinn. ich finde kaum raum für ein kleines nichts, hier und da. und es verhält sich ja so: je mehr dieses nichts benötigt ist, desto weniger findet es statt. nicht einmal heimlich, alles ist nerv, irgendwann. alle zeit voller zeug, luftleer und eng. das nervt!

die arbeit am text ist gerade die einzige freude, aber es ist nicht einmal zeit für reflektion. ich verspreche das jetzt auch nicht, das habe ich in letzter zeit schon zu oft. und es dann nicht halten können. ich weiß einfach nicht, ob ich das schaffe. vielleicht ein fazit, wenn ich durch bin. ich weiß nicht zum wievielten mal, durch. immer wieder durch, durch den text. bis ich am ende selber durch bin, so komme ich mir  mitunter vor.

aber weit ist es nicht mehr, ich bin so gut wie am ende. versprochen.

nebenher baue ich ein bisschen, als könnte ich es mir leisten. aber es muss ja, das holz steht nun schon seit letztem jahr. holz krümmt sich, wenn es steht, und platz zum flachlegen habe ich hier nicht. heute ist also das erste neue bücherregal fertig geworden. das musste, weil ich die bisherige konstruktion, die hängeschienen und winkelträger aus dem baumarkt, für die kammer in der küche brauchen will. internal recycling, oder so. damit wäre dann bald auch die kammer fertig.

das bad ist schon fertig. tatsächlich: fertig! das habe ich neulich festgestellt, als ich hineinging und auf einmal wusste, dass ich einen in sich geschlossenen raum betrete. mir fiel nichts mehr ein, was ich noch ändern könnte. oder vielmehr ändern sollte, denn können kann ich immer.

kammer und küche also als nächstes, da ist auch nicht mehr viel. zu ostern dann das schlafzimmer. hier explodieren gerade meine ideen, ich rücke möbel und messe den raum über dem schrank für mehr platz. außerdem habe ich mich für farben entschieden. jawohl, nach jahren im weiß werden es farben. genaugenommen zwei, plus weiß. ja, das macht mir angst.

ich bin sehr gespannt.

die kleine kneipe

sieht so aus, als hätte ich nichts mehr zu sagen. sieht aber nur so aus, es gibt viel, wie immer. aber es gibt auch viel arbeit, das frisst zeit. das kostet. nicht das erste mal, dass ich so beginne, ich weiß. doch es ist, wie es ist. ich habe ein bisschen gebaut und geplant, in der wohnung. alles gut. inzwischen bin ich längst wieder tief ins manuskipt gekrochen. so ist das, wenn die agentin auch eine wirklich gute lektorin ist.

eine pause gibt es erst wieder anfang märz, eine ganz kleine. ein paar tage nur in der kleinen stadt. als schreibzeit geplant, wird es dann aber wohl doch eine wirkliche pause. vielleicht.

gegenüber an der kreuzung, an der ich wohne, hat offensichtlich die stammkneipe aufgegeben. anfang des monats schon, seitdem wird dort mächtig ausgeräumt, fast entkernt, würde ich sagen. das hatte ich immer befürchtet, dass es irgendwann doch soweit sein muss. es war eine gute kneipe, um sie direkt vor dem schlafzimmerfenster zu haben. vorwiegend tagesbetrieb, nur machmal trubel bis in die nacht, vielleicht so acht bis zehn mal im jahr. wunderbar.

jetzt habe ich angst, was da als nächstes kommt. wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre es ein gutes café, mit tollem früstück, mittagstisch vielleicht, das spätestens so gegen zehn oder elf schließt, besser aber um acht. das würde ich lieben und nutzen, mit großer freude. und am schlimmsten wäre eine bar, da braucht es doch wirklich nicht noch eine, hier in der weserstraße. schon gar nicht hier unten, das läuft doch nicht. der späti, mit seinen bierbänken draußen, der reicht mir schon, besonders in sommer. das ensemble lädt auch mitten in der nacht noch zum verweilen ein, wenn die tür dort längst geschlossen ist. es ist unglaublich, wie unfassbar laut menschliche stimmen sein können. auch wenn ganz normal für eine einfach unterhaltung genutzt werden.

ein kindergarten wäre auch in ordnung, aber den gibt es hier schon. und wenn ich bedenke, dass es in der kneipe bereits eine bühne gegeben hat, könnte man auch auf die idee kommen, dort jetzt eine musikkneipe einzurichten. nicht gut, gar nicht gut. alles nicht!

ich muss jetzt aufhören, ich muss schlafen. solange ich noch kann.

versehen

ich muss noch ein wenig arbeiten. nicht gerade jetzt, ich sitze ja schon im bett. das nun doch nicht. aber ich muss arbeiten, grundsätzlich, etwas anderes weiß ich offensichtlich nicht mehr. damit ich nicht ganz verrückt werde.

wobei, eigentlich hatte ich mir heute ein frühstückscafé suchen wollen, gleich nach dem einkaufen, zum lesen. muss ich dann irgendwie vergessen haben, unterwegs.

danach also zeugs übersetzen und im bad rumwerkeln, immer abwechselnd, die wannenstreichorgie von weihnachten vollenden. das braucht timing, das fordert disziplin. das macht mich zufrieden, irgendwie, und gleichzeitig unruhig. nicht nur, weil das bad dann bald fertig sein wird, obwohl ich es ursprünglich gar nicht habe machen wollen. ein versehen, im grunde, und jetzt ist alles.

alles zufall, kaum zu glauben. ich weiß nicht, wohin mich das führen soll.

schreibpause

ich bin ein bisschen wenig geworden, vor allem was das schreiben angeht, ja. nicht nur hier, aber das ist jetzt mal so. ich war in urlaub, also so richtig urlaub, nicht wie sonst immer: in schreibzeit, in arbeit. urlaub also, einfach nur urlaub. dazu wollte ich nichts sagen, nichts schreiben. überhaupt habe ich das ständige formulieren satt, das innere berichten, von dem hier nur ein teil sich wiederfindet. das ja mal sowieso, auch hier bin ich nur teilweise. niemals bin ich ganz, immer weniger werde ich zusammen. (wobei ich bei dem wort „zusammen“ immer aufschaue, weil ich darin meinen vornamen höre.)

ich will ruhe, jetzt. viel mehr ruhe noch als die, die in in urlaub war.

dennoch: die nächste schreibzeit findet anfang märz statt, das ist fix seit wochen. dann werde ich mich mit dem folgeprojekt beschäftigen, das ich schon vor etwa einem jahr versuchsweise angegangen bin. vor dem krieg also, da wird einiges, beinah alles anders werden müssen. ich habe ideen, gelegentlich, das gebe ich zu. rein formales, struktur und aufbau. viel mehr nicht, kaum dass ich notizen machen müsste. ich atme es, einstweilen.

die grundidee, mich fragmentarisch zu wagen.

reisefertig

wahrscheinlich ist es nicht die schlechteste idee, berlin kurz vor silvester zu verlassen. das wollte ich schon lange mal, ich kann die ganze schießerei sowieso nicht leiden, aber diesmal wird es wohl richtig schlimm, nach den umfangreichen verboten in den letzten zwei jahren. das ist es jetzt schon, seit tagen. feuerwerk und farben, das wäre ja noch erträglich, vielleicht sogar ein bisschen schön. in wuppertal zum beispiel, als ich aus dem küchenfenster auf die andere talseite schauen konnte. das war okay, aber die katze damals, lisa, hatte unglaubliche angst. bis weit in den kommenden tag hockte sie eisern unter der gusseisernen wanne und ließ sich mit nichts locken. das ist doch blöd.

blöd ist eigentlich auch, dass ich morgen ein flugzeug nehmen werde. das war keine leichte entscheidung, aber es war so kurzfristig. immerhin habe ich noch einen direktflug gefunden, auch wenn ich dafür ganz ordentlich zuzahlen musste. innerhalb von europa auch noch herumzuhoppen, wäre aber wirklich noch blöder gewesen. auch sehe ich andere mir mehr oder weniger bekannte menschen, via twitter und facebook, die durch die halbe welt fliegen, um orte und menschen wiederzusehen. ich kann das verstehen, ich mache genau das. aber es ist nichts, was ich über die maßen tue. mein letzter flug ist sicher fünf oder sechs jahre her.

schluss mit dem drehen und winden, dem herausreden wollen. es ist, wie es ist.

ich muss also früh aufstehen und zu diesem neuen flughafen fahren. nachsehen, ob es den auch wirklich gibt. so richtig glaube ich ja nicht daran, wenn ich eherlich bin. ich werde stunden mit warten verbringen, so kenne ich das vom fliegen. und dazwischen werden ich kurzfristig durchdrehen wollen, weil ich den weg nicht finde, mich verloren glaube oder ähnliches. ich bin wirklich nicht nur keine gute reisende. ich bin überhaupt keine reisende. ich werde das reisen aufgeben, das weiß ich jetzt schon. und irgendwann werde ich auch meine wohnung nicht mehr verlassen, dann wird auch das mir zuviel sein. ich muss nur zusehen, dass ich dafür vielleicht doch noch einen ort in einer ruhigeren gegend finde.

keinen lärm mehr und keine menschen, darauf steuere ich zu. aber erstmal freue ich mich auf spanien, und markiere damit doch noch einmal ein land, in dem ich bislang noch nie war. gut.

leiden, leider

das wetter ist gnädig und mild. das fenster im bad steht seit tagen auf kipp, um die kunstharzlackierung ausdämpfen zu lassen. dennoch bleibt es innen etwa achtzehn grad, das ist grandios. außerdem ist es gar nicht so schlimm, diese farben heute sind ja ganz anders aufgestellt als früher die. das elend stinkende zeug, mit dem ich in der lehre arbeiten musste. auf nitrobasis, das geht deutlich spürbar ans gehirn. heute ist scheinbar alles mögliche auf wasserbasis zu haben. sogar diese schlimme farbe, die nach der versiegelung, ebenfalls auf wasserbasis, tatsächlich abrieb-, schlag- und wasserfest ist. irgendwie irre. damit könnte man sogar die wanne von innen streichen. das hab ich aber nicht, dazu muss das zeug dann doch eine ganze woche aushärten. außerdem war das gar nicht nötig, es ging nur darum, das langweilige weiß der überaus langweiligen, recht minderwertigen billigwanne loszuwerden. und die wild durcheinander verlegten matten und glänzenden kacheln beim waschbecken.

jetzt geht es, finde ich.

was nicht so ging war die tatsache, dass gleich nach dem ersten tag meine hände nicht mehr mitmachen wollen. beide geschwollen, links das zeigefinger-, rechts das daumengrundgelenk. beide geschwollen und heiß, pochend. rheuma würde ich sagen. wenn nicht die grundannahme dagegenstünde, die besagt, dass rheuma nicht als reaktion auf irgendwelche äußere aktivitäten auftritt. weil es ja autoimmun ist, sich also selbst aus dem inneren befeuert. keine ahnung, und es half ja auch nicht. stattdessen schmerzmittel der kräftigsten art. so ein bad kann unmöglich unfertig bleiben, denn dann kann man es ja nicht benutzen. schon gar die badewanne, die brauche ich. immer.

leider folgt das mit den farben und dem streichen häufig einem strengen plan, der trockenzeiten und ähnliches beinhaltet. leider bin ich auch in sachen streichen, also lack streichen im besonderen, so überhaupt gar nicht gut, dass ich auch noch fehler mache, die mich einen ganzen tag zusätzlich kosten. und das ohne zwei voll funktionierende hände, von dem linken knie und beiden hüften ganz zu schweigen. aber das war eher wegen den acrylkanten am boden, die ich vor alle dem streichen auch noch schnell gemacht hatte. da ist dann nach nur drei tagen der ganze alte körper unbeweglich und steif und vollständig verschmerzt. und darf nicht ins wasser, weil die wanne noch nicht fertig gestrichen und getrocknet ist. ach.

inzwischen ist aber alles gut. ich muss ein wenig nacharbeiten, hier und da, leider wieder an der wanne, am oberen rand. da hat nicht alles funktioniert, das mache ich nächstes jahr. und eine neue silikonkante zur wandseite, das muss. davor graust es mir jetzt schon. acryl ist so viel einfacher, gehört aber eben nicht in den duschbereich, leider.

auch die hände werden wieder. sind schon fast so gut wie dings.

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